Reicht der CDU ein Standby-Modus für die Bundestagswahl? – MK 21-17

Viele Wähler haben erstaunt zur Kenntnis genommen, dass es die CDU bei den letzten drei Landtagswahlen geschafft hat, als Sieger hervor zu gehen. Man fragt sich, waren es wirklich nur Landtagswahlen oder steckt hinter den Siegen der CDU mehr? In Schleswig-Holstein gibt es einen fadenscheinigen Grund für die SPD Niederlage, nämlich der, dass der Kandidat der SPD irgendwie durch Äußerungen aus seinem Privatleben in der Öffentlichkeit den Wähler irritiert hat. Kann man es glauben? Im Saarland könnte man sagen, dass es die Ministerin Kramp-Karrenbauer mit ihrer Politik wirklich gut gemacht hat. Aber in NRW, da war alles irgendwie recht sonderbar, weil die SPD/Grüne für eine Landespolitik abgestraft wurde, die in den Kennwerten nicht wirklich stark unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Etliche falsche Zahlen wurden seitens der CDU und auch der FDP bis zum Abwinken ständig dem Wähler gegenüber wiederholt. Das NRW mit den Asylbewerbern im Land Mühe hatte und der Strukturwandel noch nicht abgeschlossen ist zählte nicht bei der Wahlentscheidung. Hat die Bundespolitik da etwa mit entschieden? Die Probleme der Vorregierung CDU/FDP haben einige Dinge im Land fest geprägt und die Altlasten des Neoliberalismus ohne Vorbehalt wirkte lange noch nach. Waren es die besonders Vorsichtigen, die sich in „Muttis weiter so Vorstellungen“ am besten wohlfühlten?

Man meint nun, dass es sich die Politiker der CDU im Politsessel nun bequem gemacht haben und nach der Devise handeln, der Merkelbonus reicht für den Sieg bei der Bundestagswahl. Die FDP freut sich über ihr Wiedererwachen und einige Wähler jubeln der Ein-Mann-Show-Partei zu. Meinen die Herren der FDP, dass viele ihre ehemaligen leeren Wahlverkaufshüllen und Rohrkrepierer, wie den Steuererlass für Hoteliers, die Wähler wahrhaftig vergessen haben? So einfach wieder aus dem Nichts aufzutauchen ohne wirklich für den Wähler einen erkennbaren Anlass zu liefern, um wieder gewählt zu werden. Das ist zumindest fragwürdig und täuscht über die Abwahl der Partei im Jahr 2013 hinweg. Der Wähler hatte einfach die FDP für überflüssig befunden. So ist diese Partei einfach von der Bildfläche verschwunden. Die leeren Hülsen der FDP zu den Bürgerrechten, der Eigenverantwortung und der unendlichen Privatisierungsaktionen zum Nachteil für die Bürger wirken nach. Und jetzt wieder vollmundig in einer Regierungskoalition in NRW als neuer Aufguss von CDU und FDP. Warten wir also ihr Handeln und Tun ab und halten unserer kritisches Auge auf, wie die Herren Politiker der Koalition zu Werke gehen. Die neoliberale Erblast ist noch spürbar!

Bei der SPD hat der Wechsel an der Spitze für einen Schub gesorgt, der die Werte bei Umfragen in die Höhe schnellen und ebenso schnell wieder sacken ließen. Was war eigentlich passiert? Die Partei des neuen Vorsitzenden Martin Schulz hatte nicht das Programm für die Bundestagswahl nach dem Wechsel an der Spitze direkt parat. Schulz konnte nicht liefern, musste aber auch gar nicht, weil die Bundestagswahl erst im September stattfindet. Das war für die CDU ganz schlimm und selbst die Presse hat den neuen Parteivorsitzenden in der Luft zerrissen. Man hat dem Bürger seitens CDU suggeriert, dass doch Schulz gefälligst zu liefern hat. Die CDU allerdings hat dem Wähler für die anstehende Bundestagswahl bis jetzt nichts Konkretes angeboten und ist sich darüber glaube ich nicht wirklich bewusst. Es ist schlecht, im Glashaus mit Steinen zu werfen. Die These der Kanzlerin „weiter so wie bisher“ reicht nicht aus Deutschland neu zu formieren und auf die besonderen Herausforderungen für die Zukunft vorzubereiten. Gleichfalls reicht es nicht aus sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Dennoch besteht bei dieser Devise nicht die Gefahr etwas verkehrt zu machen. Die CDU muss sich darüber im Klaren sein, dass Stillstand im Land ein Raubbau an der Zukunft ist. Es kann auch nicht sein, dass es in einem Land wie Deutschland nichts zu verbessern gilt wie die CDU meint, im Gegenteil, es brennt an vielen Ecken im Land.

