Schon im Dezember des vergangenen Jahres hatte Mario Draghi der Präsident der EZB angekündigt, dass es eine Neuauflage des billigen Geldes wohl geben wird. Aber unter welchem Druck handelte das Gremium der Europäischen Zentralbank? Sicherlich, es findet keine Inflation statt wie es sich die Finanzfachleute wünschen. Der Grund einer drohenden Deflation wird jedoch von vielen Bankern bestritten. Natürlich ist es auch eine Strategie der EZB bestimmte Auslöser für eine verstärkte Konjunktur zu tätigen. Steckt vielleicht ein Stück Panik dahinter?
Schon seit dem Beginn der ersten Aktion des billigen Geldes im Jahr 2014 hat es kaum Wirkung gezeigt. Es sollten mehr Kredite durch die Banken vergeben werden, aber auch das hat nicht so richtig funktioniert. Und nun diese zweite Aktion. Warum sollte es dieses Mal besser funktionieren, fragen sich die Fachleute. Es ist somit schon fast als „Verzweiflungsakt“ der EZB zu bewerten. Der Leitzins ist auf Null gesetzt, die Banken müssen für das „Geldparken“ bei der EZB Strafzinsen von 0,4 % bezahlen. Diese sollen ihr Geld gefälligst als Kredite vergeben oder bei sich einlagern, so die Devise.
Es findet so eine gewaltige Umverteilung von Geld statt und hilft nur den Euro-Krisenländern wie z.B. Italien oder Griechenland. Auch die anderen verschuldeten Staaten in der Eurozone sparen viel Geld bei den Zinszahlungen. Die emsigen Sparer werden praktisch zwangsenteignet und bekommen nichts mehr zu ihren Einlagen bei den Banken oder Sparkassen hinzu. Das scheint Herrn Draghi vollkommen egal zu sein. Die Folgen sind schon erkennbar, weil billige neue Schulden von Staaten ohne zusätzliche Zinsbelastungen möglich sind.
Die seriösen Banken und Sparkassen wähnen sich schon in einer Art Strafaktion und kommen in finanzielle Bedrängnis. Eigentlich müssten diese Geldinstitute die Negativzinsen an die Sparer weitergeben, aber dann würden wahrscheinlich viele ihre Einlagen abheben und unter das Kopfkissen packen. Noch ist es jedoch noch nicht so weit. So werden die Sparer bestraft und die Schuldner belohnt. Wie lange soll es noch so weiter gehen? Die Geldinstitute, Versicherer und auch Aktienmärkte kommen an ihre Grenzen, weil das billige Geld nur dazu führt, dass die Anleger ein höheres Geldanlagerisiko eingehen, mit einer großen Gefahr der Finanzblasenbildung in verschiedenen Anlagebereichen.
Diese Geldpolitik ist ein hohes Risiko für unseren Wohlstand und die Stabilität, so bewerten es Finanzfachleute. Ein Mitglied des Rates der EZB, nämlich Bundesbankchef Weidemannn, sieht keine Deflation, sondern nur Inflation im Euroraum. Er hat dagegen gestimmt, diese zweite Aktion zu starten. Vergleichbare Aktionen hat es schon in anderen Ländern der Welt gegeben und zwar ohne Erfolg, jedoch vielen negativen Folgen. Als Land sei Japan erwähnt. Dort dümpelt der Geldmarkt so vor sich hin. In Japan wächst die Wirtschaft seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Notenbank hat den Zinssatz seit den neunziger Jahren um Null gehalten. Selbst der Kauf von Staatsanleihen und Aktien war ziemlich erfolglos. Hat die EZB diesen Weg noch vor sich?
Wie will der Chef der Europäischen Zentralbank weiter machen, um den Euroraum wieder auf vermeintlich gesunde Füße zu stellen? Unendlich ist diese Geldpolitik mit Null-Zinsen nicht machbar und schadet hauptsächlich den Banken, Sparkassen und Sparern. Es ist anzuzweifeln, ob durch diese Aktion der Euro eine Abwertung erfährt, um die Exporte zu verbilligen. Vielleicht ist dies auch ein Ziel. Aber in Deutschland selber besteht kein Handlungsbedarf, denn hier läuft die Konjunktur. Mit der Politik des billigen Geldes werden wirtschaftlich wohl keine strukturschwachen Länder in Europa saniert. Es blähen sich lediglich die Schulden weiter auf. Die Schulden fressen die Länder in Europa auf und so wäre eine Sanierung angebracht, wie schon länger von Wirtschaftsexperten angemahnt. Ob die gesunkenen Zinsen dazu beitragen können ist zweifelhaft.
14.03.2016 – WM