Ein Tohuwabohu in Nahost – MK 06-16

Es ist eine brisante Gemengelage von kriegerischen Aktionen konträrer Interessen in Nahost, die speziell Syrien zu einem wahren Pulverfass haben werden lassen. Dabei geht es um Macht und Einfluss in dieser Region, die von Machthaber Assad, dem Iran, der Hisbollah, den terroristischen Rebellen, den gemäßigten Rebellen und mittlerweile auch unter dem Einfluss von Russland das erklärte Ziel ist. Die Menschen in Syrien sind zum Spielball dieser Mächte geworden und zwischen alle Fronten geraten. Ihr Leben ist massiv bedroht und sie versuchen aus ihrer Heimat zu fliehen. Andere Zivilisten sind in Städten eingeschlossen, werden von der russischen Luftwaffe massiv bombardiert und verhungern vor Ort. Machthaber Assad scheint dies wenig zu berühren und quält seine „Untertanen“ in den Städten mit sogenannten Fassbomben, die Sprengstoff, Metallteile und Chemikalien enthalten, welche er von Hubschraubern seiner Armee abwerfen lässt. Ein wahrlicher Präsident aller Syrer, der nun auch in seinen Aktionen von Russlands Machthaber Putin militärisch unterstützt wird. Nein, natürlich nicht, wird von Russland dementiert, den Krieg von Assad gegen seine eigene Bevölkerung zu unterstützen. Maßlos, zynisch und deswegen nicht glaubwürdig sind Russlands Aktionen in Syrien.

Bei der in München zurzeit stattfindenden Sicherheitskonferenz wird allen ziemlich schnell klar, dass Russland Syrien benutzt, um sein Machtstreben als Weltmacht allen in der Welt zu demonstrieren. Schaut her, wir sind die Nation Russland, die alles machen kann ohne von anderen daran behindert zu werden. Machtspiele pur täuschen ständig ausschließlich die Menschen der eigenen Nation über die angeblich so großen Taten dieser stolzen Nation Russland. Jedoch täuscht Russland keine anderen Nationen mit seinen Absichten durch die Machtdemonstrationen wie in Syrien oder der Ukraine, denn dazu sind die Ereignisse in der Ukraine und der Krim allen noch in guter Erinnerung. Auch die intelligente hybride Kriegsführung Russlands haben wir verstanden, die Russlands Glaubwürdigkeit als reguläre Armee untergräbt und Zweifel entstehen lässt, ob eine gefestigte Nation diese Art Krieg nötig braucht. Es ist fatal als Ministerpräsident Russlands von einem neuen Kalten Krieg zu sprechen, wenn man selbst mit einem großen Anteil selbst der Verursacher ist oder überrascht ist von den gegenteiligen Meinungen anderer Politiker in anderen Staaten.

In Aleppo entsteht zurzeit anscheinend ein zweites „Grosny“ (Tschetschenien), wo auch kein Stein auf dem anderen blieb und die Menschen keine Chance hatten, dem zu entfliehen. Braucht Machthaber Assad ein Land ohne Volk? Hat er sich jemals der gemäßigten Opposition gestellt? Ständig wurde und wird im Land Syrien jedes Aufleben von Opposition im Ansatz bekämpft und so können auch in diesem Land keine Alternativen zur ausgeübten Regierungsform entstehen. Die Macht wird ausschließlich durch Kampf und Gewalt gesichert.

In Russland gibt es ähnliche Perspektiven, die ebenfalls kein noch so kleines Pflänzchen von oppositionellem Gedankengut aufkeimen lassen. Mit seinen militärischen Aktionen der Macht, dem praktizierten hybriden Krieg, der gezielte Einsatz von Desinformationen und einer betonten Stärke der Regierung seines totalitären Systems durch die Staatsorgane, braucht Russland dieses nur, um sein eigenes Volk als dargestellte, große Nation zu blenden. Eine zukunftsorientierte und perspektivische Politik kann Russland, trotz anderer interner Meinungen, seinem Volk zurzeit nicht wirklich bieten. Das Russland eine Weltmacht ist braucht diese Nation anderen Ländern nicht zu demonstrieren, dass weiß man auf der Welt. Also alles nur Ablenkungsmanöver für das eigene Volk? Will die Regierung von sinkendem Wohlstand, sinkenden Einkommen, sinkenden Staatsausgaben, sinkender Versorgungslage nur ablenken und den Menschen einen tollen Staat mit einem tollen Präsidenten vorgaukeln? So würden natürlich die Aktionen Russlands in dieses Bild der ständigen Ablenkungsmanöver vom eigenen Land passen.