Klar reicht es nicht aus über Gerechtigkeit nur zu sprechen, man muss es sehr differenziert betrachten und analysieren, wo ein Manko und Lücken bestehen. Auch kann dieser Punkt nicht ein einziges Wahlkampfthema einer Partei sein, genau so wenig wie das angekündigte Kopftuchverbot der AfD. Nein, es sollte schon ein bisschen mehr für den Bürger erkennbar passieren. Natürlich fällt einigen Politikern bei einer bevorstehenden Wahl stets ein, dem Bürger sehr auffällig Steuergeschenke machen zu müssen, aber jeder weiß, das betrifft in der Wirkung nur wirklich die Besserverdienenden in Deutschland. Umfragen zeigen, dass der Bürger keine Wahlgeschenke will. Der Bürger will, dass das Steuergeld gut angelegt wird und das ist zurzeit absolut nicht der Fall. Es fehlt an Investitionen in Deutschland, es fehlt an Geldern für eine marode Infrastruktur, es fehlt an dem Willen der CDU-Politiker die Arbeitnehmer in Deutschland an dem Aufschwung der hohen Exportüberschüsse teilnehmen zu lassen. Es ist seitens CDU deswegen eine Dreistigkeit nichts an der Agenda 2010 modifizieren zu wollen. Auch reicht es nicht aus, wenn der Finanzminister Schäuble eine fulminante Null vorweisen kann, jedoch die Infrastruktur in einer unverantwortlichen Art und Weise vernachlässigt wird. Ein gewaltiges Thema ist eine ausreichende Rentenversorgung der Bürger, die im Vorfeld mit einer gerechten Entlohnung einher geht. Das große Aussitzen zu einer Rentenreform hatte bei Kanzler Kohl seinen Höhepunkt erreicht und wird von der Regierung Merkel weiter praktiziert. Eine Reform der Rentenversicherung, in der Art einer Bürgerversicherung, muss ein Schritt für alle Bürger sein, in eine Rentenversicherung einzuzahlen, was auch die Stabilität der Deutschen Rentenversicherung stärken könnte. Es könnte vielleicht auch zur Absenkung der Rentenabgaben führen. Der jetzige immer noch bestehende Generationenvertrag hat keine Zukunft mehr.

So besteht seit Jahren dringender Handlungsbedarf in den Bereichen, Investitionen bei Straßen, Brücken, Schulen, Kindergärten, Schienen-, Strom- und Telekommunikationsnetze, bei der Bekämpfung von Steuerschlupflöchern (seit Jahren versprochen), die Bekämpfung der Geldwäsche, eine straffere innere Sicherheit, bessere Bildungschancen, bei einer zeitgemäßen Rentenversicherung, bei einer gerechten Entlohnung für Männer und Frauen, bei einer ausreichenden Absicherung im Rentenalter statt Grundsicherung, dem mangelnden Integrationswillen von Menschen mit Integrationshintergrund, einem koordinierten Datenaustausch in Deutschland und den weiteren Staaten der EU zur besseren Strafvereitelung und Strafverfolgung, auch eine besser koordinierte Terrorismusbekämpfung, eine koordinierte und begrenzte Zuwanderung von Asylanten mit lückenloser Registrierung, die personelle Aufstockung bei der Polizei und bei Lehrern, eine wirkungsvolle Mietpreisbremse, bei der notwendigen Förderung von Städten mit einer hohen Belastung durch die Flüchtlinge, zur Abschaffung der Dobrindt-Murks-Maut Aktivitäten, jetzt aktuell bei den deutschen Autofirmen mit dem Hang zu Manipulationen bei den Autoabgasen, u.s.w.

Kanzlerin Merkel ist außenpolitisch eine geachtete Persönlichkeit, die weltweit anerkannt ist, jedoch vielfach ihren Minimalismus für Aktionen praktiziert. Nur es reicht nicht aus im Ausland geachtet zu sein. Eine dynamische Politik sich wirklich nach den Herausforderungen der Zukunft auszurichten, ist nicht wirklich bei der CDU verständlich erkennbar. Abwarten und defensives Verhalten von Politikern erschwert es, die Bürger von angeblichen Zukunftsprogrammen zu überzeugen. Sich davor zu scheuen Veränderungen durchzuführen, weil alles doch so gut läuft, zählt nicht bei einer fortschrittlichen Politik. Wenn sich die CDU nicht wirklich sichtbar bemüht Deutschland bei dem anstehenden Handlungsbedarf in vielen Punkten nach vorne zu bringen, wird diese Partei nur von Bürgern gewählt, die unbedingt keine Veränderung wollen und denen es finanziell gut geht. Auch wenn der Kanzlerbonus einen Teil ausmacht, weil die Kanzlerin durchaus beliebt ist, könnte ein Tick zu viel Überheblichkeit den Sieg bei der Bundestagswahl kosten. Die CDU sollte sich jetzt schon Gedanken darüber machen, was passiert, wenn ihr jetziger Juniorpartner SPD durch fehlende Stimmen von Wechselwilligen nicht in den Werten zulegen kann, dass sie in der kommenden Regierung ohne Juniorpartner antreten muss. Aber den politischen Aufguss mit CDU-CSU-FDP hatten wir ja schon einmal.

Zur Wahrung ihrer Chancen bei der Bundestagswahl 2017 muss die SPD schleunigst ein überzeugendes Profil ihrer Vorstellungen für ein zukunftsorientiertes Deutschland präsentieren, welches den Wähler fasziniert und überzeugt. Bei einigen Wählern scheint die Erinnerung an die Jahre mit der FDP verblasst zu sein. Die Vergesslichkeit der Menschen treibt bei der FDP die Prozente wieder nach oben und spült die Klientelpartei wieder auf die politische Bühne. Die Grünen, na ja, denen sind offensichtlich die Themen ausgegangen, weil andere Parteien diese besetzt haben. Und die anderen in der Parteilandschaft? Wir werden schauen, ob sich bis zum September noch Wähler finden, die für einen politischen Wechsel offen sind und damit eine optimistische Chance für Veränderungen in Deutschland sehen.

