Die EU ohne Konzept zur Solidarität beim Flüchtlingsproblem – MK 36-15

Es drängen weiterhin Tausende Flüchtlinge aus unterschiedlichen Ländern nach Europa. Sie sind durch Kriegsereignisse traumatisiert, verängstigt und gleichzeitig euphorisch, weil sie nicht mehr um ihr Leben fürchten müssen und sich ihr Traumziel in fast greifbarer Nähe befindet. Was sie in den fremden Ländern erwartet können sie sich wohl kaum vorstellen, jedoch meinen die Flüchtlinge, dass es nicht schlimmer als der Krieg in ihrer verlassenen Heimat sein kann.

Die meisten sind in Griechenland oder Italien angekommen, werden normalerweise registriert und verstehen nicht, dass sie eigentlich dort bleiben sollen. Der Staat Griechenland wurde förmlich überrollt und hat dann in höchster Bedrängnis die Flüchtlinge einfach weiter ziehen lassen, weiter durch den Balkan. Die Nicht-EU-Länder Serbien und Montenegro kapitulierten recht schnell und wurden schließlich nur ebenfalls überrollt von Abertausenden Flüchtlingen, die ihr Ziel stets im Auge hatten. Sie wollen nach Norden und ihr Wunschziel ist Deutschland und darauf konzentrieren sie sich.

Der 175 km lange Zaun an der ungarischen Grenze soll die Flüchtlinge davon abhalten in das Land Ungarn vorzustoßen. Können solche Zäune Flüchtlinge aufhalten? Nein, der Zaun wird auch überwunden. Nun läuft im Land Ungarn etwas unkontrolliert, jedoch mit System, wie ein passives Abwehrverhalten ab, welches vom Land Ungarn unmenschlich und schon fast menschenverachtend ist. Die Flüchtlinge werden hingehalten, ignoriert, vertröstet, getäuscht und schließlich in Aufnahmelager gebracht, damit sie registriert werden konnten. Jedoch haben sich die Menschen nicht einsperren lassen und mit einem unbändigen Freiheitswillen die Zäune überwunden. Zu Fuß machten sie sich auf den Weg nach Österreich, weil ihr Lager 50 km von der Grenze entfernt war. Schließlich kapitulierte die Regierung Ungarns und ließ die Flüchtlinge mit Bussen zur Grenze nach Österreich bringen. Schließlich wollten sie mit der Bahn nach Deutschland und besaßen auch Fahrkarten für diese Fahrt.

Nun hat Herr Orban, der ungarische Ministerpräsident, noch eine „Trumpfkarte“ im Ärmel. Ab dem 15. September, so hat es das Parlament in Ungarn beschlossen, sind alle Flüchtlinge illegal und Kriminellen gleichgesetzt. So kann man diese festnehmen und ihnen drohen fünf Jahre Haft. Herr Orban möchte keine Muslime im eigenen Land haben, das wäre nicht gut für die Bevölkerung. Nicht nur eine verachtende Politik wird praktiziert, auch das Land will sich vor Fremden abschotten. Nein, man möchte keine Flüchtlinge, so äußerten sich auch Vertreter von Tschechien, Slowakei und Polen.

Unter Missachtung der Realitäten hat sich die EU seit einiger Zeit den Tatsachen gegenüber verschlossen. Man erlebte die Flüchtlingsflut und war regungslos, anscheinend unfähig zu handeln. Die EU-Kommission konnte keine Maßnahmen in die Wege leiten, weil sich die Mitgliedsländer immer noch uneinig darüber waren und sind, wie die Flüchtlinge verteilt werden sollen oder besser können. Das Dublin-Abkommen war vielfach außer Kraft gesetzt. Und noch schlimmer für die Länder, dass sich die Flüchtlinge nicht an die gesetzten Regeln halten wollten, nämlich in dem Land zu bleiben, wo sie registriert wurden. Oder sie wollten sich gar nicht erst registrieren lassen. Das hat wesentlich zum Chaos beigetragen.

Auch die deutsche Kanzlerin missachtete quasi das Dublin-Abkommen und signalisierte den Flüchtlingen, dass sie nach Deutschland kommen könnten. Aber wie soll es nach dem Akt der christlichen Menschenliebe für die Menschen weiter gehen? Nichts ist eigentlich geregelt und so sprangen viele Menschen in die Bresche, die sich ehrenamtlich bei der Aufnahme der Flüchtlinge einsetzten. Allerdings hat die Kanzlerin ihre Entscheidung nicht mit den Ländern abgestimmt. Diese Entscheidung für eine bedingungslose Aufnahme von Flüchtlingen hat für politische Turbolenzen gesorgt. Der Ärger ist somit vorprogrammiert.

