Die Datensammler, Täuscher und Manipulatoren des Internets – MK 21-18

Der derzeitige Status des Internets

Das Internet wurde schlechthin von vielen Menschen stets faszinierend als das Medium der Zukunft für den Datenaustausch angesehen. In teils euphorischer Begeisterung stürzen sich die Nutzer dieses weltweiten Datennetzes sicherlich oftmals völlig unbedarft in dieses zugegeben anziehende Medium Internet, um dann vielleicht am eigenen Leib festzustellen, halt, da gibt es auch etliche Fallen. Es geht dort zu wie im wirklichen Leben und es gibt dort Gute, aber auch Böse. Nur, wer zeigt den Nutzern die Fallen auf, die es dort gibt? Wie wollen Zwölfjährige User des Internets Datenschutzbestimmungen von Webseitenbetreiber verstehen und akzeptieren, denn sie sind nicht geschäftsfähig? Wer zeigt ihnen die Tücken durch Spam, Pishing und Betrug in der komplexen Datenwelt des Internets?

Die von vielen Nutzern des Internets hochgelobte Anonymität trägt dazu bei, dass der Eindruck entsteht, es wäre ein rechtsfreier Raum und ohne wirklich bindende Regeln. So betrachten es viele Nutzer als ein Medium ohne Grenzen, in dem alles erlaubt ist und Benimm und Anstand fehl am Platz ist. Wir klicken uns halt mal durch, ist ja egal was passiert, meinen bestimmte Nutzer sicherlich, was man am Verhalten in einigen sozialen Medien feststellen kann. Auch muss man eindeutig sagen, dass die sozialen Medien wie z.B. Facebook keine Institution für eine ideale Kinderbetreuung sein kann.

Datenschützer warnten immer vor Datenvorratsspeicherungen, aber die sozialen Medien betreiben ihre Geschäfte mit den Daten ihrer Nutzer und das ohne sie wirklich zu fragen. Es entstehen Datenabgriffe mit System, wie man es jetzt bei Facebook in Verbindung mit der englischen Firma Cambridge Analytica anschaulich erleben konnte. Es wird manipuliert, getäuscht und Datenmissbrauch betrieben. Danach erlebt man die Verantwortlichen in Statements, die beschwichtigend auf die Nutzergemeinde einwirken und deutlich machen, dass wohl etwas schiefgelaufen sein muss und man natürlich alles verbessern wird. Kann man es glauben oder steckt System dahinter?

Mittlerweile ist es wohl so, dass sich viele Menschen an das Internet mit seinen sozialen Medien als eine Art Glücks– und Segensbringer klammern und der Eindruck entsteht, es geht nicht mehr ohne Twitter und Co. Was eine Forcierung der Demokratie bringen sollte, entwickelt sich zum Bremser von Meinungsvielfalt. Die digitale Kommunikation entartet in den Foren der angeblich verbindenden sozialen Medien. Etliche Ausdrucksmöglichkeiten verkommen in einem Vokabular von Brüllaffen, die mit ihrem Geschrei ihren Artgenossen lautstark und wirkungsvoll imponieren wollen.

Es entstanden mit den sozialen Medien, Social Bots, Troll-Einheiten und Content-Fabriken gefährliche Meinungsmanipulatoren, die mit ihren Inhalten Meinungen und auch Wahlen beeinflussen. Die digitale Beeinflussung der Gesellschaft hat schon seit einiger Zeit begonnen und prägt diese mittlerweile schon nachhaltig mit Unwahrheiten, Hasskommentaren, rechtem Gedankengut und Verbalattacken bei sozialen Medien. So verändert sich die Haltung vieler Menschen zur Form unserer recht stabilen sowie liberalen Gesellschaft, die sich dadurch ihre Nischen schaffen, abseits von bekannten Regeln. Eine ausgeprägte Abhängigkeit unserer Gesellschaft zeichnet sich ab und schluckt alle negativen Effekte, die durch den Datenaustausch entstehen, so dass sich negative Veränderungen zeigen, wie mangelnder Respekt und die Achtung vor Anderen, wohl auch vor anderen Meinungen.

Mit viel Geschick und Features ihrer Software locken die sozialen Medien Nutzer in ihre Abhängigkeit und werden so zu den größten Datensammlern auf dieser Welt. Die Menschen entblößen sich praktisch freiwillig mit ihren Daten gegenüber diesen Unternehmen und geben wenig auf ihre sehr persönliche Identität, einfach mal so.

In diesen oftmals manipulierten Meinungsgebilden im Internet werden durch festgestellte Medien-Fakes Zweifel ausgelöst. Wem kann man nun noch glauben und wem nicht? Es entstehen Lücken zu den wirklichen Tatsachen bei den manipulierten Medien des Datenaustausches, die wohl vielfach auch so gewollt sind. Es entstehen so diffuse Meinungen zu Sachverhalten, die paradoxe Handlungen provozieren.

Man spürt, dass sich die Datenflut mittlerweile gegen die Menschen richtet und gesellschaftliche Strukturen verändert. Die Menschen verkümmern in ihrer digitalen Abhängigkeit, anstatt mehr miteinander zu reden. Trotz vermeintlicher demokratischer Mitspracherechte in der ausgeprägt digital kommunizierenden Gesellschaft entstehen durch eine löchrige Infrastruktur mit gravierendem Datenmissbrauch starke Zweifel an einem ehrlichen Diskurs in privaten und politischen Bereichen. Der Missbrauch zeigt sich in Form von Hetze, Beleidigungen, kriminellen Absprachen und abstrakten Selbstdarstellungen. Manche wollen es nicht sehen, manche sehen es nicht und anderen glauben es nicht, dass sich das Internet durch soziale Medien als Gefahr für unsere Demokratie entpuppt. Die Demokratie verwandelt sich in Blöcke gesteuerter und manipulierter Netzwerke mit ihren Communitys. Es wird manipuliert, abstrus interpretiert und polarisiert in unserer datenabhängigen Gesellschaft. Die Datensammler, auch Microsoft, Google und Apple beeinflussen gezielt ihre Nutzer der Systeme.

Notwendige Grenzen im Medium Internet

  • das Internet darf nicht als vermeintlicher rechtsfreier Raum gelten
  • es darf kein Missbrauch von Daten der User durch Firmen zu gewerbliche Zwecken möglich sein
  • eine Weitergabe von Daten muss ausgeschlossen sein
  • zur Nutzung des Internets und der sozialen Medien ist eine Altersgrenze notwendig
  • ein restriktiver Umgang mit den Firmen ist ein Muss, die Daten sammeln, Daten manipulieren, Fake-News und Falschmeldungen verbreiten, die Meinungen gezielt steuern, illegale Geschäfte betreiben und Einrichtungen, die Organisationen, Unternehmen sowie Despoten unterstützen
  • keine Duldung durch die Kontrollbehörden des internationalen Datennetzes von anonymen Servern in irgendwelchen obskuren Umgebungen
  • es darf kein Pseudo-Internet in einer Schattenwelt geben
  • kein anonymer Zugang für alle User im Internet (das Internet darf sich nicht von der normalen Geschäftswelt unterscheiden)
  • ein Verbot von Tarnsoftware ist notwendig
  • soziale Medien nicht mehr kostenlos in der Nutzung und damit verbundene strengere Kontrollen
  • als soziale Komponente der Gesellschaft ist es dringend geboten, viele schon vom Internet und sozialen Medien Abhängige zu entwöhnen sowie in die Bereiche der Normalkommunikation zurück zu holen (betrifft besonders Jugendliche)
  • Das Internet ist kein Allheilmittel und ebenso keine Zauber- und Fantasiewelt, die alles ermöglichen kann und das noch völlig kostenfrei