Es so, dass wir uns selber ständig verändern, die Gesellschaft verändert sich, das Leben in dieser Gesellschaft ändert sich in den Bedingungen, die Welt verändert sich ständig und deswegen müssen die Politiker mit einer wirkungsvollen Politik Antworten auf diese Veränderungen finden. Erst dann ist es möglich, dass bei einer erfolgreichen Politik die Menschen in Deutschland positiv in die Zukunft sehen können. Eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht.

31.05.2017 – WM

Die Autoindustrie trickst und unterliegt bei den Autoabgasen – MK 17-17

Besonders durch den Abgasskandal bei VW und anderen Vorzeigeunternehmen der deutschen Autoindustrie verblasst dieser Stern der ehemals den Namen Made in Germany präsentierte. Nun ist dadurch der Glanz etwas matt und ein paar Kratzer sind auch erkennbar. Dabei hat dies nicht nur für einen Imageschaden der Unternehmen gesorgt, sondern auch die Kontrolle der EU und des Kraftfahrtbundesamtes infrage gestellt. Es wirkt irgendwie wuselig und keiner wollte es erst so recht glauben, dass man es irgendwie geschafft hat mit gutem Glauben aller kontrollierenden Institutionen sich den eigenen Ast der Hitech-Industrie abzusägen. Blamabel ist es und erzeugt ein Vakuum in der Glaubwürdigkeit dieser deutschen Autoindustrie. Alles muss nun auf den echten  Prüfstand, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Bürger verbindet mittlerweile den Begriff Prüfstand im Zusammenhang mit Autoabgasen als negativ und das aus gutem Grund. Dabei sind besonders die Dieselfahrzeuge mit ihren Stickoxiden und dem Feinstaub ins Visier der Aufklärer geraten.

Man erinnere sich noch an die Zeiten, in denen der Kauf eines Diesel mit einer Prämie bedacht wurde. Das ist ja nun wirklich nicht mehr denkbar, weil sich mittlerweile bei den Abgasnormen einiges getan hat und diese früheren Diesel sowieso durchfallen würden, aber das nur nebenbei erwähnt.

Natürlich muss man auch erwähnen, dass sich mittlerweile bei der Euro VI Abgasnorm der Europäischen Union so einiges bezüglich des zulässigen Schadstoffausstoßes bei Kraftfahrzeugen getan hat. Die Werte haben sich zumindest theoretisch reduziert, aber eben bis heute vielfach nur theoretisch, leider. Bei den PKW mit Otto-Motoren klappt es zumindest recht gut durch die Katalysatortechnik. So haben sich die Schadstoffe doch durch die Abgasverordnung Euro I bis Euro VI sehr reduziert. Dieses kam den Menschen, aber auch unserer Umwelt zugute. Das Problemkind Diesel ist durch die Art der Verbrennung und Motortechnik nicht so einfach sauber zu bekommen. Problematisch sind die Stickoxide und der Feinstaub als Ruß, die sich nur mittels aufwendiger Regelungs- und Filtertechnik minimieren lassen. Ultrafeine Abgaspartikel haben es besonders in sich, weil sie im Körper des Menschen in einige Organe eindringen und eine hohe gesundheitliche Gefahr darstellen. Also reduziert wurde eindeutig bei den Schadstoffen der Autoabgase, aber eben nicht konsequent genug.

Jedoch der Abgasskandal zeigte eben recht deutlich, dass man wahrscheinlich gekonnt hätte, aber nicht gewollt hat und das aus Kostengründen, um bessere Ergebnisse bei der Abgasreinigung zu erreichen. Nun zeigt sich auch deutlich, dass nicht alles Machbare auch Sinn macht und das trifft bei einer ausgefeilten und aufwändigen Motorentechnik bei den Dieselfahrzeugen zu. Einige feine Änderungen bei der Motoren-und Abgastechnik schleppt einen Rattenschwanz an Veränderungen mit sich und das Ganze wird unbezahlbar oder anders, es lässt sich nicht mehr gut verkaufen. Dabei betrifft es nicht nur den Kaufpreis des Fahrzeugs, sondern auch die Folgekosten für den Käufer dieser ausgefuchsten Dieseltechnik. Der Motor mit der Einspitzpumpe (jetzt 2500 bar), die am Rande des Machbaren entwickelten Bauteile, die Abgasrückführung, die aufwändige Doppelfiltertechnik, besondere Turbolader, der Oxidations-Katalysator und der Stickoxid-Speicherkatalysator bedeuten höhere Kosten, aber auch Wartungskosten, die den Besitzer eines Diesel sicherlich oftmals überraschen. Bei der neuen Abgasreinigung müssen die Besitzer von Dieselfahrzeugen in einem separatenTank einen wässrigen Harnstoff einfüllen, genannt AdBlue, der in einem Anteil zwischen 2-8% des verbrauchten Kraftstoffs mit verbrannt wird und dafür sorgt, dass sich die Anteile der Stickoxide bei den Dieselabgasen minimieren und innerhalb der zulässigen Grenzwerte liegen. Macht diese teure Technik des Diesels wirklich heute noch einen Sinn, auch schon deswegen, weil sich die Treibstoffkosten nicht mehr so gewaltig unterscheiden und sich ein Diesel-Pkw gegenüber dem Otto-Pkw nicht mehr rechnet? Deswegen müssen mit einem enormen technischen Aufwand die Abgasnormen erfüllt werden, was auch immense Kosten verursacht. Lohnt es sich wirklich noch Milliarden an Geldern in die Dieseltechnik zu investieren wie bei Mercedes, wenn die Elektrotechnik doch mehr Investitionen erfordern würde und auch mehr Sinn für die Zukunft macht?