Nun streiten sich die EU-Länder darüber, wie eine mögliche Verteilung der Flüchtlinge aussehen könnte. Es ist eine kritische Uneinigkeit bei diesem Punkt, denn der Zusammenschluss von 28 Mitgliedsländern verlangt grundsätzlich Solidarität. Die ist jetzt gefordert zur Bewältigung der Aufgaben, die bei der Aufnahme von Menschen bewältigt werden müssen, die aus ihrer Heimat geflohen sind. Denn den Menschen muss Hilfe in der Not zuteil werden.

Andere Länder haben schon viele Flüchtlinge aufgenommen. Es sind die Länder Türkei, Pakistan, Libanon und der Iran. Jedoch haben die arabischen Brüder aus Katar, den Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Oman und Bahrein noch keinen Flüchtling aufgenommen. Nein, auch diese Staaten können nicht so tun, als wären es ausschließlich die Probleme Anderer.

In Großbritannien haben die eigenen Landsleute Herrn Cameron dafür verurteilt, dass dieser die Landesgrenzen dicht machen wollte. Als Resultat dieses Protestes erklärt sich nun die Bereitschaft der Aufnahme für 15000 Syrer, die wohl auf die Insel kommen sollen. In der Gemeinschaft der Europäischen Union ist es zwingend notwendig, die vertragliche festgelegte Solidarität auch zu praktizieren und das in allen Belangen, die diese Gemeinschaft betreffen. Es kann nicht sein, dass einige Länder meinen, die Rosinen sind ausschließlich für sie bestimmt und sie könnten Probleme einfach in andere Länder verschieben. Wenn allerdings ohne eine Einigung bei dem Flüchtlingsproblem in irgendeiner Form eine Art Bestrafung für Ländern daraus resultieren sollte die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, dann dürfte ein nicht unerhebliches Problem für den losen Staatenbund der EU entstehen.

Allerdings ist eines auch ganz klar, dass in jedem Fall den Flüchtlingen menschliche Hilfe anzubieten ist und das mit allen Konsequenzen. Die Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft auch bei einer neu festgelegten Asylpolitik in Europa muss immer im Vordergrund stehen. Natürlich ist es genau so wichtig, dass die Wirtschaftsflüchtlinge aus den Staaten des Balkans so schnell wie möglich in ihre Heimatländer zurückkehren. Eine Hilfe zur Selbsthilfe in den Heimatländern wäre in Betracht zu ziehen, um menschliche Härten zu mildern. Zur Aufrechterhaltung der Abwicklung von regulären Asylverfahren ist es zwingend notwendig, eine Trennung der Verfahren zu erreichen und dazu muss die EU die Liste der sicheren Herkunftsländer neu definieren. Andernfalls ist es auf Dauer nicht möglich, den massiven Flüchtlingsstrom zu bewältigen. Europa wäre überfordert.

07.09.2015 – WM

Die Flüchtlings- und Asylpolitik in Europa – MK 35-15

Eine Welle von Flüchtlingen bewegt sich auf Europa zu. Es sind Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, weil sie um ihr Leben fürchten mussten. So kommen diese Menschen aus dem Nahen Osten und zu einem großen Anteil aus Afrika, um in die Länder der EU zu gelangen.

Dabei werden die Flüchtlinge von skrupellosen Schleppern über den Balkan oder das Mittelmeer geleitet. Diese Schlepperbanden verdienen mit dem Leid der flüchtenden Menschen viel Geld. Oftmals erleiden die Menschen den Tod, weil die Bedingungen des Transports unzureichend sind. Irgendwann stehen die Flüchtlinge dann an den Grenzen der EU und möchten Asyl beantragen.

Unter diesen Flüchtlingen befinden sich auch Menschen aus den sogenannten sicheren Ländern, welche ohne Perspektive in ihrer angestammten Heimat sich aufgemacht haben in anderen Ländern bessere Zeiten zu erleben. Diese Menschen bezeichnet man als Wirtschaftsflüchtlinge, die dadurch keinen Anspruch auf Asyl haben.