Bestehende Chancen des Internets

  • Nach wie vor ist das Internet für die Menschen auf dieser Welt das Medium für den digitalen Datenaustausch
  • Es ist ein einmaliges Kommunikationsmittel und die größte Informationsquelle dieser Welt unserer Zeit mit klar mehr Nutzen– als Schadenspotential für uns Menschen
  • Es muss gelingen, das Internet mit allen verbindenden Medien und seinen vielen Möglichkeiten deutlich positiv verbindlich für die Menschen zu prägen, so dass ein Missbrauch durch Anonymität nicht möglich sein kann
  • Wenn man es als Regulierung schafft, das Internet nicht als rechtsfreien Raum zu betrachten, dann besteht die Hoffnung, dieses Kommunikationsmittel der besonderen Art sinnvoll und effektiv im Sinne einer demokratischen Meinungsvielfalt zu nutzen
  • Ohne Darknet, die viel gepriesene Anonymität und die kriminellen Aktivitäten könnten negative Effekte des Internets zumindest minimiert oder gar ausgeschlossen werden
  • Es ist ein Umdenken der User notwendig, um für sich als Selbsterkenntnis feststellen zu können, dass sich durch die Nutzung des Internets eine Abhängigkeit zu bestimmten Firmen ergibt, die ihre Daten verwenden, um sie so informativ, finanziell und emotional an sich zu binden
  • Man kann nicht erwarten, dass alles im Internet für eine Nutzung kostenlos ist. Aber man kann es auch nicht als legal ansehen, dass die Firmen als Gegenwert für die Nutzung klammheimlich die Daten der User ohne wirkliche Rückfrage einfach so verwenden. Es ist höchst verwerflich, weil dieses ausschließlich dem Profit dieser Firmen dient und das wie man sieht mit Milliardengewinnen.

Nein, von der Nutzung des Internets sollte man sich nicht abschrecken lassen. Unter Beachtung bestimmter Verhaltensregel kann man es so gut wie gefahrlos für seine Zwecke nutzen. Auch ist es sinnvoll und absolut notwendig bei aufkommenden Zweifeln zur Rechtmäßigkeit und Richtigkeit bestimmter Vorgänge nicht einfach nur zu klicken, sondern sich kompetente Hilfe zu holen. Dennoch ist es für die Zukunft des Internets dringend notwendig, einige Regularien vorzunehmen und den Status der Anonymität zu beseitigen. Es sollte so sein wie im wirklichen Leben, weil kein Mensch im Normalfall anonym in seinem Land lebt und arbeitet. So sollte es auch im Medium Internet sein! Eine Nachverfolgung der Aktivitäten des Users ist bereits jetzt möglich, jedoch wäre es mit einer User-ID (eindeutige IP-Adresse) einfacher, weil getarnte Aktivitäten wegfallen würden. Wie lange gibt es noch die Duldung der Anonymität im Internet?

Bei der am Freitag, den 25.05.2018 in Kraft getretenen neuen EU Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) soll es in den offiziellen Ankündigungen der große Wurf sein, welcher die Daten der User im Internet absolut schützt. Der User entscheidet, ob überhaupt Daten von ihm verwendet werden dürfen. Kommt einem irgendwie bekannt vor. Einwilligen muss der User jetzt schon speziell bei den sozialen Medien. Doch wer versteht eigentlich die verklausulierten Datenschutzerklärungen dieser Unternehmen, die ihr Geld mit den Daten der User verdienen. Ist es wirklich der große Wurf? Bei einem Nein des Users wird dem Unternehmen die Geschäftsgrundlage entzogen, nämlich mit Daten Geld zu verdienen. Das soll die Lösung sein und in der Folge das Konto des Users gelöscht? Warum drängt man nicht auf die Lösung „kostenpflichtig“ und das Unternehmen verwenden überhaupt keine Daten der User? Es ist eine halbherzige Lösung, diese neue Verordnung der EU, die nicht wirklich den Kern der Probleme aufknackt? Es wären etliche Regularien zu verändern, damit wieder im Internet eine demokratische Meinungsvielfalt, viel normales Benehmen, Respekt, aber auch Anstand praktiziert wird! Was wird sich durch die neue EU-Verordnung tatsächlich ändern im Internet?

30.05.2018 – WM

Reihe: (2)Und sie machen einfach so weiter… – MK 11-18

Teil 2: Der Fluch einer technischen Errungenschaft – Plastik (Kunststoffe)

Dabei fing es doch so positiv, innovativ und modern an, nämlich die technischen Möglichkeiten zur Herstellung von Kunststoffen zu nutzen. Mit der Entstehung einer Polymerchemie am Ende des 19. Jahrhunderts nahm der „Siegeszug“ von „Plastik“ seinen Lauf, der mit seinen kreativen Möglichkeiten einen unvergleichlichen Einzug in alle Bereiche der Technik und unseren Alltag hielt. Dieser neue Industriezweig konnte aus Erdöl durch neu entwickelte Prozesse Kunststoff herstellen, der sich in drei grundsätzliche Zweige mit unterschiedlichen Eigenschaften aufteilt. Es sind die Duroplaste, die Thermoplaste und die Elastomere. Die Entwicklungen aus diesen Kunststoffen erleichtern heute unser Leben immer noch, es ergaben sich neue Gestaltungsmöglichkeiten für Artikel des täglichen Bedarfs, für den Haushalt, die Industrie, den Maschinenbau, den Flugzeugbau, der Ausstattung von Häusern, der Gestaltung von Kraftfahrzeugen und prägten so ein Entwicklungszeitalter mit fast unbegrenztem Potential für die Verwendung von Kunststoffteilen. Die Zeit der positiven Einflüsse prägte die moderne Technik mit vielerlei Gestaltungsmöglichkeiten.

Es war keine plötzliche Ernüchterung, die bei den Fachkompetenten und Politikern vor einigen Jahren einsetzte. In der fatalen Erkenntnis, dass wohl doch nicht alles so reibungslos abgelaufen ist bei der Herstellung und Vermarktung von Kunststoffen aller Art, wie es sich als so wegweisend in der Zeit vom Start der Polymerchemie bis zum heutigen Tag zeigte. Nun stellten Umweltschützer, aber auch Behörden fest, dass sich Kunststoff und Mikrokunststoff (kleinste Partikel) praktisch überall in unserer Umwelt befinden, im Meer hauptsächlich, an den Stränden, in den Seen und Flüssen, in Getränken und gleichfalls in unseren Lebensmitteln. Der Kunststoff, einst hochgelobt, hat sich in seinen Hinterlassenschaften in allen Lebensbereichen zum GAU entwickelt, was ein ökologisches Desaster für uns Menschen und unsere Erde darstellt. Doch wie konnte das überhaupt so geschehen?

