Das Breitband-Herbizid Glyphosat ist eine Entwicklung der amerikanischen Firma Monsanto, welche im Jahr 1971 dieses Produkt unter Patentschutz stellte. So verbreitete sich dieses Herbizid weltweit, weil es laut Monsanto vollkommen unbedenklich in der Agrarwirtschaft eingesetzt werden konnte und keine Gefahren für die Umwelt anfangs erkennbar waren. In der extensiv genutzten Landwirtschaft zeigte sich von Beginn an seit dem Jahr 1974 in Deutschland Glyphosat bei seinem Einsatz ertragssteigernd, und eventuelle Gesundheitsgefahren wollte niemand erkennen. Die Verbände beurteilten dies als Erntesicherheit und optimale Anwender-Flexibilität. Nach dem ausgelaufenen Patentschutz 1996 produzieren etliche Firmen auf der ganzen Welt dieses Mittel, unter anderen auch 53 Firmen in China. Auf der globalisierten Welt gibt es im Jahr 2015 festgestellt bereits 91 Chemieunternehmen, die dieses Herbizid herstellen und das mit steigender Tendenz. In den ersten Jahren seiner Verbreitung war dieses Glyphosat ausschließlich bekannt unter dem Namen „Roundup-Monsanto“ und beinhaltete noch die Stoffe POEA (Polyethoxylated tollow amine) und AMPA (Rezeptor), welche die Intensität des Herbizids mit ihrer höheren Giftigkeit auf die Pflanzen noch unterstützten. So werden jedes Jahr in Deutschland bedenkenlos 15000 Tonnen dieses Mittels auf Deutschland Agrarböden als Spritzmittel verteilt, weltweit ergibt sich die Menge von 740000 t und man rechnet mit einer Steigerung auf 1,35 Mill. t in den nächsten Jahren. So macht Monsanto jährlich mit seinem Produkt „Roundup“ einen Gesamtumsatz von über 2 Milliarden US-Dollar.
Der Wirkmechanismus von Glyphosat beruht auf einer Hemmung eines Enzyms, das für den Aufbau von Eiweißbausteinen der Pflanze zuständig ist. Fehlt dieses Enzym, kommt es zu einem Wachstumsstillstand innerhalb einer Woche und die Pflanze (Unkraut) stirbt ab.
Im Jahr 1996 hat die Firma Monsanto Sojabohnen genetisch verändert und lässt diese durch ein in der Pflanze erzeugtes Enzym die Giftdusche mit Glyphosat überstehen. Dieses Ernteprodukt der Sojabohne kommt seit 1996 als genetisch verändertes Futtermittel in die Europäische Union und das mit jährlich 36 Millionen Tonnen. Diese Tatsache hat die einstige bei der Zulassung erstellte Risikobewertung für das Herbizid Glyphosat vollkommen verändert und zwar deswegen, weil nicht nur die Agrarböden in den laufenden Jahren eine sehr starke Anreicherung mit Glyphosat erfahren, sondern auch noch Tiere schädigen bzw. bewirken, dass belastete tierische Produkte mit in die Nahrungskette für uns Menschen gelangen. Letztendlich landet Glyphosat auf unseren Tellern. Es ist nicht nur durch den jahrelangen und bedenkenlosen Einsatz des Spritzmittels eine Gefahr für die Umwelt, die Tiere und den Menschen entstanden, sondern hat sich so zu einer tickenden Zeitbombe auch für die Umwelt entwickelt. Der Mensch ist natürlich mit den Produkten der Agrarwirtschaft unlösbar verbunden und deswegen als Endverbraucher betroffen. So bestehen 78% der Futtermittel in der Europäischen Union aus genmanipuliertem Soja. Eine Brisanz ergibt sich durch die Tatsache, dass dieses Futtermittel mit dem Schadstoff Glyphosat belastet ist.
Die Umweltverbände kritisieren alle Regelmechanismen der Zulassung durch die Behörden der EU, aber auch der Behörden, insbesondere BfR (Bundesamt für Risikobewertung), in Deutschland. So schildern diese Naturschutz- und Umweltverbände, dass die Behörden großzügig ihnen angebotene Gutachten von Agrarverbänden verwendet hätten, was diese natürlich bestreiten. So wurden Gutachten, die den Einsatz des Glyphosat als gesundheitlich risikoreich und bedenklich eingestuft hatten von vorne herein aussortiert, um nur ja keine negativen Einflüsse zur Zulassung überhaupt einfließen zu lassen. Die Gefahrenanalyse lief somit positiv aus oder wurde als nicht bemerkenswert Risiko abgewertet. Für uns Außenstehende sieht es so aus, als hätte eine nicht objektive Bewertung im Sinne der Lobbyisten stattgefunden. Die erteilte Zulassung hatte eine Laufdauer von 10 Jahren und ging bis zur Mitte des letzten Jahres. Mit einer Sondergenehmigung verlängerte man den Zulassungszeitraum um ein halbes Jahr, um für 2016 eine erneute grundlegende Prüfung unter Zugrundelegung von zeitnahen und aktuellen Erkenntnissen für eine neue Bewertung durchzuführen.
