Ratingagenturen – „Die Zweite“

Schon sind sie im neuen Jahr wieder aktiv, nämlich die bewussten Ratingagenturen. Diesmal haben sie es gleich auf acht Staaten der EU abgesehen. Wer diese Aktionen mit Interesse verfolgt, wie die Institute agieren stellt sich automatisch die Frage, steckt dort etwa eine Absicht dahinter? Diese privaten Firmen, obwohl sie sich diesesmal nicht einig sind, konzentrieren sich im Schwerpunkt auf die Europäische Union. Gibt es keine anderen Problemkinder z.B. in den USA oder Asien? Wie sieht es mit den anderen Banken auf der Welt aus?

Sicher, die Länder in der EU sind durch ihre hohen Schulden geschwächt, denn diese Schulden müssen erst einmal getilgt werden. Aber diese Abwertungen verschlimmern diese Schuldenkrise, weil die Kredite teurer bei den Banken zu bekommen sind. Es passiert eigentlich etwas kontraproduktives, was die Ratingagenturen damit auslösen. Geht es den Agenturen vielleicht garnicht darum den Staaten eine faire Chance zur Schuldentilgung zu ermöglichen? Auf den ersten Blick sind es erst einmal nur höhere Zinsen, die die Kreditgeber daraus erwirtschaften, also die Auftraggeber der Ratingagenturen. Ich finde, dass ist ein Denken von hier bis an die Tür und nicht weiter. Denn was passiert, wenn alle Staaten abgewertet worden sind und sich keine Kredite mehr nehmen können? Die Antwort ist eindeutig, es wird weniger Geld verliehen. Also haben die Banken weniger Geld im Umlauf und zwangsläufig auch weniger Einnahmen!!

Das erwartete Plus an Einnahmen bleibt aus und dann? Die Finanzprobleme verstärken sich zwangsläufig dadurch. Letztendlich wird auch der Weltwirtschaft ein Schaden zugefügt, der nicht mehr wieder gut gemacht werden kann. Die Ratingagenturen sind so gesehen dabei, sich selbst den Ast abzusägen. Denn welche Bank braucht bei weniger Einnahmen durch ein weniger an Krediten noch die Ratingagenturen, die vordergründig nur für einen höheren Zinssatz sorgen. Es würden somit immer weniger Aktivitäten auf dem Finanzmarkt stattfinden. Wollen die Ratingagenturen dies wirklich? Man spricht doch immer davon, wenn man etwas weitsichtiger sein soll, über den Tellerrand zu schauen. Dieses würde ich mir von den Ratingagenturen wirklich wünschen!

Schon fast pervide finde ich es, dass diese Agenturen den EFSF quasi herabgestuft haben, wo dieser doch die Staaten der EU und auch den Euro stützen soll. Also werden dadurch auch noch die Hilfsbemühungen boykottiert, wie ich finde. Es entsteht ein großer Schaden, nicht nur für die EU sondern auch für die Weltwirtschaft. Die Wirtschaft der EU-Länder ist ein wichtiges Rad im Weltwirtschaftsgetriebe und sollte deswegen nicht unterschätzt werden, auch nicht von amerikanischen Unternehmen.

Wann wird endlich die anscheinende Macht der Ratingagenturen, vorsichtig ausgedrückt, sinnvoll in realistische Bahnen gelenkt? Die Zeit dafür ist schon überfällig, denn die Uhr für die Weltwirtschaft steht zumindest schon auf 2 Minuten vor Zwölf. Wenn nur der vordergründige Profit erst einmal gesehen wird, ist es sicherlich eine sehr engstirnige Sichtweise für Finanztransaktionen, selbst für Finanzfachleute. Hier ist Umsicht und Weitsicht gefragt. Durch ein sich gegenseitig das Wasser abgraben, sitzen wir bald alle auf dem Trockenen. Na – dann Mahlzeit!

Es darf nicht vergessen werden, dass wir alle auf der Welt in einem Boot sitzen, es also eine Vernetzung für alle Aktionen der Globalisierung gibt. Ein überblähter Finanzbereich kann schnell das Boot zum Kentern bringen und platt gesagt „wir saufen alle ab“, auch die Kreditinstitute mit ihren Milliarden. Sind sich die Ratingagenturen darüber im Klaren? Es ist somit in der globalisierten Welt für alles was gemacht wird Fingerspitzengefühl absolut notwendig. Eine zweite Wirtschaftskrise brauchen wir nicht, obwohl die Situation damals eine Andere war.

Fazit ist:

Es war schon gut in den Zeiten, in denen der Finanzmarkt noch Regularien auferlegt bekommen hat. Es ist wie beim Pferd, ein zügelloses Tier lässt sich schwer im Zaum halten und lenken. Ein Reiter mit Zügel kann eindeutig die Richtung bestimmen. Wann erhält der zügellose Finanzmarkt wieder Zügel?

Ihr Wolfgang – 19.01.2012

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