Die Zeiten des hemmungslosen Kapitalismus und Kaufrausches haben viele Menschen in unserer Gesellschaft fast blind gemacht gegenüber ihren Mitmenschen sowie ihrer für sie lebensnotwendigen Umwelt. Mit seinem Dasein hat der Mensch schon immer seine Welt verändert und das zwangsläufig. In den Auswüchsen des Verpackungswahns der Industrie hat sich unsere Menschheit dynamisch zur Wegwerfgesellschaft entwickelt. So ist heutzutage fast alles in Kunststoff verpackt und das vielleicht zwei oder gar dreimal. Die Politik hat die Entwicklungen der Industrie sicherlich beäugt, es jedoch aus zweifelhaften Gründen versäumt, Einhalt zu gebieten. Geld vor Umweltschutz, so scheint es zu sein. Als Beispiel: Wie kann man Mikroplastik in Produkten zulassen, der später irgendwo ins Meer gelangt und das unwiederbringlich. Die Hemmungslosigkeit der Verschwendung von Ressourcen offenbart sich in der Nutzung von Cafe-to-go Bechern in millionenfacher Form. Vielleicht fragt sich dabei mancher coole Typ, hey, was ist Umwelt?

So gesellte sich nun neben der Klimakatastrophe noch die Plastikkatastrophe in unserem Zeitalter hinzu. Dieses Zeitalter der Veränderungen unserer Erde durch den Einfluss des Menschen in biologischer, geologischer und atmosphärischer Art wird von Wissenschaftlern schon als das Erdzeitalter Anthropozän benannt. So geschehen durch Wissenschaftler im Jahr 2016 auf dem 35. Internationalen geologischen Kongress in Kapstadt. Man muss auch ganz klar feststellen, dass vielfach die Warnungen der Wissenschaftler zur Kunststoffverwendung ignoriert wurden. Doch man muss auch ebenfalls ganz klar feststellen, dass man die Entwicklung von Kunststoffen nicht grundsätzlich verdammen kann. In den Jahren nach dem Start der Polymerchemie bis zum heutigen Tag hat sich jedoch einiges verändert, was die Möglichkeiten für Produkte aus Kunststoffen betrifft. Man muss auch ganz klar differenzieren, wenn man über die Verwendung von Kunststoffen spricht. Plastik definiert sich in zwei Arten, nämlich in das primäre Mikroplastik und das sekundäre Mikroplastik. Man glaubt es kaum, aber das primäre Mikroplastik befindet sich in Kosmetika, Duschgels, Zahnpasten, Waschmittel und sind Mikroteile, die Effekte einer Reinigung, Peeling oder sonstige Auswirkungen haben sollen. Diese Mikropartikel kann keine Kläranlage wirklich aufhalten und deswegen landen sie letztlich in den Meeren und sind auf und davon. Beim sekundären Mikroplastik handelt es sich um Kleinpartikel, die durch die Zersetzung von größeren Plastikteilen durch UV-Licht und ein Aneinanderreiben bei Windbewegungen und andere mechanische Einflüsse entstanden sind. Durch die fünf bestehenden zirkulierenden Meeresdriftströme auf den Weltmeeren verteilen sich die Kunststoffteile überall auf der Welt. Die größeren Teile bilden in Kreiseln regelrechte schwimmende Teppiche. Kleinstteile verteilen sich ebenfalls und sinken letztlich auf den Meeresboden. Dieses Absinken ist geprägt und ursächlich abhängig von ihrer Größe sowie der Temperatur und den Salzgehalt des Meereswassers. Dort auf dem Meeresboden reichern sich diese Teile mit weiteren Giftstoffen an und funktionieren wie Passivsammler, wo einige Wissenschaftler der Ansicht sind, dass sich durch diese Schadstoffansammlungen der Sauerstoffgehalt von Meeren und anderen Gewässern ändern könnte. Der Verbleib dieser Kunststoffteile vor Ort kann über einige 100 Jahre andauern.

Der Normalbürger denkt vielleicht, ist es denn wirklich so schlimm mit dem Plastik oder machen uns die Umweltschützer „wieder mal was vor“? Wenn es auch mancher in den Tatsachen so nicht wahrhaben will kann man nur sagen, es ist viel schlimmer als man annimmt und kaum vorstellbar. Tatsache ist, dass sich die Menschen in einer unverantwortlichen Art und Weise selber vermüllen und sich einen Schei*dreck um die Auswirkungen kümmern. Man muss es so sagen, wir sind von allen guten Geistern verlassen, unseren Planeten so zu misshandeln. Ja, jeder trägt seinen Anteil an Schuld in unserer modernen Gesellschaft. Ja, einige tragen mehr Schuld, denn die sind die Hauptverursacher dieser Umweltkatastrophe Plastik. Manche Menschen in Deutschland werden sagen, wir trennen immer unsere Abfälle und Kunststoffe kommen in den Gelben Sack, was natürlich so stimmt.

So schreibt ein Autor auf Wikipedia, dass zwischen 1950 und 2015 weltweit 8,3 Mrd. Tonnen Kunststoff produziert wurden. Dabei werden 6,3% zu Abfall, 9% recycelt, 12% verbrannt und 79% landen auf der Müllhalde oder befinden sich irgendwo in der Umwelt. Nach Schätzungen von Umweltschützern sollen sich bis zu 140 Mill. Tonnen Plastik in den Weltmeeren befinden, aber es lässt sich schlecht einschätzen.

Schauen wir uns das einmal etwas genauer an wie es in Deutschland aussieht. In Deutschland wird der Kunststoff wiederverwertet. Das heißt aber nicht, dass alles wieder in den Produktionsprozess zurück geführt werden kann. Beim Abfallaufkommen unterscheidet man vier Gruppen. Es sind saubere, sortenreine und vermischte, verschmutzte Abfälle nach ihrer Entstehung und Reinheit. Dadurch ist festgelegt, ob eine werkstoffliche, rohstoffliche oder energetische Verwertung möglich ist. Also werkstofflich ist es eine direkte Rückgewinnung der Kunststoffart selber. Bei einer rohstofflichen Verwertung findet eine Rückführung in einer Spaltung der Polymerketten durch Wärme statt, die petrochemische Grundstoffe wie Öl und Gase zur Herstellung von neuen Kunststoffen ergeben. Der Rest wird energetisch genutzt und demnach verbrannt. Selbst wenn man die Recyclingquote nicht genau benennen kann, ist die Wiederverwendung aus Abfällen gering. Fest steht jedoch, in Deutschland wird recycelt. Dennoch können wir uns als Verbraucher nicht beruhigt zurück lehnen.

Wir sammeln, wir recyceln, aber es gibt noch andere Quellen von primärem Mikroplastik, der in den Weltmeeren landet und durch uns und unser Tun entsteht. – Ein Autor in Wikipedia definiert die prozentuale Verteilung wie folgt: Waschen von synthetischen Textilien 35%, Abrieb von Autoreifen 28%, Feinstaub aus Städten 24%, Straßenmarkierungen 7%, Schiffsbeschichtungen 3,7%, Kosmetikprodukte 2% und Pellets 0,3%. Die Partikelgrößen 1-300 Mikrometer.

Welches sind denn nun die Quellen des sekundären Plastiks global gesehen? Pauschal sind es einige Flüsse, welche ungefiltert ihr Transportgut Abfall und Plastik ins Meer befördern. Es sind die bekannten Flüsse: Jangtsekiang (China), Indus (Pakistan), Gelber Fluss (China), Nil (Ägypten) und der Niger (Nigeria). Diese Länder betrachten diese Flüsse als Abfalltransportgewässer, die ihre Abfälle kostenlos abtransportieren und das auf Nimmerwiedersehen, das war der Gedanke. Der Globus verzeiht solches Handeln auf Dauer nicht und rächt sich nun mit Katastrophe Nummer Zwei, weil so schnell nichts verloren geht. Die Abfälle sind in den Meeren gelandet.