Das bei den Fahrzeugen der echte Kraftstoff-Verbrauch auf der Straße nicht der Angabe im Katalog nach Norm entspricht, hat jeder Käufer bereits kurz nach einem Autokauf feststellen können. Das haben sicher viele Bürger erlebt und gewusst, besonders auch Verantwortliche bezüglich der Kontrolle und Zulassung von Kraftfahrzeugen. Dann der Skandal und alles ist aufgescheucht! Hinterfragt lautet dann die lapidare Antwort von Verantwortlichen, dass eine Prüfung der Abgase nach der festgelegten Methode NEFZ-Messmethode (1996) geschieht. Einfach gesagt ist es eine Prüfmethode, die fernab von den Bedingungen für Autos auf der Straße quasi nach Laborbedingungen stattfindet. Aber die Verantwortlichen geloben Besserung und wirklich, es soll im Jahr 2017 sukzessive ein neues Prüfverfahren den alten Test ablösen, welches WLTC-Messmethode lautet und „Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedures“ bedeutet. Dieser orientiert sich an den wirklichen Verbräuchen und Abgasemissionen bei realen Fahrbedingungen von Kraftfahrzeugen auf der Straße. Nun krempelt sich alles von innen nach außen, denn es stimmt für die amtliche Zulassung der Fahrzeugtype einiges nicht mehr und müsste eigentlich zu einer Stilllegung von bestimmten Fahrzeugtypen führen. Und bereits ab 1997 legt das Kraftfahrtbundesamt nach dem Kraftstoffverbrauch den Schadstoffausstoß fest. – Was stimmt denn wirklich noch?

Ein handlungsunfähiger Verkehrsminister Dobrindt, weil mit seiner speziellen Maut beschäftigt, will natürlich die Autoindustrie nicht so hart an die Kandare legen. Ist es ein Spiel Umwelt gegen Arbeitsplätze und sonst ist alles egal? Jedoch hat auch das Kraftfahrtbundesamt mittlerweile zwei Teststrecken bekommen, um nicht nur bei den Angaben der Autohersteller bei der Typzulassung alles abnicken zu müssen. Die Tests können nach WLTC erfolgen und eine reale Bewertung bei den Autoabgasen ermöglichen. Na Bravo kann man nur sagen! Den Zeigefinger hoch und zur schlimmen Autoindustrie zeigen und sagen, das müsst ihr doch nicht tun!

Zwei Kennwertangaben für Stickoxide und Feinstäube der Verursacher in Deutschland:

Stickoxide >>67% PKW, 22% Nutzfahrzeuge, 5% Busse, 4% übrige PKW, 2% sonstige (Quelle: Umweltbundesamt)

Feinstäube >>20% Verkehr, 1% Biomasse-Verbrennung, 13% Industrie, 13% Stromerzeugung, 45% Natur (z.B. Wüstenstaub, 8% häusliche Energie (Quelle: Lelieveld et al nature 2015)

Wie will man jetzt bei den Diesel-PKW weiter vorgehen? Denn die Lastkraftwagen sind den Personenkraftwagen heutzutage im Schadstoffausstoß einige Schritte voraus, denn dabei gibt es bereits ab 2011 die Prüfung der Abgase nach Euro VI mit dem RDE-Prüfverfahren in der EU. So sind die meisten modernen Dieselfahrzeuge bei den Lkw sauberer als ihre kleinen Verwandten der Pkw.

Wichtig wäre es:

  • zu prüfen, ob die Entwicklung von Diesel-Motoren (PKW) noch wirtschaftlich ist und einen Sinn macht?
  • bei dem Auslaufmodell Diesel müsste das Elektrofahrzeug eine besondere Bevorzugung erfahren
  • zu prüfen, ob die Stadtbewohner wirklich alles schlucken müssen, trotz bekannter Gefahren (die Anzahl der Todesfälle durch Autoabgase ist bekannt und die Belastung der Krankheitsfälle durch Autoabgase ist bekannt)
  • festzustellen, dass höhere Steuern auf Kfz mit hohen Schadstoffkonzentrationen nicht dazu führen, dass dies zu weniger Abgasen führt
  • zu prüfen, ob sich unsere Gesellschaft so viele Dinge leisten kann, die eindeutig gegen unsere Umwelt gerichtet sind
  • das die Politik eingreift, um Dinge zu erkennen und auch seitens Gesetz zu regeln, die unsere Autoindustrie betreffen
  • zu erkennen, dass die Autoindustrie keine heilige Kuh ist und auch nicht als solche betrachtet wird

Innovationen in der Industrie müssen Vorrang haben und man darf keiner veralteten Technik unter allen Umständen immer wieder zum Überleben verhelfen wie z.B. beim Diesel. Die Menschen müssen mit der Technik leben können, die von der Industrie entwickelt wird und deswegen darf man den Menschen nicht der Technik unterordnen oder gar opfern. Nicht alles was machbar ist macht auch einen Sinn, das sollte man sich wohlweislich gut überlegen. Und unsere Umwelt ist wertvoll? Und irgendwann gibt es keine fossilen Brennstoffe mehr. Warum also auf ein Ende warten und nicht den Weg nach vorne Richtung Zukunft suchen.