Die Probleme liegen momentan bei den Ländern an den Grenzen der EU, die alle Flüchtlinge aufnehmen und registrieren müssen, bevor diese in andere Länder ausreisen können. Eine Reaktion der Politik in der EU erfolgte viel zu spät auf den seit einiger Zeit zunehmenden Flüchtlingsstrom. Man hat sich, so hat den es Anschein, den Tatsachen gegenüber verschließen wollen. Es ist ein planloses Handeln innerhalb Europas, weil sich nicht alle Mitgliedsländer an der Aufnahme von Flüchtlingen beteiligen wollen. Von 28 Mitgliedsländern sind es einige wenige, die sich wie Deutschland engagieren.

Jedoch ist eine Zusammenarbeit der EU-Länder bei dem Flüchtlingsproblem überhaupt nicht miteinander abgestimmt und erzeugt eine kritische Unstimmigkeit  und zusätzliche finanzielle Belastungen für die Aufnahmeländer. Es ist dringend notwendig in einem EU-Gipfel die Probleme der mangelhaften Flüchtlingspolitik anzupacken und zwischen den Ländern die erforderlichen Regelungen in einer konzertierten Aktion zu beschließen. Manche Staaten versuchen gar mit bestimmten Maßnahmen den Strom der Flüchtenden zu blockieren, was natürlich nicht funktionieren kann. So müssen die Länder der EU mit Aufnahmezentren den Flüchtlingsstrom gezielt lenken und versuchen, diese Menschen gerecht nach den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Aufnahmeländer zu verteilen.

So erwartet Deutschland in diesem Jahr geschätzte 800000 Menschen, die Asyl beantragen wollen. In vielen Staaten gehört das Asylrecht zu den grundsätzlichen Menschenrechten und wird auch praktiziert. Einige Staaten wollen dieses nicht anerkennen, weil sie Benachteiligungen für das Land und die Einwohner fürchten. Jedoch ist Hilfsbereitschaft eine zwingende Voraussetzung, um den Menschen in Not zu helfen. Denn die Flüchtlinge handelten in Not und Angst und eben nicht, weil sie unbedingt in ein anderes Land wollten.

Die Bewältigung der Aufnahmeverfahren fordert den Aufnahmeländern bzw. dann den Ländern und Kommunen viel ab und kostet außerdem sehr viel Geld. Zur Minimierung der Anzahl von Asylaufnahmeverfahren ist die Trennung von Flüchtlingen erforderlich, die zum einen aus sicheren Herkunftsländern kommen und den Flüchtlingen aus Kriegs- oder Unruhegebieten. Nur die Menschen aus Kriegs- oder Unruhegebieten können einen Asylantrag stellen. Diese formalen Abläufe sind mit Nachdruck zu beschleunigen. Die anderen Flüchtlinge ohne Asylanspruch müssen in ihre Heimatländer zurück kehren. Es mag dadurch zu menschlichen Härten kommen, die jedoch nicht zu vermeiden sind. Europa kann auf Dauer nicht diese Massen an Menschen aufnehmen.

Die grundsätzlichen Ursachen dieser Flüchtlingsströme können nicht so einfach und auch noch schnell beseitigt werden. In den Herkunftsländern herrscht vielfach Krieg sowie Terror und ein unbeschreibliches menschliches Leid. Die terroristischen Bewegungen in diesen Ländern haben einen hohen Anteil daran, dass die Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Auch die „regulären Kriege“ in vielen Staaten im Nahen Osten und Afrika haben ein Machtvakuum entstehen lassen, wodurch erst recht die ethnischen Gruppen Nachteile in Kauf nehmen mussten und so zu weiteren Ungerechtigkeiten geführt haben. Die Waffenverschiebungen und Verteilung von Kriegsgeräten in den Krisengebieten haben dafür gesorgt, dass Jedermann Zugang dazu hatte und so Chaos erst entstehen konnte. Die Waffenexportländer auf der Welt sollten sich selbst an die Nase fassen, denn dadurch ist erst die Grundlage entstanden, Waffen überhaupt einsetzen zu können.