Sicherlich, etliche Dinge weiß der Verbraucher gar nicht, die er mit seinem Handeln verursacht und benutzt nur die Angebote der Industrie. Nun muss man sich die Frage stellen, ob die Industrie ihre Produkte auch hinsichtlich Umweltschutz kontrolliert entwickelt. Nicht jedem Verbraucher ist klar, dass sich in vielen Produkten Mikroplastik befindet, wie in Kosmetika, Duschgels, Lippenstiften, Waschmitteln und Zahnpasta. Es ist ungeheuerlich, wie die Industrie so mit ihren Produkten Gewässer bewusst verschmutzt und das unter quasi Duldung der Bundesregierung. Gewässer zu verschmutzen sind Straftaten. Diese Produkte braucht der Verbraucher nicht und deswegen sind sie abzulehnen und nicht mehr zu produzieren. Tonnen von Abfällen erzeugen Cafe-to-go Becher, Aluminiumkapseln für Kaffeemaschinen und unterliegen keinem Verbot in der Herstellung. Hinzu kommt noch eine Unzahl von Einwegflaschen und Büchsen, die in der Herstellung enorm viel Energie verbrauchen. Die Regulierung der Mengenanteile dieser Festlegungen von Einweg- oder Mehrwegflaschen unterliegt die Politik und darf sich nicht nach den Bedürfnissen der Getränkeindustrie richten. Letztlich muss man Veränderungen auch wollen und als Voraussetzung auch in der Notwendigkeit erkennen. So hat die Bundesregierung im Jahr 2015 in einer freiwilligen Selbstverpflichtung die Produzenten dazu bringen wollen, dass der Mikroplastik aus den schon benannten Produkten verschwinden soll. Der Erfolg dieser Aktion war nicht durchschlagend und viele der so monierten Produkte gibt es im Jahr 2018 immer noch. Es hat somit keine Einsicht in den Köpfen der Manager dieser Firmen stattgefunden. Diese Produkte verschmutzen mit ihren Mikropartikeln unsere Gewässer und die Bundesregierung schaut nur zu, scheinbar völlig entgeistert und hilflos.

Natürlich kann der Verbraucher hinsichtlich der Vermeidung von Plastikmüll etwas tun, was auch die Ressourcen entlasten würde und ebenso die Folgekosten der Entsorgung. Das können wir Verbraucher tun, aber sonst sieht es nicht so positiv aus, denn unser täglicher Lebensablauf erzeugt Müll und das auch beim Plastik. Heutzutage gibt es einen hohen Anteil von Verpackungsmüll, wo man sich die Frage stellen muss, brauchen wir das wirklich alles so piekfein verpackt. Jeder sollte sich Grenzen der Akzeptanz hinsichtlich Verpackungen setzen, was ein Anfang wäre.

Gut, jedenfalls kann man sagen, dass in Deutschland auch noch nicht alles mit der Abfallvermeidung und Abfallentsorgung hinsichtlich Plastik (Kunststoffe) so rund läuft, jedoch gibt es das System einer geordneten Entsorgung. In etlichen anderen Ländern auf unserer Erde hat man bezüglich Müllentsorgung den Eindruck, als wären die Menschen von allen guten Geistern verlassen. Sie beseitigen ihren Müll einfach so in ihrem Umfeld und vermüllen sich so selbst. Die Gleichgültigkeit dieser Menschen erweckt den Eindruck, als gäbe es unsere Erde noch ein paar Mal und man brauchte sie nur einfach irgendwann auszutauschen. Dementsprechend sieht es auch in einigen Gegenden auf dieser Welt total vermüllt aus und niemand beseitigt den Abfall. Einige Staaten ignorieren einfach ihre Situation der Entsorgung. Hinzu kommt noch, dass durch die Meeresströmungen die Abfälle und Kunststoffe überall verteilt werden und an ehemals schönen Stränden auftauchen. Doch die Augen zu verschließen ändert nichts an der Tatsache.

Einige Menschen ignorieren die Tatsachen, anderen wiederum ist sowieso egal, wiederum andere haben die katastrophalen Auswirkungen für unsere Umwelt noch nicht erkannt. Wenn man darüber nachdenkt stellen sich einem folgende Fragen:

  • Wie kann man schnellstmöglich die Quellen für den Eintrag von primärem und sekundärem Plastik in unsere Meere stoppen?
  • Wie kann man die Menschen weltweit davon überzeugen, bewusster ihre Umwelt wahrzunehmen und keine Abfälle irgendwo zu entsorgen?
  • Mit der Entfernung von Plastik, besonders Mikroplastik, in den Meeren ist auch die Gefahr einer Veränderung des biologischen Gleichgewichts verbunden, so die Fachleute. Jedoch welche Art Plastik kann überhaupt entfernt werden?
  • Plastikabfälle sind weltweit verbreitet, insbesondere findet man Mikroplastik überall auf der Welt. Welche Auswirkungen hat Mikroplastik auf die Weltmeere, die weitere Umwelt, auf die Tiere, unsere Nahrung und entwickelt weitere jetzt noch nicht bekannte Einflüsse?

Alle Berichte über Plastik signalisieren den politisch Verantwortlichen, es ist höchste Zeit, etwas zu tun. Was könnte man als Maßnahmen einleiten:

  • Die freiwillige Selbstverpflichtung, von der Politik initiiert, der produzierende Industrie zur Beseitigung von primärem Mikroplastik in ihren Produkten ist gescheitert. Ein sofortiges Verbot von Mikroplastik in flüssiger, gelartiger, wachsartiger Form und ebenfalls Kleinstpartikel in Kosmetika, Duschgels etc. ist dringendst notwendig. Damit die Gewässer nicht mehr verunreinigt werden. Gewässer zu verunreinigen ist strafbar!
  • Initiieren von weltweiten Kampagnen zur Aufklärung der Menschen über Auswirkungen der wilden Entsorgung von Plastik.
  • In den fünf großen Strömungen der Weltmeere könnten Spezialschiffe größere, noch schwimmende, Plastikteile aufnehmen und entsorgen.
  • Einwirken der UN auf die bekannten Nationen mit fehlender Infrastruktur zur Abfallentsorgung, insbesondere Plastik, dieses Manko zu beheben, verbunden mit der Verpflichtung der Beseitigung.
  • Thematisieren dieser Plastik-Katastrophe bei einer Sonder – Umweltkonferenz, denn Eile ist geboten!
  • Sammelstationen für Seeschiffe zur Entsorgung ihrer Abfälle.

Fazit:

Plastik in unterschiedlicher Form und Art ist auf der ganzen Erde in fast allen Gegenden zu finden, das ist eine ökologische Katastrophe. Eine höchste Dringlichkeit des Handelns zur Reduzierung von Kunststoffabfällen und einer sachgerechten Entsorgung ist geboten. Dieses muss in allen Ländern auf dieser Erde Pflicht sein, verbunden mit der Sorgfalt der Entwicklung von umweltgerechten Produkten. Die Gier nach immer mehr Geld darf unseren Planeten nicht zerstören, also unsere Lebensgrundlage! Es kann nicht sein, dass es letztlich immer noch heißt, und sie machen einfach so weiter…

25.03.2018 – WM

Reihe: (1)Und sie machen einfach so weiter… – MK 09-18

Teil 1: Das Waffenpotenzial auf unserer Erde

Waffen dienen zur Verteidigung und zur Sicherung des Friedens. So oder so ähnlich wird es den Menschen durch Politiker, aber auch hochrangigen Militärs immer wieder versichert. Zu Krieg oder Frieden wurden die Menschen zu keinem Zeitpunkt gefragt, selbst dann nicht, wenn sie sich schon mitten in Kriegswirren befanden. In einer bewussten Erinnerung weiß zumindest der Ältere, dass Waffen die Gefahr von Auseinandersetzungen erhöhen und das Waffen immer trotz gegenteiliger Behauptungen auch eingesetzt werden. Dieses ist seit vielen Jahren allgegenwärtig erkennbar. Waffen sind somit kein Garant für Sicherheit und das auf keiner Ebene des Potenzials.