04.05.2017 – WM

Wollen die Franzosen Reformen oder den Front National? – MK 16-17

Es gab vormals bei keiner Wahl in Frankreich den Zustand, dass die etablierten Parteien der Konservativen und Sozialisten wie bei dieser Präsidentenwahl 2017 zu wenige Wähler für sich mobilisieren zu konnten, um entscheidend Einfluss nehmen zu können. Die Parteienlandschaft stellt sich völlig zerrissen dar, weil die Bürger mit dem politischen System nicht mehr zufrieden sind. Außerdem war die Wahl kein überzeugendes Bekenntnis zu Europa. Es gibt seit einigen Jahren einen gravierenden Reformstau und die Überzeugung der Bürger, dass sie nicht wirklich mit der Europäischen Union stark verbunden sind. Hintergrund ist eine labile Wirtschaft und krasse soziale Unterschiede, das zeigt sich durch ziemlich hohe Arbeitslosenzahlen von ca. 10% und sozial fatal bei den Jugendlichen mit 25,7%. Besonders stark haben der Nation die Terroranschläge zugesetzt und die Menschen verunsichert. Die sozialen Strukturen in Frankreich sind erheblich geschädigt, und das hat diese Nation mit ihren Menschen gespaltet.

Im Ergebnis der ersten Runde dieser Präsidentenwahl hat sich gezeigt, dass die Wähler nun auf andere Favoriten setzten, die es politisch nun in Frankreich richten sollen. Es ist das politisch frische Gesicht von Emmanuel Macron mit seiner neuen Bewegung En Marche und die bekannte Marine Le Pen der Nationalen Front. Macron steht für die Offenheit zur EU und Le Pen plädiert für eine Abschottung Frankreichs gegenüber der EU und der Trennung vom Euro. Zwei Lager, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Nun konnte der Kandidat Macron bei der ersten Runde der Wahl 23,9% und Le Pen 21,4% der Wählerstimmen auf sich vereinigen. Somit findet die entscheidende zweite Wahl am 07. Mai 2017 statt. Alle Kandidaten der unterlegenen Parteien haben dem Kandidaten für die entscheidende Wahl ihre Unterstützung zugesichert, was die Hoffnung stärkt, dass der europafreundliche Emmanuel Macron die Wahl gewinnen könnte. Fatal wäre es, wenn die große Nation politisch nach rechts abdriften würde und der Front National Frankreich in eine rückwärts gerichtete Politik führte, die wirtschaftlich wohl dann einen weiteren Abstieg bedeutet. Jetzt beträgt das Wirtschaftswachstum nur noch 0,4% und das zeugt nicht von einer lebendigen Wirtschaft. Wie also kann Frankreichs Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnen und sich die Zukunft wieder positiv zeigt?

Viele bisher angestrebte Reformen der Amtsvorgänger sind gescheitert und zwar an des Volkes Unwillen Veränderungen hinzunehmen. Sind die Franzosen reformunwillig oder sind es die Etablierten, die den Stand der Dinge stets sichern wollen? Jedenfalls muss es nach abgeschlossener Wahl wirklich darum gehen auch Reformen anzupacken und umzusetzen. Es ist sozusagen für die Menschen und das marode Sozialgefüge höchste Zeit, damit wieder bessere Zeiten in Frankreich einkehren.

Es sind die gravierenden Probleme der Arbeitslosigkeit, der Armut und die Misere auf dem Wohnungsmarkt. Das Arbeitsrecht liegt förmlich auf Eis und muss zum aktiven Leben erweckt werden. Für uns Bürger in Deutschland und unsere Wirtschaft ist es kaum vorstellbar, mit 62 Jahren wie die Franzosen in Rente gehen zu können und auch noch bis zu 75% ihres letzten Einkommens als Rente bekommen. Es sind gewaltige Ausgaben für die Arbeitslosigkeit und die Rente, die den Staat belasten und lähmen. Allein die Arbeitslosenkasse schlägt mit 1,2 Milliarden Euro im Haushalt zu Buche. So ist deswegen eine Liberalisierung und die soziale Absicherung anzustreben. Experten sind für eine finanzielle Entlastung der Unternehmen, aber auch bei den sozial Schwachen.

Bei dem schwachen Wirtschaftswachstum von 0,4% ist eine Haushaltskonsolidierung, verbunden mit Anreizen für Innovationen, vorrangig, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Verringerung der Lohnnebenkosten bei der Sozialversicherung müsste die Unternehmen mit 30 Milliarden Euro entlasten, so die Experten. Die Kompensierung soll mit erhöhten Konsumsteuern, der Senkung öffentlicher Ausgaben bei den Sozialkassen, verbunden mit weniger Bürokratie bei Unternehmensgründungen erfolgen. Dieses soll nach den Aussagen der Wirtschaftsexperten die französische Wirtschaft anschieben und das Wachstum so aktivieren. Mit mehr Wachstum sind auch höhere Staatseinnahmen verbunden, die wiederum als Investitionen ins Land zurückfließen können.