Ob eine Befriedung dieser Länder in denen offene unkontrollierte Gewalt herrscht möglich ist, erscheint zumindest fraglich zu sein und eine Sache von Jahrzehnten. Die Weltgemeinschaft muss gezielt daraufhin arbeiten und hauptsächlich Gelder zum Aufbau von Entwicklungsländern bereitstellen. Die Rüstungsexporte sind drastisch zu reduzieren, um die Möglichkeiten von Gewalttätigkeiten zu minimieren. Somit ist langfristig anzustreben, dass die Menschen aus den Flüchtlingsgebieten in ihrem Heimatland eine grundsätzliche Chance haben, zumindest mit einem Existenzminimum leben zu können. Das würde langfristig die Flüchtlingssituation entschärfen. Denn auf Dauer ist kein Staat in der Lage menschlich und wirtschaftlich die Probleme, die durch die Aufnahme von Flüchtlingen entstehen, zu verkraften.

Jedoch muss es immer so sein, dass den Menschen die sich in Not befinden geholfen wird. Das Menschenrecht auf Asyl ist Schutzsuchenden, die um ihr Leben bangen müssen, immer zu gewähren. Auch ist es zwingend notwendig, diese Hilfsbedürftigen vor Menschen zu schützen, die aus ideologisch aufgeheizten Gründen sich gegen diese stellen. Es ist in Deutschland kein Platz für Rassenhass und Menschen, die mit Gewalttätigkeiten und Straftaten versuchen, sich gegen die Schutzbedürftigen und den Rechtsstaat zu stellen. Diese Menschen müssen Recht und Gesetz spüren und dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. Man muss diesen Menschen beibringen, wie Menschlichkeit gelebt werden muss. Unsere Gesellschaft muss diesen Menschen zeigen, wie Nächstenliebe aussieht und zwar mit allen Möglichkeiten des Rechtsstaates Deutschland.

31.08.2015 – WM

Griechenland–Das dritte Hilfspaket – MK 34-15

Als eine der letzten parlamentarischen Hürden hat der Deutsche Bundestag am Mittwoch, den 19.08.2015 über das dritte Hilfspaket für Griechenland abgestimmt. Dabei war die Zustimmung beileibe nicht einstimmig und zeugte von einer Zerrissenheit gepaart mit einer mangelnden Überzeugung, ob mit diesem neuerlichen Hilfspaket wirklich eine echte Hilfe für Griechenland verbunden ist. So waren es insgesamt 113 Neinsager mit 18 Enthaltungen und 47 Abgeordneten, die ihre Stimme nicht zur Verfügung stellen wollten. Es stimmten 454 Abgeordnete mit „ja“.

Mit einem Umfang von insgesamt 86 Mrd. an Hilfsgeldern steigt die EZB erst einmal ohne den IWF in das Hilfspaket ein. Das EU-Stabilitätsprogramm ESM stellt das dritte Hilfsprogramm für Griechenland bereit. Für Deutschland gibt es eine neue Belastung von 23,2 Mrd., was einem prozentualen Anteil von 27% entspricht. Somit steigt die Gesamthaftung für die Bundesrepublik Deutschland auf 108 Mrd. Euro. Es soll schon mit dem IWF abgestimmt sein, dass dieser im Herbst ebenfalls bei der Griechenland-Hilfe einsteigt.

Die erste Tranche hat eine Höhe von 26 Mrd. Euro, die auch schon zur Auszahlung an Griechenland kam. Das ZDF hat in einem Heute-Journal darüber berichtet und aufgezeigt, dass diese Gelder erst einmal zur Schuldentilgung und Rettung der griechischen Banken gebraucht werden. Für Griechenland und dem griechischen Volk bleibt erst einmal nur ungefähr 1 Mrd. Euro übrig. Damit kann die Regierung nur ihren üblichen Verpflichtungen nachkommen.

Erwähnt werden muss, dass die Neinsager es sich in der Abstimmung natürlich nicht einfach gemacht haben. Aber warum gab es die „Quertreiber“? Nun, viele von ihnen waren nicht davon überzeugt, dass beim griechischen System überhaupt ein Vorwärtskommen zu realisieren ist. Nichts von den versprochenen Reformen hat die Regierung Tsipras realisieren können. Und außerdem fünf Monate Zeit für Geplänkel vertan und ebenfalls das aufkeimende Wachstum in der Entstehung abgewürgt. Die Frage muss man natürlich stellen, ob Griechenland überhaupt in der Lage ist funktionierende Strukturreformen durchzusetzen und das in voller Konsequenz? Lässt die griechische Mentalität die Reformen zu?