Geäußerte Bedrohungsszenarien durch Staatsorgane einiger Länder sind oftmals selbst konstruiert und existieren nur in den Köpfen von Machthabern und deren getreuen Anhängern. So beeindrucken sie die Menschen mit Militäroperationen und immer wieder neuen Waffen, die alles vernichten können und das mehrfach hintereinander. Es gilt Macht zu demonstrieren und Macht zu behalten. Es entstehen vermeintliche glorreiche Nationen, die meinen, durch ihre Waffen stark zu sein, aber die Menschen im eigenen Land verkümmern lassen, ohne es wahrhaben zu wollen oder einfach nur so hinnehmen. Beeindruckende Darbietungen über das bestehende Waffenpotenzial höhlen die Köpfe der Menschen aus und sie folgen offenbar bedenkenlos dem gepriesenen Waffenwahn. Bedenklich in Verbindung mit einigen Staaten auf dieser Welt ist die Hörigkeit zur Aussage der Sicherheit durch Waffen und damit verbundenen Position der militärischen Stärke auf dieser Welt. Manche sagen, dass durch die bestehenden Arsenale der Atomwaffen ein neuer Weltkrieg bisher verhindert wurde. Jedoch ist es nur die halbe Wahrheit, weil diese Art einer angeblichen Sicherheit nur das Wettrüsten beschleunigt und das erzeugt eine unglaubliche Unsicherheit zu einem hohen Preis für die Menschen. Die Maschinerien der Rüstungsindustrie laufen auf Hochtouren und hungern so die Menschheit aus, denn diese Macher der Waffen verdienen sich mehrere goldene Nasen und dieses kostet den alles auf Waffen setzende Nationen viel Geld, welches den Menschen und der Entwicklung dieser Länder nicht zur Verfügung steht.

Gut, zugegeben, ein atomarer Weltkrieg ist bis jetzt ausgeblieben. Aber reichen die militärischen Auseinandersetzungen der Stellvertreterkriege, der stattfindenden Hybridkriege und sonstigen bewaffneten Auseinandersetzungen nicht aus, die zurzeit in vielen Regionen auf der Welt stattfinden? Die Welt strotzt überall nur so von Waffen und dieses hat dazu geführt, dass jeden Tag Menschen sterben, vertrieben werden und das unter offizieller Beobachtung aller Länder dieser Welt, wohl auch der UN. Es sind anscheinend legalisierte Auseinandersetzungen, die irgendwie als rechtens begründet werden und das versuchen uns Politiker glaubhaft und blauäugig zu versichern. Die Machtgierigen wollen an der Macht bleiben und benutzen Menschen zu der Unterstützung ihrer Machtansprüche. Sind es Ahnungslose, Folgsame, Ängstliche oder Abhängige, die ihre Seele so einfach verkaufen? Meinen die Menschen, dass es niemals irgendwann zu einer Art Abrechnung kommt? Handeln Soldaten also unter psychischem Druck und nicht freiwillig? Man will es nicht denken, aber sind Soldaten unter bestimmten Voraussetzungen im Kampfeinsatz auch potenzielle Mörder? Legalisiert ein staatlicher Auftrag den Tod des erkannten Gegners als Gegenüber? Ist es ein Tabuthema Soldaten in staatlichem Auftrag so zu bezeichnen? Darf man den Auftrag von Soldaten so sehen?

Das Potenzial der militärischen Grausamkeiten erweitert sich tagtäglich und hat sich vermutlich noch lange nicht zu Ende entwickelt. Die fünf führenden Länder, welche auch Atomwaffen besitzen, sind die USA, Russland, China, Indien und Frankreich. Das Land Deutschland erscheint weiter unten in der Rangliste, aber ist natürlich bei den Waffen exportierenden Ländern auf Platz drei. In den Waffenschmieden der produzierenden Exportländern entstehen Raketensysteme mit Mehrfachsprengköpfen, Kampfroboter, hochtechnisierte Flugzeuge, Drohnen, High Speed Flugkörper, Laserwaffen, Plasmawaffen, Rail Guns, elektromagnetische Schusssysteme und vieles mehr, was ausschließlich bei einem Einsatz die Vernichtung von Mensch und Material bedeutet. Diese Länder preisen die Waffen an wie Obstverkäufer ihre Ware auf dem Wochenmarkt und schwärmen gegenüber den potentiellen Käufern darüber. Die Waffenindustrie feilt ständig an neuen vernichtenden Ideen, welche in der Verwirklichung einen schaudern lassen. Der Tod wird in der Vorstellung einer Entstehung von Waffen also schon mit vorproduziert. Die Industrie der Waffenproduzenten ist der Vorbereiter von Tötungsvarianten, die tagtäglich in der Praxis des realen Lebens und an Kriegsschauplätzen passieren. Die Produzenten sagen, wir schießen ja nicht selber mit den Waffen, haben demnach für die Ausführungen keine Verantwortung. Doch die Produzenten wissen, dass die Waffen nicht im Schrank stehen bleiben, keine Granate im Arsenal liegen bleibt, kein Panzer nur im Depot steht, kein Bomber im Hangar verbleibt und zu keinem anderen Zweck als dem direkten Einsatz taugen. Welchen Anteil trägt die Waffenindustrie am Tod von Menschen? Die Exportländern von Waffen waren und sind immer noch sehr blauäugig. Waffenexporte haben dazu geführt, dass letztlich auf der gesamten Welt Waffen verteilt sind, selbst wenn man sich diese Art der Verteilung nicht gewünscht hat. Dramatisch hat sich die Verteilung von Handfeuerwaffen gesteigert. Natürlich laufen die Waffenproduktionen einschließlich der dazu gehörenden Munition jeden Tag in den produzierenden Ländern auf Hochtouren, sonst wäre der notwendige Nachschub nicht zu schaffen. Man könnte glatt eine neue These propagieren. Sie würde lauten: „ Jedem Weltbürger seine eigene Waffe“, um stets bereit zu sein.

Ist dieser Waffenwahn noch zu stoppen oder muss man dieses Faktum der Waffenproduktion auf der Welt als normal abhaken? Wahrscheinlich ist es wie bei den Klimaveränderungen, denn die sind auch nicht mehr zu stoppen. So findet jeden Tag an vielen Orten auf dieser Welt der Alltagswahnsinn beim Einsatz von Waffen statt. Menschen sterben, Menschen werden vertrieben, Menschen töten andere Menschen. Der tagtägliche Wahnsinn ist mit keinem wirklichen Sinn verbunden und geißelt Bewohner unserer Erde. – Und sie machen einfach so weiter…

>>Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin<<

>>Stell dir vor, die Terroristen erinnern sich an die Menschenliebe<<

>>Stell dir vor, die Menschen würden sich gegenseitig vertrauen können<<

Sich gegen Waffenwahn und die geförderte Waffenlobby zu wehren, ist wie der Kampf des Ritters Don Quijote gegen die Windmühlenflügel, deswegen ist jeglicher Einsatz für den Frieden und gegen Waffen begrüßenswert.