Auch das ständige Bemühen, die EU mit gezielten Maßnahmen zu destabilisieren passt zu dem Bild einer Nation, die sich für das Embargo der Europäischen Union gezielt rächen will. Nein, schuldig fühlt sich Russland nicht zu Unrecht die Krim annektiert und die Separatisten in der Ukraine unterstützt zu haben, was zu einer Destabilisierung der Ukraine führte. Es tragen natürlich ausschließlich andere die Schuld. Doch wie will sich Russland jetzt in Syrien aus der Affäre ziehen, um nicht ständig bomben zu müssen? Präsident Assad ist sicherlich froh darüber, wenn er sein Land wieder „zurück bekommt“. Es ist zwar fast alles in den Städten zerstört und die Menschen sind geflohen, aber das ist wahrscheinlich für ihn Nebensache. Auch jetzt strömen die gequälten Menschen nach den Angriffen auf Aleppo wieder als Flüchtlinge aus dem Land Syrien in Richtung Türkei und weiter nach Europa und werden von Putin wie Waffen gegen Europa benutzt. Wie ist der Wahnsinn zu beenden? Ziemlich sicher sind Bomben nicht der richtige Weg dieses Land zu befrieden. Und der IS freut sind darüber, dass auch die gemäßigten Rebellen bekämpft werden, denn die sind ihr Feind. So schaukelt sich die Gewalt immer mehr auf, weil sich einige Staaten als Heilsbringer in diesem Land betätigen. Verhandlungen wären natürlich der richtige Weg, was man in München bei der Sicherheitskonferenz versucht hat. Jedoch wenn es schon an den Modalitäten zum Beginn von Verhandlungen scheitert, besteht wenig Hoffnung für eine Lösung. Nun dauern die Auseinandersetzungen in Syrien bereits schon fünf Jahre an. Am Beginn hat sich nicht wirklich jemand auf der Welt darum gekümmert, was dort für Unrecht passiert. Niemand hat es für wichtig angesehen, die Veränderungen in diesem Land positiv zu beeinflussen! Und in einer politischen Sackgasse kann man schlecht wenden. Dieses hat Hunderttausenden Menschen das Leben gekostet und Millionen aus ihrer Heimat vertrieben.

Die führenden Länder auf dieser Welt haben sich in den letzten Jahrzehnten wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Bei den Ländern die Waffen und Sprengstoffe herstellen und exportieren, zu denen auch Deutschland zählt, da trifft dies ebenfalls zu. Blauäugig zu glauben, es geht schon irgendwie gut mit den Waffenexporten, ist wahrlich paradox. Waffen sind nur für einem Zweck zu verwenden! So haben falsche Politik, ausgeprägte Machtpolitik von totalitäre Staaten und Präventivkriege zu vielen Gewalttaten sowie kriegerischen Auseinandersetzungen auf dieser Welt geführt. Der Beginn allen Elends in den arabischen Staaten war, das muss man auch eindeutig feststellen, der Einmarsch der Amerikaner in den Irak, um den Machthaber Saddam Hussein zu stürzen. Durch diese Aktionen wurden alle umliegenden Staaten destabilisiert und die Auswirkungen kennen wir. So wurde der Nahe Osten ein Tohuwabohu wie man es jetzt in allen Varianten erlebt und dann kommt der Terror des IS noch hinzu.

Nun versucht Russland wieder einmal das Zünglein an der Waage zu sein wie schon in einigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion und zwar mit einem schon fast unerträglichen Zynismus in voller Aktion. Reichen denn die Kriege auf der Welt nicht schon aus? Es ist auch schon fast ein ausgeprägtes Selbstmitleid Russlands, wenn man immer nur andere für alles was im eigenen Land Negatives passiert verantwortlich macht und ein Leidensbild nach außen darstellt. Manchmal könnte man der Meinung sein, dass man in Russland ausschließlich darüber nachdenkt wie man anderen Menschen Leid zufügen oder das Leben erschweren kann.

Die Welt braucht keine Gegner, die Welt braucht Partner, um sie wieder befrieden zu können. Nur miteinander können die Probleme auch in Zukunft auf der Erde gelöst werden. Deswegen müssen die Politiker der Staaten auf der Erde miteinander reden. Die Waffen dürfen nicht mehr zu Entscheidungen beitragen. Wie schon einige Waffensysteme müssten alle Waffen geächtet und auch nicht weiter produziert werden. Nicht die Super-Kampfsysteme sind für den Fortbestand des Lebens auf der Erde ausschlaggebend, sondern ein friedliches und konstruktives Miteinander. Wenn die Staaten der Welt das schaffen sollten, ist ein Fortbestand der Menschheit gesichert. Wenn nicht, dann Menschheit ade und es helfen auch keine Superraketen bei einigen Staaten mehr, die zu 250% aufgerüstet sind. Nicht gegeneinander, nur miteinander klappt es für die Zukunft und den Fortbestand der Menschheit.

15.02.2016 – WM

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