Zurzeit beträgt die Staatsverschuldung Griechenlands 177% vom Bruttosozialprodukt. Ökonomen schätzen die Situation derzeit so ein, dass es in den nächsten zwei Jahren zu einem Anstieg auf 200% kommt. Es ist ein Batzen Geld was auf Griechenlands Schultern lastet. Ist realistisch betrachtet Griechenland bei einer langfristigen Zeitvorgabe zur Tilgung überhaupt in der Lage, um Verschuldung zu tilgen und die Gelder durch ihre instabile Wirtschaft zu erwirtschaften?

Nun wird heftig beim IWF darüber diskutiert, ob es für Griechenland einen Schuldenschnitt oder Schuldenerleichterungen geben soll. Man hat erkannt, dass ein Fass ohne Boden nicht mehr zu füllen ist. Wäre Griechenland in der Lage bei einem Neuanfang mit ihrer Drachme aus dem tiefen Loch der wirtschaftlichen Flaute wieder ans Tageslicht zu gelangen? Die Stabilisierung der griechischen Wirtschaft ist noch lange nicht in trockenen Tüchern. Kann es jetzt doch noch zu einem Scheitern kommen, also ein Austritt aus dem Euro erfolgen? Auch das kann man nicht mit 100%-tiger Sicherheit sagen. Was man aber sagen kann ist, dass es den Griechen ohne finanzielle Hilfen noch bedeutend schlechter gehen würde. Gab es überhaupt für die EU eine Wahl bei der Hilfe?

Einen entscheidender Schritt ermöglichte die EU-Politik, indem für Griechenland aus dem EU-Strukturprogramm ein Paket von 35 Mrd. Euro bereitgestellt wurde, was in die griechische Wirtschaft fließen soll. Die strukturschwachen kleinen bzw. mittleren Unternehmen im Land benötigen dringend Unterstützung, um nicht ganz den Anschluss am Markt zu verlieren. Diese Unternehmen stellen einem wichtigen Wert in der Wirtschaft Griechenlands dar.

Aber nun hat die griechische Regierung unter der Führung von Ministerpräsident Tsipras erst einmal ihre Arbeit eingestellt. Herr Tsipras ist von seinem Amt zurück getreten. Im September sollen bereits Neuwahlen stattfinden. Der extrem linken Teil der Partei Syriza von Ministerpräsident Tsipras hat sich bereits abgespalten und steht somit nicht hinter dem Hilfspaket. Für Tsipras wird es wohl bei der Wahl bezüglich Stimmenanteil sehr eng werden. Aber was passiert denn jetzt überhaupt noch in Griechenland? Was soll diese Wahl für die Griechen bringen? Sicherlich könnte Tsipras eine „Bereinigung“ seiner Partei erreichen, jedoch bläst ihm politisch ein starker Wind entgegen. Die Zukunft von Syriza ist vage und die Mehrheitsverhältnisse in der Zustimmung für die Hilfen aus Europa und dem IWF sind schwankend. Es ist kein guter Zeitpunkt für einen Regierungswechsel in Griechenland. Wird eine Kontinuität in der Konsolidierung erreicht? Vielleicht sagt so mancher, dass im Vergleich die Fahrt mit einem Floß auf einem reißenden Fluss sicherer ist, als die griechischen Verhältnisse während dieser unsicheren Zeiten. Kann es Griechenland schaffen aus ihrem Dilemma heraus zu kommen?

24.08.2015 – WM

Chinas Gefahrstoffchaos in Tianjin – MK 33-15

Am Mittwoch den 12.8.2015 erschütterten zwei Explosionen die Stadt Tianjin in China mit ihren 15 Millionen Einwohnern. Die Explosionen hatten eine Wirkung von 21 t TNT, so die Fachleute und fegten mit ihren Druckwellen über das Hafengelände und über die Stadt weg. Mit den Explosionen wurden viele Gebäude der Stadt regelrecht verwüstet. Es starben dabei mit einer zurzeit festgestellten Zahl über 112 Menschen und es wurden Hunderte teils schwer verletzt. Zum jetzigen Zeitpunkt gelten 200 Menschen immer noch als vermisst. Mit der Zerstörung kam das Chaos und die Angst über die Menschen, die keinerlei Informationen hatten, was eigentlich passiert war.

Die Feuerwehren und Hilfskräfte waren im Dauereinsatz, um den Menschen zu helfen und die Brände zu bekämpfen. Mit den beginnenden Untersuchungen zur Ursache konnten die Spezialkräfte feststellen, dass sich die Explosionen in einem Gefahrgutlager der betreibenden Firma Ruihai ergeben haben. Diese Firma betreibt die gesamte Anlage des Geländes.