04.03.2018 – WM

Der Turbo-Arbeitsmarkt Deutschlands – MK 06-18

In den frühen Wirtschaftsjahren gab es in der jungen Bundesrepublik Deutschland Zeiten mit aktiver Hochkonjunktur, denn es gab nach dem 2. Weltkrieg Nachholbedarf in allen Bereichen, was eine normale Entwicklung war. Ähnliches hat im 21. Jahrhundert die Agenda 2010 von Kanzler Schröder mit gravierenden Eingriffen in die Mechanismen des Arbeitsmarktes erreicht und einen Boom bis zum heutigen Tag ausgelöst. Es war die Antwort auf eine zunehmende Globalisierung. Beides wirkte nun ökonomisch gut zusammen. Die deutsche Wirtschaft „brummt“ und es ist fast schon beängstigend, mit welchen Steigerungsraten. In den Anfängen der jungen Bundesrepublik haben die Arbeitnehmer gut und ohne gravierende Nachteile von dem Wachstum der Wirtschaft profitieren können. In den heutigen Zeiten des Turbo-Arbeitsmarktes haben sich etliche Nachteile für viele Arbeitnehmer ergeben, wo die Agenda 2010 einen erheblichen Anteil hat. Es ist eine entfesselte Arbeitswelt, die den Arbeitgebern einige Möglichkeiten durch entsprechende Gesetze für den „lockeren“ Umgang mit ihren Mitarbeitern eröffnet hat. Von vielen Firmen wird der variable Umgang mit Mitarbeitern genutzt und von etlichen auch ausgenutzt. So scheint es bei verschiedenen Firmen einen Umgang mit Mitarbeitern zu geben, die an Ware oder Sklaven erinnert. Auch ist es in dem Zusammenhang nicht überraschend, wenn in Deutschland von Mitarbeitern 947 Millionen Überstunden (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) geleistet wurden und das für lau, weil die Unternehmen meinen, das so machen zu können oder zu wollen.

Etwas überspitzt formuliert wünschen sich etliche Arbeitgeber wohl den idealen Mitarbeiter, der immer der Firma zur Verfügung steht, nie krank ist, natürlich super qualifiziert ist, ohne Einschränkungen „funktioniert“, stets eine 110%-tige Leistung bringt, sehr flexibel sein muss, zu Überstunden stets bereit ist, vielleicht auch ohne Bezahlung und letztlich, wenn es denn sein muss, auch noch eine Bezahlung erhält, die natürlich nicht zu hoch sein darf. Diese ziemlich bissige Einschätzung trifft sicher bei einer unbekannten Anzahl von Firmen voll und ganz zu, aber bei den meisten Firmen wird die Arbeitskraft eines qualifizierten Mitarbeiters sehr wahrscheinlich doch wertgeschätzt. Wenn da nicht die Einschränkungen wären, die die Arbeitnehmer in zwei Lager spaltet. Die Einen mit etwa 70% der Beschäftigten haben eine feste Anstellung, identifizieren sich durch die Verbundenheit mit der Firma voll und ganz. Sie können ihr Leben planen und das mit einiger Sicherheit, zumal dann auch durch ein abgesichertes Einkommen, welches tariflich einen vergleichbaren Standard bietet, unterstützt. Die Anderen nennt man Arbeitnehmer in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis. Diese Art Arbeitsverhältnis ergibt sich durch Befristung, Zeitarbeit, Teilzeit und geringfügig Beschäftigte. In der Regel machen viele dieser gut ausgebildeten Arbeitnehmer dieselbe Arbeit wie die festangestellten Mitarbeiter, jedoch mit Lohnabstrichen bis zu 20% und weiteren Einschränkungen. Sie haben keine Möglichkeit ihr Leben langfristig zu planen, fühlen sich nicht wirklich mit der zeitlich begrenzten Arbeitsstelle verbunden und fühlen sich gleichfalls auch noch ausgenutzt. Wie hoch ist wohl ihre Motivation und die psychische Belastung einzuschätzen?

Vielfach gibt es die Pauschalmeinung, dass unsere Wirtschaft so gut läuft und es allen Arbeitnehmern auch entsprechend gut gehen muss. Dem ist nicht so, weil die Einschränkungen in Verbindung mit der Arbeitsstelle doch ziemlich belastend sind. Normal haben die Arbeitgeber eine gefestigte Verantwortung für ihre abhängig Beschäftigten, aber möchten sich vielfach nicht binden, weil es ihnen zu unsicher ist, Mitarbeiter zum Stamm der Beschäftigten zu zählen. Die Konjunktur könnte ja mal schwanken und die Aufträge zurück gehen. Diese Risiken hatten Unternehmer schon immer und das auch zu früheren Zeiten. Sind die heutigen Unternehmer ängstlicher mit dem was sie tun? Das kann man nicht unbedingt bejahen. Jedoch kann man es begründen mit extrem gewinnorientierten Unternehmen, die optimieren was das Zeug hält und schieben so ihr höchstes Gut, nämlich die Mitarbeiter, ins Abseits. Es ist eine Risikominimierung auf Kosten der Arbeitnehmer. Auch scheuen sich etliche Unternehmer nicht davor, die Tarifbindung zu verlassen und treten aus dem Arbeitgeberverband aus. Die Auswirkungen sind jedoch nicht nur für Arbeitnehmer unkalkulierbar sondern in unvermutetem Maße auch für die Firmen mit den dynamisch getrimmten Unternehmern. In Zeiten der Hochkonjunktur könnten Fachkräfte schon auf den Gedanken kommen sich eine bessere Arbeitsstelle zu suchen und das führt dazu, dass der Arbeitgeber dann händeringend Fachkräfte sucht, er aber zur Anstellung nicht mehr die ziehenden Argumente zur Verfügung hat. Manche Unternehmer verkennen, dass gute Mitarbeiter für die Firma wertvoll sind. Ein Bauer schlachtet schließlich auch nicht seine beste Kuh, da wäre er schön blöd.

Nun läuft die Konjunktur immer noch gut und viele Firmen suchen händeringend nach gut ausgebildeten Mitarbeitern. Mancher Unternehmer hat immer noch nicht erkannt, dass er sich nur mit guten Mitarbeitern seine „goldene Nase“ verdienen kann. So ist es nicht verwunderlich, dass sich viele Firmen für Mitarbeiter nicht wirklich attraktiv darstellen. Die Methoden in der Welt der Unternehmen haben sich nicht verändert und so haben es viele Chefs bis zur Perfektion geschafft, die Gesetze zur Beschäftigung von Mitarbeitern weidlich für ihre Zwecke zu optimieren.