Am Beginn des Einsatzes von Glyphosat im Jahr 1974 war noch Friede, Freude und Eierkuchen, was sich durch alarmierenden Meldungen über die Anreicherung der Böden, des Grundwassers, der Nahrung, der Gefährdung von Mensch und Tier mit diesem Herbizid schon früher ohne Beachtung zeigte. Die neusten Untersuchungen auch durch die WHO stufen diesen Stoff als krebserregend, krankheitsauslösend und gefährlich für unsere Nahrungskette ein. Nun hat der Konzern Monsanto bisher alle Kritiker durch Verfahren mundtot gemacht, aber bei der WHO nutzt dies ziemlich wenig. Die öffentliche Kritik bäumt sich auf und sorgt zumindest vor einer erneuten Zulassung für immensen Diskussionsstoff. Für eine Zustimmung sind die Behörden in Deutschland zuständig und abschließend der Deutsche Bundestag in einer parlamentarischen Abstimmung.
Aber mit der Verharmlosung der Gefahren die mit dem Einsatz von Glyphosat verbunden sind ist erst einmal Schluss. Viel zu lange wurde Fakten mit Gutachten über Gutachten beiseite gewischt und letztlich der Verbraucher getäuscht, denn dieser steht am Ende einer Anreicherung der Umwelt und Lebensmittel mit dem Herbizid. So ist auch nicht zu verkennen, dass etliche Landwirte persönlich schon Schaden genommen haben durch eine Höchstanreicherung in ihrem Blut bzw. Körper mit diesem Stoff Glyphosat.
Bei Rindern hat es immer schon seit 200 Jahren eine Krankheit mit Namen Bolulismus gegeben, die durch ein im Futtermittel enthaltenes Neurotoxin (Nervengift) ausgelöst wurde, was ein von dem Bakterium „Clostridium botulinum“ als erzeugter Giftstoff BoNT bekannt ist. Mit der Aufnahme von Futtermitteln für Rinder und Milchkühe tötet dieses Glyphosat im Magen und Darm die gesundheitsfördernden Bakterien, die einen Ausgleich schaffen konnten. So leiden die Tiere unter einer ständigen Vergiftung, was zu einem auffälliger Leistungsabfall, hochgezogener Bauch, Auszehrung, Torkeln und Entenlauf, eingeschränkte Reflexe, gestörtes Trinkverhalten, andauernder Speichelfluss, Pansenlähmungen, Labmagenverlagerungen und nicht heilende Hautwunden führt. Die Tiere haben kein natürliches Abwehrverhalten mehr, was durch die chronische Glyphosat-Vergiftung entsteht.
So wird die Natur nachhaltig geschädigt, die Böden vergiftet, das Grundwasser verseucht, den Menschen gesundheitlichen Schaden zugefügt, die Nahrung für die Menschen mit dem Schadstoff belastet, ohne zusätzlich die bei den Menschen und Tieren ausgelösten Krankheiten zu berücksichtigen, die vielfältig sind. Es bestehen genug Fakten und seriöse Gutachten von unabhängigen Fachleuten, die Glyphosat als Herbizid äußerst bedenklich für den Einsatz auf Agrarböden halten und noch schlimmer in dem belasteten Futtermittel Soja bewerten, was letztlich auch den Verbraucher im Gesamten trifft.
Die Neubewertung einer Zulassung muss mit einer Gesamtbeurteilung aller Fakten zum Einsatz des Herbizids Glyphosat erfolgen und zumindest mit gezielten Einschränkungen verbunden sein. Bedenkenloser Einsatz von Herbiziden in unserer Natur kann nicht Ziel unseres bewussten Naturschutzes in Deutschland sein und muss auch die Landwirte, Agrarexperten, die deutschen Behörden und den Deutschen Bundestag von der Notwendigkeit eines Verbotes überzeugen.
In den USA haben die Landwirte schon nach drei Jahren auf den Flächen mit angebautem Gen-Soja festgestellt, dass sich immer mehr resistente Wildkräuter bilden konnten, die allen Mittel bei der Bekämpfung widerstehen. Die Landwirte bekommen ihre Äcker nicht mehr unter Kontrolle und geben ihre Höfe auf. Will die deutsche Landwirtschaft amerikanische Zustände erreichen?
Die aufgestellte Behauptung von der Firma Monsanto, dass durch ihr Herbizid Roundup weniger Spritzmittel zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden muss hat sich als paradox herausgestellt, denn das Gegenteil ist der Fall. Auch die propagierte problemlose Anwendung von Glyphosat in der Agrarwirtschaft hat sich bis heute als falsch herausgestellt. Denn Glyphosat ist schädlich für den Menschen und die Umwelt, so beurteilt die Fachwelt und die WHO heute die Anwendung von diesem Herbizid Glyphosat. Die Europäische Kommission muss handeln und das in bestem Sinne für die Bürger der Europäischen Union. Dennoch könnte Deutschland einen eigenen Weg gehen, falls sich wider Erwarten eine Neuzulassung für Glyphosat in der EU ergeben sollte, nämlich dann, wenn die Behörden und das Deutsche Parlament die Anwendung dieses Herbizids anders beurteilen.
29.02.2016 – WM