Nach zahlreichen Prüfungen haben die Spezialisten festgestellt, dass die Bestände von Natriumcyanid (Natriumsalz der Blausäure) , durch einen Brand ausgelöst, explodiert sind. Die bestimmenden Vorschriften gestatten einen Lagervorrat von max. 10 Tonnen. Jedoch wurden dort hunderte Tonnen dieser Chemikalie gelagert, was ein eklatanter Verstoß gegen die dort geltenden Sicherheitsbestimmungen ist. Gebraucht wird dieses Natriumcyanid für z.B. Galvanisierungsprozesse, also um Metalle mit anderen Metallen durch eine Elektrolyse zu beschichten.

Neben der Zerstörung hat sich aus dem Natriumcyanid in Verbindung mit der Luft ein Blausäuregas entwickelt. Mit der Explosion und dem Wind konnte sich dieser gefährliche Stoff in großem Umfang über die Stadt ausbreiten und ins Wasser gelangen. Das Gelände war deswegen nur mit Atemschutz zu betreten, um nicht das eigene Leben aufs Spiel zu setzen. Untersuchungen haben einen erhöhten Wert  in Referenz zum zulässigen Wert dieses Schadstoffes festgestellt und das nicht nur im Wasser, sondern auch auf dem Land. Dieser Wert ist 27 Mal so hoch. So mussten die Menschen dort schleunigst in einem Umkreis von 3 km evakuiert werden, um nicht noch mehr Menschenleben zu gefährden. Der Tod durch Blausäure ist grausam.

Die Regierung hat keine eindeutigen und klaren Informationen über die Vorgänge für die Einwohner der 15 Millionenstadt Tianjin verbreitet. Die Rettungskräfte waren hoffnungslos mit der prekären Situation überfordert und nicht auf Fälle dieser Art eingestellt. Denn dieses Natriumcyanid schließt das Löschen eines Brandes mit Wasser aus. So hat die Regierung auch 50 Webseiten für ihre Berichte bestraft, weil sie nur Gerüchte und unbestätigte Informationen verbreitet haben sollen.

Klarer feststellbar ist jedoch, dass sich die Baubehörden nicht an bestehende Vorschriften gehalten haben, die einen minimalen Abstand von 1000 m bei der Bebauung von Wohnhäusern zu einer Lagerstätte mit Gefahrgütern dieser Art vorsehen. Mit der dort gelagerten Menge von einigen hundert Tonnen dieser Chemikalie wurden Sicherheitsvorschriften auf eine schon kriminelle Art und Weise missachtet. Das Gefährdungspotential erhöhte sich um ein Vielfaches und blieb von den Kontrollbehörden unentdeckt. Der unbedarfte Umgang mit Gefahrstoffen ist sicherlich im Allgemeinen ein großes Problem in der Volksrepublik China. Gefährdende Verunreinigungen oder Verseuchungen von Flüssen sind an der Tagesordnung und werden immer wieder von den Medien gemeldet. Die Luftverschmutzung durch Abgase erleben die Chinesen jeden Tag und ist für die Menschen im Alltag ein großes Problem. Generell liegt der Umweltschutz dort im Argen. Dort hat China einen sicherlich großen Nachholbedarf.

Selbst bei geschulten Kräften gibt es Mängel am Sicherheitsbewusstsein und falsche Reaktionen mit irregulären Praktiken. So soll es auch Feuerwehrleute dort gegeben haben, die als Aushilfskräfte arbeiteten. Dieses hat auch Parteichef Xi Jinping festgestellt.

Die dort stattfindende Untersuchung durch Spezialisten und Funktionäre soll Versäumnisse klären. Viele Menschen haben dort einfach alles verloren und konnten nur ihr Leben noch retten. Diese Menschen protestieren gegen die Regierung und wollen eine Entschädigung für ihr verlorenes Hab und Gut. Bis jetzt sieht es so aus, dass die Behörden anscheinend ohne Bedenken Bauten errichten ließen. Weiterhin gab es eklatante obskure Machenschaften, verbunden mit einer Missachtung aller Sicherheitsbestimmungen.