Es gab auch eine Zeit in Deutschland, wo es die Firmen scheuten Mitarbeiter auszubilden, weil es doch so teuer war. Das hat sich Gott sei Dank wieder geändert. Doch es ist für qualifizierte Fachkräfte zurzeit so, das sie es sich leisten können, mit Glück zur Festanstellung einen attraktiven und einladenden Betrieb auszusuchen. Die Unternehmen sollten sich also anstrengen, wie sie gute Mitarbeiter an sich binden können. Mit guten Mitarbeitern verdienen sie ihr Geld. Absolut falsch ist jedoch, die Mitarbeiter nur als Unkostenfaktor zu sehen. Deswegen wäre es gut, um loyale Mitarbeiter zu bekommen, die Bedingungen in den Firmen zu verbessern, Zeitarbeit überhaupt abzuschaffen oder zumindest sachgrundlose Zeitverträge abzuschaffen und bei weniger Qualifizierten mehr zu bezahlen als den Mindestlohn. Die Unternehmer werden feststellen, dass ein attraktiver Arbeitsplatz wie ein Magnet für Fachkräfte wirkt und das gute Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter eine gute Investition für die Zukunft ihrer Firma darstellen. Die Zukunft ist gesichert für die Firma, den Unternehmer und gleichfalls für die Arbeitsstellen der Mitarbeiter. Und glauben sie gar nicht meine Herren Unternehmer, dass sie damit Geld verschenken, außer sie wären der Meinung, dass Mitarbeiter ein lästiges Übel sind. So sollte es nicht nur die gewünschten flexiblen Mitarbeiter für Firmen geben, sondern auch flexible Unternehmer, die ihre Angestellten zu schätzen wissen und einen modernen, zeitgemäßen Betrieb ihr Eigen nennen.

Die Politik hat erst die Voraussetzungen geschaffen, die Arbeitnehmer in einigen Punkten stark unter Druck setzen, die es ermöglicht hat, dass sich ein Arbeitsmarkt bilden konnte, der Arbeitnehmer trotz guter fachlicher Ausbildung in teilweise fragliche Beschäftigungsverhältnisse drängt. Es bildete sich auch auf dem Arbeitsmarkt eine ausgeprägte Zweiklassengesellschaft, die zum Wohle der Unternehmer die Gesellschaft spaltete und selbst Facharbeiter und Studienabgänger benachteiligt. Welche Motivation gibt es für Auszubildende sich einen Beruf auszusuchen, der die fachlichen Fähigkeiten nach dem Abschluss als Facharbeiter oder Fachkräfte mit Studienabschluss nicht dieselben Chancen ermöglicht, die jeder andere in demselben Beruf auch hat und dann der Zufall entscheidet. Die Politik hat es durch fördernde Maßnahmen, ausschließlich für die Unternehmen, geschafft, dass eine soziale Spaltung zum Vorteil eines ausgeprägten Turbo-Kapitalismus entstehen konnte. Die Politik ist nicht in der Lage, Korrekturen der Ungleichbehandlungen durchzuführen. So hat man es einfach hingenommen, dass sich soziale Gesellschaftsstrukturen zum Vorteil der Unternehmer, aber zum Nachteil der Bundesrepublik Deutschlands bilden konnten. Bei vielen so Benachteiligten muss der Staat den Beschäftigten einen Lohnzuschuss bezahlen, der die Unternehmer auf Staatskosten dadurch weiter mit höheren Gewinnen versorgt. Die Politik ließ bezüglich der Chancengleich für eine Ausbildung von Minderbemittelten es einfach so laufen und konnte so letztlich den Arbeitsmarkt für Fachkräfte nicht positiv fördern, was als Folge zu geringeren Ausbildungsraten führte. Auch die steigende Tarifflucht lässt zwar die Kreativität der Unternehmer erahnen, die jedoch die Weitsicht völlig vermissen lässt. Letztlich ist es wohl so, dass sich zufriedene Arbeitnehmer nur dort an ihrem Arbeitsplatz loyal zeigen, wo ihr Chef ihre Leistungen für die Firma respektiert und entsprechend honoriert.

Die Politik ist ganz klar gefordert, nicht nur die Unternehmen im Blick zu haben, sondern auch die Menschen in den Unternehmen zu sehen und nicht zu vergessen. Es reicht einfach nicht aus, zu sagen, die Wirtschaft läuft, schauen sie sich die guten Zahlen an! Die Politik muss deutlich mehr bewirken, als nur die Konjunktur im Auge zu haben. Denn selbst Unternehmen haben eine soziale Verantwortung. So sollen letztlich Unternehmen auch dem Gemeinwohl dienen und deswegen wird in der Bundesrepublik die „soziale Marktwirtschaft“ mit Ausgleich von sozialen und ökonomischen Interessen verfolgt. Deswegen stehen die Politiker und die Unternehmen in der Verantwortung zu ihren Bürgern bzw. Mitarbeitern, aber auch zu ihrem Heimatland Deutschland.

13.02.2018 – WM

Die solidarische Bürgerversicherung – Pro oder Kontra? – MK 02-18

Das Gesundheitssystem in Deutschland hat schon einige Reformen hinter sich, die nicht wesentliche Kostensenkungen oder eine Beseitigung der Systemprobleme erbracht haben. Dieses Gesundheitssystem soll eine Versorgung der Bundesbürger garantieren, jedoch bei der gesetzlichen GKV soll es sich auf das Sinnvolle und Notwendige beschränken. Dennoch gibt Deutschland vom BIP (Bruttoinlandsprodukt) 11,3% für die Gesundheit der Bürger aus, was einem Geldwert von 344,2 Milliarden Euro entspricht (2015). Damit zählt dieses Gesundheitssystem zu den teuersten auf dieser Welt, genau gesagt ist Deutschland damit auf dem dritten Platz.

Die Befürworter dieses Zweiklassensystems bestehend aus der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung halten dies für absolut optimal. In diesem gewinnorientierten Gesundheitssystem bekommen die Einen das Notwendigste und die Anderen das Bestmögliche. Dieses soll das Gesundheitssystem der zwei Säulen in Deutschland darstellen. Es sind Versicherte, die mit 72,56 Millionen gesetzlich (GKV) und mit 8,77 Millionen privat (PKV) versichert sind. Die gesetzlichen Kassen sind veranlasst, alle Versicherungsnehmer mit entsprechenden Merkmalen bei sich aufzunehmen. Die privaten Kassen können alle Versicherungsnehmer aufnehmen, die ihnen nach ihren Richtlinien recht und genehm sind, nämlich die, die genug verdienen und nicht wirklich gesundheitlich belastet sind. Jedoch gibt es auch viele privat Versicherte, die es sich wünschen, wieder in die gesetzliche Versicherung zu wechseln. Doch es geht nicht, weil sie den Moment verpasst haben oder ihr derzeitiger Status einen Wechsel nicht erlaubt. Somit zahlen diese Versicherten einen mitunter hohen Beitrag zur Krankenversicherung. Doch es gibt im System der Privaten auch Versicherte, die als frühere Nichtzahler nun zu den Privilegierten (z.B. Beamte) gehören.

Viele verneinen die Fakten der Ungleichbehandlung und sagen, dass alles gerecht zu geht. Dennoch ist es kein solidarisches Gesundheitssystem bei dem alle an den aufkommenden Kosten gleichermaßen beteiligt sind. Die Systemversorgung ist dennoch ungleich und stellt infrage, ob es den Standard und die Luxusvariante gleichermaßen verkraften kann, ohne dadurch Nachteile oder eine Bevorteilung entstehen zu lassen. Die Luxuszahler sagen, wir bezahlen das auch und was kümmern uns die Kassenpatienten. Das spaltet unsere durch Spaltung schon beschädigte Bundesrepublik noch mehr. Die Kassenpatienten sagen, schau dir die Privatpatienten an, die ohne viel Wartezeit direkt zum Arzt können, schneller Termine kriegen und auch vielfach eine andere Behandlung bekommen. Natürlich muss man auch erwähnen, dass die Ärzte bei Privatpatienten für die gleiche Behandlung andere Kostenansätze finden, die den Verordnungen entsprechen. Somit sind die Privaten lukrativer für den behandelnden Arzt.