Man kann den Franzosen nur wünschen, dass sie die dringende Notwendigkeit von Reformen erkennen und dies auch mit einer positiven Zustimmung tolerieren. Sicherlich bringen Reformen auch Änderungen für viele Dinge im Leben mit sich, aber dieser Reformwillen darf im Vorfeld nicht durch Demonstrationen zum Erliegen kommen. Nur der Mut für Veränderungen kann auch neue, positive Dinge bewirken. Darum gibt es für die Menschen dieser großen Nation Frankreich nur zwei Wege. Der erste Weg ist so weiter zu machen und es wird noch schlechter für sie oder zustimmen für die notwendigen Reformen, die wieder Zuversicht für die Menschen wecken würden. Die Politik muss es richten, aber die Menschen in Frankreich müssen auch hinter dieser Politik stehen und sie bejahen. Dem kommenden Präsidenten (keine Präsidentin) von Frankreich kann man nur viel Glück bei seiner Politik wünschen und den Mut zur Durchführung wirkungsvoller Reformen. In diesem Sinne wünschen wir unseren Nachbarn wieder eine sozial ausgewogene Republik, bessere Zahlen aus der Wirtschaft und einen Staat, in dem die Menschen zukunftsorientiert und ohne Ängste leben können.

26.04.2017 – WM

 

Ostern erweckt jedes Jahr verstärkt den Wunsch nach Frieden – MK 15-17

Der Wunsch nach Frieden und einem sicheren Leben ist uralt. Frieden, ja Frieden, das wünscht sich (fast) jeder, der auf dieser Erde lebt. Dieser Wunsch war schon immer nur ein Gedanke und dabei blieb es bisher. Seit vielen Jahrzehnten gibt es Menschen, die ihren Optimismus und die Hoffnung nach Frieden und Abrüstung bei den jährlichen Ostermärschen zum Ausdruck bringen. Denn so finden jedes Jahr in vielen Städten in Deutschland, aber auch anderen Ländern, besonnene Demonstrationen für den Frieden und gegen Waffen statt. Solange die Hoffnung besteht bleibt auch der Friedenswunsch erhalten und wird vielleicht doch einmal wahr.

Die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte belehrt uns jedoch eines Besseren und ist von vielen Kriegen belastet. Es waren Kriege von etlichen Herrschern, die sich Gebiete eingeheimst, das Land verwüstet und die Menschen getötet haben. Ganz schrecklich waren die Unruhen auch während der Reformationszeit und dann ein Jahrhundert später der Dreißigjährige Krieg, der ganz Europa mit in den Abgrund der Hoffnungslosigkeit gezogen hat. Erst mit dem Westfälischen Frieden kehrte wieder das Normalleben so langsam zurück. Auch Napoleon hat sich in seinem Größenwahn bis nach Russland gewagt und ist letztlich mit seinem Machtstreben gescheitert. Die Menschen in den bekämpften Gebieten wurden elendig als Lebende behandelt. Der Auslöser des ersten Weltkrieges hat in Verbindung mit Bündnissen der Länder Österreich-Ungarn, dem Deutschen Reich und anderen Staaten zu einem apokalyptischen Krieg geführt, der Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Das Elend der Soldaten fand hauptsächlich in Schützengräben statt und endete oftmals durch den Einsatz von Giftgas. Haben die Menschen aus den schrecklichen Ereignissen ihre Lehren gezogen? Ja haben sie, aber nur kurzfristig. Im 20. Jahrhundert strebte begünstigt durch die labile Weimarer Republik und die schlimmen Zustände nach der Weltwirtschaftskrise ein Nationalist mit enormem Größenwahn ausgestattet an die Macht als Führer einer Nation. Die Menschen des „Tausendjährigen Reiches“ wurden nur für die Zwecke eines menschenverachtenden Machtstrebens missbraucht. Nach dieser Zeit befand sich Deutschland in einem tiefen Loch, weil praktisch alles zerstört und ein Normalleben nicht möglich war. Haben die Menschen daraus gelernt? Ja haben sie, aber nur kurzfristig. So gibt es Kriegsszenerien auf der ganzen Welt bis zum heutigen Tage und es gibt auch wieder Machthaber, die Menschen für ihre Zwecke missbrauchen. Hört es also nie auf?

Ein Paradoxon steht in unserer heutigen Zeit an erster Stelle und ist auf den ersten Blick nicht direkt erkennbar. Es werden Waffen produziert, um den Frieden zu sichern! Jedoch Waffen eignen sich zu keinem anderen Zweck als zum töten, das ist klar. Heute findet die Bedrohung für uns schon dadurch statt, dass es auf der ganzen Welt ein verbreitetes Waffenpotential gibt, welches dadurch entstanden ist, dass die Waffen exportierenden Länder diese an Länder verkauften, die nicht wirklich den Frieden sichern wollten. Oftmals exportieren diese sogenannten sicheren Länder diese Waffen an weitere Länder und das ohne Einfluss der Herstellerländer. Zu den Waffen exportierenden Ländern gehört übrigens auch die Bundesrepublik Deutschland, die zurzeit an dritter Stelle des Exportvolumens steht. Dann die paradoxe Erscheinung! Diese Länder, welche Waffen in viele Staaten verkaufen, setzen sich permanent für den Frieden ein! Dieser Einsatz für den Frieden wirkt dadurch nicht besonders glaubwürdig! Machen sich diese Exportländer nicht mitschuldig am Gebrauch dieser Waffen in den Staaten, die irgendwie immer Krieg haben oder gegen eigene Bürger vorgehen? Auch die technischen Entwicklungen für den militärischen Einsatz sind zu ächten und auch ganz bestimmt kein Beitrag für den Frieden. Machen sich die Menschen in den Fabriken der Waffenindustrie nicht auch mit schuldig und sind mit verantwortlich für die Dinge, die durch die Verteilung ihre Waffen oder Waffensysteme geschehen?