Ebenfalls hat man eine falsche Lagerung dieser Gefahrstoffe festgestellt, weil diese nicht kühl und auf Holzpaletten gelagert wurden. Allenfalls waren die Gefahrstoffe nicht ausreichend deklariert und somit auch nicht der Feuerwehr bekannt. So sollen auch noch die Gefahrstoffe Calciumcarbit, Kaliumnitrat, Natriumnitrat und Ammoniumnitrat  dort gelagert gewesen sein. Somit als letztem Punkt erfolgte ein Löschen mit Wasser, was beim Calciumcarbit zur Entstehung von Acetylengas führt. Bei den anderen genannten Stoffen ergibt sich bei hohen Temperaturen eine explosionsartige Zersetzung. Vielleicht sind dadurch die Explosionen überhaupt erst entstanden. Aber wer weiß das zum jetzigen Zeitpunkt wirklich genau? Was die Spezialisten feststellen werden kommt sicherlich nicht unbedingt auch so klar an die Öffentlichkeit. Wahrscheinlich „rollen Köpfe“ bei den „Kleinen“ und die wirklich Schuldigen bleiben unbehelligt. Denn der Wahrheitsgehalt bei Meldungen aus China ist zweifelhaft.

Nur, wie will man dort in der Stadt Tainjin überhaupt bei der großen Verseuchung wieder zur Normalität zurück finden. Die Entsorgung der Schadstoffe ist ein gravierendes Problem und so schnell nicht möglich. Für die Menschen ist es schrecklich und ein weiter Weg zurück zur Normalität, wobei das eigene Überleben an erster Stelle steht. Wenn Verantwortliche für die Katastrophe zu finden sind, ist ein hartes Durchgreifen notwendig, jedoch kann niemand das Unglück wieder gutmachen. Mehr Kontrolle durch staatliche Institutionen ist notwendig, was die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften bei der Lagerung und Verteilung von Gefahrgut angeht. Ebenfalls eine Überprüfung aller Sicherheitsstandards des Landes ist erforderlich und wurde vom Staatschef Xi bereits angekündigt. Vielleicht öffnet sich China auch zu den Menschen, indem es seine Bürger über Vorgänge dieser Art besser und menschenwürdiger informiert. Der Machtapparat braucht sich in diesem Fall nicht in Position bringen, sondern nur auf die Menschen zugehen. Auch eine (staatliche) Entschädigung für einen Neuanfang würde den dort lebenden Menschen helfen. Sehr wichtig wäre es, aus den Vorgängen und Abläufen bei dieser Katastrophe Lehren und Schlüsse zu ziehen. Um es bei allem Schrecklichen positiv zu sehen, das werden die staatlichen Organe sicherlich auch tun.

17.08.2015 – WM

Europameisterschaften des Pferdesports in Aachen – MK 32-15

Schon im Jahr 2006 fanden in Aachen auf dem Gelände des ALRV die Weltmeisterschaften in sechs Disziplinen für die Reiter mit ihren Pferden und  Hindernisfahrer mit ihren Gespannen statt. Es war schon damals ein herausragendes Ereignis des Pferdesports und hat über 14 Tage viele Menschen begeistert und unterhalten.

Nun also die Europameisterschaften des FEI, die Aachen ausrichtet. Man muss wirklich objektiv feststellen, dass durch die jährliche Ausrichtung des „CHIO“ Aachen bestens dafür mit seinen Einrichtungen in der Soers dafür geeignet ist. Die Vorbereitungen zur Ausrichtung der Europameisterschaften erstrecken sich schon über eine geraume Zeit, um optimale Bedingungen für alle Abläufe der Disziplinen zu erreichen. Es sind insgesamt fünf Wettbewerbe, die während dieser Europameisterschaften ausgetragen werden. Dabei geht es um die Wettbewerbe Springen, Dressur, Reining, Fahren und Voltigieren. Der Wettbewerb der stattfindenden Vielseitigkeitsprüfung ist nicht Bestandteil der Europameisterschaften.

So beginnen die Europameisterschaften am 11.08.2015 mit der fulminanten Eröffnungsfeier im Hauptstadion und endet am 23.08.2015 mit der Verabschiedung der teilnehmenden Nationen. Am Dienstag den 18.08. öffnet der ALRV (Aachen Laurensberger Rennverein) das Gelände für alle Interessierten und lädt alle Besucher ein, kostenlos den „Soerser Dienstag“ für Erkundigungen bezüglich Pferdesport zu nutzen. Beim CHIO ist das immer der Sonntag vor dem Start in die dann folgende Wettkampfwoche und somit „Soerser Sonntag“ genannt, welcher von vielen Besuchern genutzt wird. An diesem Tag kann sich jeder außerdem im Dressurstadion das Championat der „Deutschen Zuchtstuten“ kostenlos anschauen.