Nun kommen doch plötzlich (obwohl eigentlich schon länger) einige Politiker auf die Idee, eine andere Krankenversicherung ins Leben zu rufen. Sie wird als solidarische Bürgerversicherung bezeichnet, die alle von einigen so liebgewonnenen Regeln der noch existierenden Systeme platt machen möchte. Dabei steht die finanzielle Nachhaltigkeit und die Finanzierungsgerechtigkeit im Vordergrund und soll solidarisch alle entstehenden Kosten einer für alle gerechten Krankenversicherung beinhalten. Dort sind vereint als Versicherte gleichermaßen der Arbeitnehmer, der Beamte, der Abgeordnete und auch der Selbstständige. Natürlich soll nicht unerwähnt bleiben, dass es ordnungspolitisch und gesundheitsökonomisch doch zugegeben fragwürdig ist, aber sozialpolitisch und solidarisch hoch zu bewerten wäre, wenn es zu einer Vereinigung kommen könnte. Manche Verantwortliche sind absolut dagegen, weil es doch so gut läuft in Deutschland mit dem Gesundheitssystem. – Früher oder später muss sowieso ein einheitlicher Versicherungsmarkt entstehen, weil die Kosten aus dem Ruder laufen. Wer soll dann wem den Rettungsanker zuwerfen? Im Moment sind die Vorteilswahrer und Besitzstandswahrer des Status Quo auf den Barrikaden und bringen ihre Schreckensszenarien zur Bürgerversicherung unters Volk. Aber würde das neue System der Bürgerversicherung wirklich soviel Nachteile bringen und hätte gar keine Vorteile für das Gesundheitssystem und seine Versicherten?

Wenn man die benannte Bürgerversicherung als Anlass nähme einige Schwächen im Gesundheitssystem gleichfalls zu ändern, was dann letztendlich nicht heißt, dass es zwangsläufig auch teuer werden muss. Alle Beitragszahler dieser neuen Versicherung zahlen in einen Topf ein, aus dem dann geschöpft werden kann. Die Kassen der GKV und PKV würden ihre Mitglieder nach den gleichen Festlegungen betreuen. Bestimmte Zusatzleistungen könnten die Privaten weiterhin anbieten, wie Zahnersatz, Kostenübernahme von IGEL etc. Das kann auch tatsächlich dazu führen, dass der Beitragssatz geringer ausfällt. Jeder zahlt seinen Beitragssatz nach der Höhe des Einkommens aus allen Quellen seiner Einnahmen. Die erbrachten Leistungen des Systems wären für alle gleich gut oder zumindest angemessen. Das wäre jedoch erst der Anfang der Veränderungen. Es ist eine Transparenz der Digitalisierung anzustreben, um Doppelbehandlungen und Doppelkosten zu vermeiden. Verbunden damit wäre es, unnötige und belastende Behandlungen für den Patienten zu vermeiden. Erst dadurch ist eine Optimierung des Systems möglich. Dieses wurde derzeit mit der Gesundheitskarte angestrebt, aber in der Konsequenz nicht vollzogen, wobei die Kosten immer in den Vordergrund gedrängt wurden. Klar ist jedoch, dass sich diese gewaltigen Regulierungs- und Kontrollsysteme erst nach vielen Jahren bewähren und sich auch im Vergleich der Kosten-Nutzen-Rechnung durchaus positiv zeigen können.

Es zeigt sich immer wieder, dass sich trotz Verhandlungen der Kassen mit den Pharmaunternehmen, die Medikamentenpreise im Vergleich mit anderen Staaten in Europa sich auf dem höchsten Level bewegen. Geht man seitens der Pharmaunternehmen einfach davon aus in Deutschland, die höchsten Preise im System herauszukitzeln? Die Gewinnmargen dieser Unternehmen mit Gesundheitsprodukten sprechen eine deutliche Sprache. Mit einer Abschaffung der Fallpauschalen für Krankenhäusern würde man sicherlich etliche Schließungen von Krankenhäusern in ländlichen Gebieten vermeiden können. Den Ausgleich dazu müsste der Bund erbringen, der in der Beteiligung jetzt bereits 14,5 Milliarden Euro für das Gesundheitssystem erbringt. Vielleicht sagen die Experten dazu, dass sich die Bettenkapazitäten auf das gesunde Maß zurück schrumpfen müssen. Für die Menschen ist es ein großer Nachteil, wenn Krankenhäuser in ihrem Wohnbereich schließen müssen. Wenn Ärzte sich unbedingt in Ballungsgebieten ansiedeln wollen, weil sie mehr verdienen möchten, ist dies verständlich. Allerdings müssten die auf dem Land tätigen Ärzte für ihre Leistungen deutlich mehr Geld bekommen, also einen zusätzlichen Bonus als Anreiz für ihr vielfältiges Engagement.

In einer wirklichen Reform des Gesundheitswesens wären die Zustände bei den Diensten von Hebammen, Pflegediensten, Pflegeheimen sowie grundsätzlichen Überlegungen zur Anzahl der Fachkräfte zu überdenken und zu korrigieren. Das wäre finde ich obligatorisch. Allerdings ist es höchst fraglich, ob für die Bürgerversicherung Pharmaunternehmen, Institutionen, Einrichtungen, Ärzte oder auch andere Leistungserbringer einen Solidaritätszuschlag einbringen würden, weil es ja in unserem Gesundheitssystem in erster Linie um das Geldverdienen mit der Gesundheit geht. Als es darum ging die Deutsche Einheit zu finanzieren, wurde dies für alle Bürger in Deutschland beschlossen.

So kann man nur noch konstatieren, dass es wahrhaftig Mut und Weitsicht braucht, um Veränderungen durchzusetzen. Das es geht, sieht man beim Nachbarn Österreich. Dort ist der Anteil vom BIP geringer und ebenfalls die Beiträge der Versicherten. Unsere gesetzlichen Krankenkassen sind als Solidarsystem entstanden, weil sie untereinander einen Risikostrukturausgleich festlegen. Die privaten Krankenkassen könnten sich an dem Risikostrukturausgleich aller Kassen beteiligen und so die solidarische Bürgerversicherung mit unterstützen. Das würde zwar ihre Rücklagen schmälern, jedoch die Solidarität aller Krankenkassen stärken. Und die privaten Krankenkassen würden weiterhin ihre Mitglieder betreuen können, zumal ein Wechsel zwischen den Krankenkassen möglich sein wird. Alle Bürger hätten einen guten Standard der ärztlichen Versorgung und brauchten vielleicht nicht mehr so viel dafür zu bezahlen.

Zurzeit haben die Krankenkassen gute Rücklagen, was einen Systemwechsel begünstigen würde. Die Zustimmung in der Bevölkerung beläuft sich auf knapp 58%. Sollte ein Wechsel politisch nicht möglich sein, reiht sich diese Abwendung von der Entscheidung für die Zukunft ein in eine Auflistung mit dem verkorksten Wohnungsmarkt, der verschobenen Rentenreform und dem ausufernden Arbeitsmarkt. Vorausschau und Weitsicht gehört auch zum politischen Handeln. Wie lautet der Ausspruch von Michail Gorbatschow noch mal, ach ja, „wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“.

12.01.2018 – WM