Mit einer Freigabe der Forschung an Embryonen hat England nun ein neues Tor für die Wissenschaftler der Genforschung aufgestoßen. Zwar geschieht die Forschung noch unter strengen Auflagen, die den Forschungszeitraum bei der embryonalen Entwicklung auf Tage einschränkt. Sicherlich jubeln jetzt etliche Wissenschaftler, die sich davon eine Revolution in Sachen Genforschung versprechen. Dennoch ist es ethisch höchst fraglich, ob damit nicht zwangsläufig bestehende Schranken gefallen sind, die eigentlich nicht hätten fallen sollten.
Dieses Tor eröffnet ein Terrain, welches weiter gedacht einem schon einige Schauer über den Rücken laufen lassen. Mit den gefallenen Schranken fallen auch die menschlichen Sperren. Mit Bravour stürzen sich die Genforscher in einen Bereich, der bisher dem natürlichen Lauf der menschlichen Entwicklung überlassen wurde. Darf und sollte man der Natur so einfach ins Handwerk fuschen können? Es kommen einem Zweifel auf an den Methoden, die Wissenschaftler als Revolution bezeichnen. Die Forscher sagen jedoch, dass diese „übrig gebliebenen Embryonen“ sowieso vernichtet würden. Zur Einpflanzung ist dieses beginnende Leben auch nicht vorgesehen, weil die Bedingungen zur Forschung an diesen „Objekten“ so daran geknüpft sind. Also ganz klar sind selbst Embryos eine Vorstufe der Entwicklung von Menschen und auch deswegen schützenswertes Leben. Kann man solche Tatsachen mit erwarteten positiven Ergebnissen, wie sie die Forscher hypothetisch begründen, einfach zur Seite wischen? Die Grundwerte der unantastbaren Grenzen beginnen zu verschwimmen und lösen sich langsam auf.
Besteht überhaupt ein zwingender Grund diese Art Forschung betreiben zu müssen? Darauf gibt es ein klares Nein. Den Bedarf haben die Forscher sich selbst erdacht, um sich damit vielleicht zu vermeintlichen Menschenrettern aufzuschwingen und dann segensreich Menschen mit ihren Ergebnissen zu beglücken. Ihre Gründe sind zweifelhaft und soll Paaren ermöglichen, Kinder zu bekommen, wo es beim natürlichen Weg nicht klappt. Im Voraus sollen Krankheiten aus den bestehenden Genen von Menschen erkannt und mit einer Art Schere so einfach entfernt werden. So ist man dann wissenschaftlich nicht weit davon entfernt, auch Designerbabys auf besonderen Wunsch bereit zu stellen und den Wunsch der Eltern auf ihr besonderes Baby zu erfüllen. Niemand kann sich ausmalen, was daraus einmal entstehen könnte und wahrscheinlich die Wissenschaftler selber auch nicht genau, und das könnte vielleicht bei einigen selbst Zweifel auslösen. Eine Horrorvorstellung sind zügellose Wissenschaftler, die sich abgelöst vom weltlichen ethisch kontrollierten Auftrag in einer Welt der wissenschaftlichen Möglichkeiten ergehen. Das Tor zum bioethischen Armageddon könnte sich so öffnen und die weiteren Abläufe wären nicht mehr kontrollierbar. Natürlich bestreiten die Forscher, dass ihr gezieltes Erforschen jemals ausufern könnte und somit unkontrollierbar wäre, das ist ganz klar, aber sind unsere Bedenken so einfach zu zerstreuen?
Zu sehr haben wir Normalbürger noch die Dinge im Hinterkopf, die den Genmais und auch die Kartoffel betreffen, welche im Ergebnis weder die Landwirte noch die Verbraucher überzeugen konnte. Auch das geklonte Schaf „Dolly“ ist uns bekannt, welches keine rosige Zukunft hatte. Und nun ist der Mensch selber dran! Brauchen wir Designerbabys und Idealmenschen? Brauchen wir Menschen, die nach den Manipulationen am Erbgut keine Krankheiten mehr kriegen sollen? Ein ganz klares Nein, es wäre katastrophal, wenn die Menschen unendlich lange Leben würden. Es wäre schrecklich für die Erde mit der jetzt schon bestehenden Überbevölkerung und den Ungleichheiten, die zu den jetzigen schlimmen Zuständen auf der Welt geführt haben. Niemals darf es quasi „gezüchtete“ Menschen, egal aus welchen Gründen auch immer, auf der Welt geben, die vielleicht als eine höher gestellte Rasse ihr Dasein gegenüber den einfachen, normal gezeugten Menschen, ausleben. Natürlich wirken diese Vorstellungen übertrieben und überspitzt und auch sehr hypothetisch. Zugegeben, das ist sicher so. Wer weiß es denn zuverlässig, ob sich dieser Irrweg nicht rein zufällig ergeben könnte?
Zurzeit besteht überwiegend zumindest offiziell auf der Welt kein Forschungsauftrag, der dazu beginnendes Leben verwendet, außer neuerdings in England. Man kann sich auch beileibe nicht vorstellen, dass sich daraus Wohltaten für uns Menschen entwickeln könnten. Der Natur grundsätzlich ins Handwerk fuschen zu wollen kann nicht des Menschen wahres und natürliches Bestreben sein, selbst wenn es uns die Genforscher so weismachen wollen. Es gäbe durchaus andere Betätigungsfelder der Wissenschaftler für die Menschheit etwas Gutes tun zu können. Und es kostet sicher ebenfalls viel Geld, was in anderen Projekten besser angelegt wäre. Zurecht lehnen viele Menschen die Genforschung ab, obwohl es andere als den idealen Weg ohne Einschränkungen für die menschliche Entwicklung ansehen. Die Zukunft wird uns zeigen, welcher Weg der Richtige für uns Menschen war. Hoffentlich nicht ein Weg mit negativen Überraschungen, die nicht mehr umkehrbar sind, dieses wäre mein Wunsch.
09.02.2016 – WM