Welche Auswirkungen ein Krieg hat, der gar nicht hätte stattfinden sollen, weil die „offiziellen“ Voraussetzungen fehlten, kann man am Beispiel des Krieges im Irak sehen, der von den USA und Großbritannien geführt wurde. Nicht nur dieser Krieg selber war für das Land und die Menschen fatal, es war eine Initialzündung für ein irrsinniges Durcheinander an Gewalttätigkeiten von Volksgruppen der verschiedenen Glaubensrichtungen des Islam. Es entstand ein Flächenbrand des Krieges, der in den Arabischen Frühling führte und sich mit seinen schlimmen Auswirkungen bis nach Afrika erstreckte. Die Folge davon war ein Aufleben von fanatischen Terroristen, die sich unter dem Deckmantel des Islamischen Staates formierten. Sie nutzten die Waffenvorräte des ehemaligen Machthabers des Irak Saddam Hussein, weil sich wahrscheinlich auch Anhänger der Baath-Partei des ehemaligen Machtsystems mit dem IS verbündeten oder vielleicht sogar die Initiatoren waren. Nun wüten die Terroristen immer noch und haben sich mit Terrorzellen in anderen Ländern, auch in Europa, organisiert. Eins ist klar, für den Nachschub an Waffen und Sprengstoff über obskure Wege ist stets gesorgt.

Die Auswirkungen bis heute sind Tote, Flüchtlinge und Elend für viele Millionen Menschen. Es sind Eskalationskriege von fanatischen Gewaltverbrechern, die sich wohl vielfach mit Waffen versorgten, die den Frieden sichern sollten. Vor einigen Jahrzehnten gab es einmal einen Slogan, der sich sehr optimistisch anhörte und den Hauch von Waffenverzicht reflektierte. Der lautete „Frieden schaffen mit weniger Waffen“. Doch alles war nur Illusion und das Gegenteil davon geschah. Denn es ist eine Illusion mit Waffen für Frieden sorgen zu wollen, das zeigt sehr deutlich ein Rückblick in die Vergangenheit. Unsägliche Auseinandersetzungen gab es sicher schon seid dem Bestehen der Menschheit. Sind die Menschen nicht dazu in der Lage friedlich miteinander leben zu können?

Solange es Hass, Intoleranz, Respektlosigkeit, Fremdenhass, Machtstreben und Waffenwahn unter den Menschen gibt und es außerdem fanatische Gläubige aus allen Glaubensrichtungen gibt, bilden sich Gewaltpotentiale schon im normalen Zusammenleben. Sobald Argumentationslosigkeit in Gewalt umschlägt, ist der Einsatz von Waffen nicht mehr weit entfernt. Dennoch gibt es auch Menschen, die ihr Leben danach ausrichten mit anderen Menschen in friedlicher Koexistenz zu leben. Andersdenkende oder anders Aussehende stellen nicht wirklich eine Gefahr dar.

Darum sind die Menschen, welche sich jedes Jahr zu Ostern an Friedensmärschen beteiligen und für den Frieden und gegen Waffen protestieren zu bewundern, weil sie von Hoffnung erfüllt sein müssen, nämlich von Hoffnung auf Frieden. Denn bisher hat es sich nicht ausgezahlt, jedoch sagt man in solchen Fällen, die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht besinnen sich die Menschen ja wirklich eines Tages zu sich selbst und verzichten auf Waffen, was zugegeben sehr blauäugig ist. Aber, was soll man machen, wenn man hoffnungsloser Optimist ist. >>Frieden schaffen mit weniger Waffen<<, das ist die Devise. Nur in die Realität umsetzen müsste es noch jemand!!!

20.04.2017 – WM

Bringen Bomben den Frieden in Syrien? – MK 14-17

Die Menschen wurden in einigen Städten wie Aleppo einfach weg gebombt, also getötet oder vertrieben. Ein Menschenleben ist für den Machthaber Assad offensichtlich nicht viel wert und findet keine Beachtung in seinem Machtstreben in Syrien. Offiziell heißt es, dass die Rebellen absolut mit allen Mitteln zu bekämpfen sind und das ohne wenn und aber. Es könnte ja wohl sein, dass es ohne den ziemlich skrupellosen Machthaber Assad gar keinen Krieg gegeben hätte. Die moderaten und die weniger moderaten Rebellen sind in den Augen des Präsidenten einfach nur pauschal Terroristen. Der Präsident ist sich natürlich keiner Schuld bewusst, jedoch hat er schon vor dem Krieg seine Bürger förmlich tyrannisiert und das hat den Zorn bei vielen Volksgruppen gesteigert und ist zum Zeitpunkt des arabischen Frühlings im Jahr 2011 mit offener Gewalt gegen das Regime eskaliert. Falls der Assad-Clan aus der Gewaltherrschaft weichen müsste, verliert die zur Volksgruppe der Alawiten gehörende Familie jegliche Macht und garantiert jeden Besitz im Land, dieses gilt es aus der Sicht von Assad zu verteidigen und das ohne Skrupel.