Mit der Eröffnungsfeier der EM am Dienstag, die um 20:15 beginnt, ist es ein Auftakt und ein Willkommen für alle Reiter sowie Besucher dieser Veranstaltungen, die im Rahmen dieser Wettbewerbe stattfinden. Die Eröffnungsfeier findet im Hauptstation statt und beginnt mit einem Vorprogramm, um sich auf den Beginn einzustimmen. Die Feier beinhaltet viel Spektakel, Musik, Quadrillen, Showeinlagen und einiges mehr. Natürlich darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass während der Austragungszeit der Europameisterschaften, wie auch bei den CHIO-Veranstaltungen, der Kommerz durchweg im Vordergrund steht und nicht immer positiv die Veranstaltungen für die Besucher beeinflusst. Jedoch bei diesen Veranstaltungen ist der Aachener natürlich immer mit von der Partie und viele interessierte Gäste aus vielen Ländern ebenfalls.

Abends finden auf dem Gelände Partys für Promis, aber auch für Normalbürger statt. Dabei gibt es den „Oecher Abend“ und die legendäre STAWAG-Party im Soerser Zelt, die auch beim CHIO dort veranstaltet wird. Es passiert also recht viel zur individuellen Freizeitgestaltung und zum Vergnügen interessierter Besucher.

Während der EM in Kombination mit dem Aachen-Spezial sowie dem Weinfest auf dem Katschhof, gibt es in Aachens Innenstadt Veranstaltungen unter dem Motto „Unsere EM“. Dabei sind es drei Schauplätze, nämlich der Münsterplatz, der Katschhof und der Markt direkt vor dem Aachener Rathaus. Zudem wurde das Weinfest extra so verlegt, dass es zu der Zeit der Europameisterschaften stattfinden kann.

Die Stadt Aachen bietet ein vielfältiges Programm an, um die Besucher optimal zu informieren und ebenfalls zu unterhalten. Bernd Büttgen, der Stadtsprecher, moderiert einige Programmpunkte auf der Marktbühne. Der Markt wird somit eine Brücke zur EM bilden. Das Programm bietet Informationen zu den Europameisterschaften des Pferdesports und zwar in der Form, dass es für die Sieger eine Zeremonie zur Verleihung der Medaillen gibt. Dort werden die Medailleninhaber geehrt und interviewt.

Auf dem Katschhof bieten die Winzer der Mosel, Nahe, Pfalz und aus Rheinhessen ihre Weine zur Verkostung und zum Genießen an. Der Oberbürgermeister der Stadt Aachen Marcel Philipp eröffnet das Weinfest am Donnerstag, den 13.08. um 18:00 Uhr.

Es geht somit turbulent auf den drei Plätzen zu und es ist fast überall mit viel Musik zu rechnen. Auf dem Münsterplatz sind regionale Künstler auf der Schaubühne zu sehen und zu hören.

Die Stadt Aachen heißt alle Besucher herzlich willkommen. So gibt es für die Eröffnungsfeier der Europameisterschaften ein „Public Viewing“ auf dem Marktplatz, wo die Menschen auf einer Großleinwand alles mit verfolgen können.

Die Abende beginnen auf dem Marktplatz um 19:30 Uhr mit Informationen von den Europameisterschaften in der Soers. Es sind viel Informationen zur EM in Bildern und mit Videos untermalt. Danach starten an jedem Abend um 20:00 Uhr die Veranstaltungen. Alle Besucher sind herzlich zur Unterhaltung einladen. Es sind alles kostenlose Veranstaltungen, die die Stadt Aachen präsentiert. Für jeden Geschmack ist sicherlich irgend etwas in der Zeit der Europameisterschaften in der Soers und in der Stadt Aachen dabei. Karten sind wohl schwerlich noch für die Europameisterschaften zu bekommen, jedoch überträgt das Fernsehen viele Stunden Sehenswertes aus der Soers. Auch die Eröffnungsfeier wird am 11.08.2015 um 20:15 bis 21:45 Uhr im WDR übertragen.

10.08.2015 – WM