Die Grenzen der Menschlichkeit und des Völkerrechts wurden bereits mehrfach überschritten und die eigenen Bürger terrorisiert. Der Bombenterror der syrischen Armee geschah mittels Fassbomben, herkömmlicher Munition, Streumunition und Brandbomben. In einem Fall haben Nachforschungen der UN ergeben, dass Assad für den Einsatz von Giftgas verantwortlich war und dieses immer noch wie eine Brandmarkung als Zeichen der Unmenschlichkeit auf Ewigkeit auf seinen Namen lasten wird. So haben sich China, Russland und der Iran auf die Seite eines Kriegsverbrechers gestellt und unterstützen diesen in seinem widrigen Tun, nur um den Stützpunkt Tartus am Mittelmeer als vorgeschobenen Posten benutzen zu können. Mittlerweile ist allen klar, dass es mit Assad keine politische Lösung geben kann, weil dieser in seiner Machtposition als Präsident agieren will. Was aber will er überhaupt noch regieren, wenn er die Menschen getötet oder vertrieben und die Städte total zerstört hat. Ganz einfach, er will seinen etablierten Machtapparat in Damaskus für seinen Clan und seine ihm Ergebenen erhalten.

Die Welt schaute hilflos zu, als syrische und russische Kampfflugzeuge die Stadt Aleppo gnadenlos mit vielen Bomben dem Boden gleichmachten und auf brutale Kriegsmethoden setzten. Nun ein erneuter Aufschrei der Menschen in aller Welt und die Hilflosigkeit der UN und besonders des Sicherheitsrates als anscheinend Machthaber Assad erneut Giftgas eingesetzt hat, obwohl doch alle Giftgasvorräte hätten vernichten sein sollen. Es war das Nervengift Sarin, welches in der Stadt Khan Sheikhoun fast 90 Menschen grausam tötete. Grausam, skrupellos, verachtend Waffen einsetzen, die sowieso auf der Welt geächtet sind und dann vorwurfsvoll vor die Presse zu treten mit den Worten, nein wir waren es nicht und wir tun das nicht. Klar ist es ohne unabhängige Untersuchungen nicht geklärt, wer letztlich verantwortlich war, aber der Verdacht liegt ziemlich nah beim Machthaber Assad. Im UN-Sicherheitsrat wird die Aufklärung des Hergangs durch die Vetomächte Russland und China blockiert. Alle weiteren Mitverantwortlichen reden sich heraus, streiten ab, weisen dies den Rebellen zu, aber die Menschen außerhalb von Syrien machen sich ihren Reim darauf, weil schon deutlich in Richtung Assad oder Russland weist. Die am Krieg gegen die Bevölkerung Syriens beteiligten Länder haben letztlich schon viel Schuld auf sich geladen oder dulden zumindest die Handlungen von Assad.

Plötzlich nun beantwortet Präsident Trump diesen ungeheuerlichen Vorgang des Giftgaseinsatzes zwar auch mit einer Verletzung des Völkerrechts, in dem er Raketen auf einen Flugplatz der syrischen Armee abfeuern ließ, aber die meisten Politiker sehen es als angemessen an. Russland wurde vor der Aktion davon unterrichtet, was den Schluss nahe legt, dass Putin es geschehen lassen wollte. Denn mit der russischen Raketenabwehr hätte man sicherlich einen Teil der Tomahawk-Raketen hätte abfangen können.

Die russische Nation und besonders Putin selber hat sich mehr Einfluss auf der Welt durch den Einsatz in Syrien gewünscht, nun wächst die Schuld und die Verantwortung auch für den Wiederaufbau der zerstörten Städte deutlich erkennbar. Der Kostendruck des Krieges lastet schwer auf Russlands Wirtschaft und droht diese aus dem Gleichgewicht zubringen, auch deswegen, weil sich die russische Wirtschaft auf Talfahrt befindet und die Russen selber das deutlich merken. Der erhoffte Ruhm hat sich in das Gegenteil verkehrt und droht zu einer Zerreißprobe für alle Beteiligten zu werden. Der Machthaber Syriens hängt am Tropf und Russland, China sowie der Iran versorgen den Tropf, den Tropf der Unmenschlichkeit. Bei Assad besonders, aber bei allen beteiligten Nationen muss klar sein, dass alle Bomben nur noch das Elend in Syrien steigern, auch verlängern und nichts, absolut nichts bis jetzt verändert haben und absolut kein Beitrag für einen Frieden sein können. Nein zur Waffengewalt, nein zum Absolutismus der Macht und nein zu dem, wie die Menschen dort behandelt werden.

Die teilnehmenden Assad-Verbündeten müssen umdenken und den Machthaber zur Vernunft drängen. Erst dann lassen auch die Rebellen nach in ihrem Kampf gegen das System. Wirklich erschwerend für die Gesamtlage ist die Tatsache, dass der IS dort auch noch seine Macht ausbauen will. Dieses führt alle militärische Einsätze, die zielgerichtet sein sollen, in ein haltloses Wirrwarr, trotz modernster Waffen und Aufklärung. Aber wer von den Verantwortlichen will sich an den Verhandlungstisch setzen und das mit dem festen Willen, optimistische sowie den Frieden fördernde Ergebnisse zu erreichen, solange der Machthaber Assad mit am Tisch sitzt? Eine Antwort darauf würde wie das Lesen im Kaffeesatz enden und wäre deswegen ziemlich von Fantasie behaftet und dadurch eben sehr unrealistisch. Gibt es eine Lösung im Syrienkonflikt und das ohne Waffen sowie unter Einbeziehung des Völkerrechts?

12.04.2017 – WM