Eigentlich gehören die Trolle zur nordischen Mythologie und sind den Menschen nicht wirklich gut gesonnen. Es sind Zwerge oder manchmal auch ominöse Riesen. Mittlerweile scheint es mir so, dass es Trolle in menschlicher Gestalt unter uns Normalos gibt. Es scheint erklärbar und möglich zu sein, weil es zurzeit einige Dinge, Erscheinungen und Abläufe gibt, die nur mit der Existenz dieser menschlichen Störenfriede und Quertreiber, also der Trolle zu erklären ist. Diese trollen sich nicht nur in Deutschland, sondern offensichtlich international und treiben ihr Unwesen.
Diese Trolle versuchen die Menschen mit ihren Handlungen zu stören, zu täuschen und in die Irre führen zu wollen. Mit getürkten Straftaten werden Menschen verunglimpft, getäuscht, aufgehetzt und dieses wird auch von staatlicher Seite aus Russland gelenkt. Die Meldungen im russischen Fernsehen verbreiten diese platten Unwahrheiten und das schlimmste dabei ist, dass es viele Menschen auch noch glauben. So entsteht eine perfide Propagandapolitik, mit dem Ziel, unseren deutschen Rechtsstaat in Verruf zu bringen, die Regierung zu diskreditieren und sich gegen die derzeitige Politik in Deutschland richtet. Die Geschichte mit dem angeblich entführten russischen Mädchen ist bekannt, war absolut erfunden und hatte einen anderen Hintergrund. Wahrlich es sind Heldentaten, die ein Staat mittels Kommentaren eines Außenministers zum Politikum hochstilisiert und Wahrheit und Gerechtigkeit fordert. Soll es denn die Wahrheit und Gerechtigkeit sein wie sie in Russland praktiziert wird oder wie hätten es die Propagandajäger gerne? Müssen sich totalitäre Staaten auf niedrigstem Propagandaniveau bewegen und Desinformationen verbreiten?
Die Frage taucht zwangsläufig auf: Müssen Menschen die einen totalitären Staat verlassen haben und hier in Deutschland leben, dem Staat Russland mit seiner Propagandamaschine zu glauben, das staatlich gelenkte Fernsehen schauen und dem ganzen Spiel absolut vertrauen? Gibt es somit hier in Deutschland noch eine Parallelgesellschaft oder hat die Migration versagt? Ist Russland wirklich so ein vorbildlicher Staat, um Deutschland zu verlassen und einer Demokratie den Rücken zu kehren? Wenn ja, dann werden wohl in Kürze viele Menschen nach Russland auswandern.
Die bestehenden sozialen Netzwerke sind bezüglich Desorientierung ein Suhl für Räuberpistolen und betätigen sich in solchen Fällen als Verbalmüllsammler. Es entstehen so Dreckschleudern von Verdrehungen, Halbwahrheiten und ausgeprägten Hasstiraden, die verbal alles vernichten wollen und laufend springen zusätzlich noch Trittbrettfahrer auf, die sich mit „Gefällt mir“ ebenfalls dazu bekennen. Wahrscheinlich ergötzen sich etliche menschliche Trolle noch daran, welche menschenähnliche Abgründe sich auftun.
So gibt es ebenfalls eine bestimmte Spezies der Trolle in den deutschen Medien, die mit ihren bezahlten Kommentaren eine staatlich gelenkte Meinungsbildung aus Russland betreiben, wie es zwei russische Journalisten jetzt aufgedeckt haben. Sie tummeln sich in vielen Bereichen im Internet mit ihren nach deutschen Kommentatoren aussehende Namen. Eine Flut von Fehl- und Falschinformationen spiegelt uns Deutschen eine bessere russische Welt vor. Ein ideales Schlachtfeld für unsere Medienlandschaft, welches sich dann in den anonymen Welten der Netzwerke fortsetzt. So ergibt sich ein Zerrbild unserer Gesellschaft, was anscheinend viele menschliche Trolle begeistert und ergötzt, weil dadurch offensichtlich ihr Lebensinhalt wieder gespiegelt wird.
Auch scheint es viele Trolle im östlichen Teil Deutschlands zu geben, genauer gesagt in Dresden, die sich zum Ziel gesetzt haben, Retter ihres zwangsangenommenen Vaterlandes sein zu wollen. So protestieren sie jeden Montag in Dresden, wo der nicht dazu gehörende und dort lebende Bürger kopfschüttelnd das alles ertragen muss. Die Protestler skandieren Sprüche wie „Lügenpresse“, werden unabsichtlich gewalttätig und fühlen sich nicht richtig verstanden. Soll man es so verstehen, dass sich diese menschlichen Trolle wieder den freien und neutralen Journalismus der DDR zurück wünschen und auch noch die kostenlose Betreuung des Staates durch die STASI erwünscht ist. Schnell wären diese Protestler erblasst, denn es sind nicht die Menschen, welche die Wende herbei geführt haben. Ist das die Welt, die sich diese Menschen wünschen? Kaum dem Sozialismus der ehemaligen DDR entronnen und schon wieder Sehnsucht danach? Die höhere Wertigkeit des Staates Deutschland mit einer wirklich frei berichtenden Presse und das Bekenntnis zu ihrem Staat scheint bei diesen menschlichen Trollen abhanden gekommen zu sein. Reiches, aber so armes Deutschland! Nur an sich zu denken oder anderen Menschen ausschließlich Schlechtes zu wünschen ist beileibe ein armseliges Lebensziel.
Nein, nur mit der Angst gegenüber der Zukunft ist es nicht zu erklären, dass sich eine Alternative Partei so hochschaukeln konnte. Und schießen wollen sie auch demnächst auf Flüchtlinge an der Grenze. Den letzten Grenzschießbefehl gab es doch nur in der ehemaligen DDR. War das der Ideengeber für die Parteiführung dieser speziellen Partei, die ohne ein Parteiprogramm zu haben zielsicher auf die Menschen mit Ängsten, Vorbehalten und ohne Verständnis für andere setzt. Es ist sicher ein Pool der Unzufriedenen und vermeintlich Unverstandenen, die sich etwas davon erhoffen. Aber was erhoffen sich diese Menschen von dieser gegen Menschen gerichteten Partei der Alternative?
Vielleicht ist es ja so, dass sich wie in der nordischen Mythologie die Trolle irgendwann wieder besänftigen lassen und sich in ihr mystisches Reich der Fabelwesen zurück ziehen. So gibt es weiterhin für uns Normalos nur die Möglichkeit diese Trolle zu akzeptieren, was sehr schwer fällt oder ihnen Fallen zu stellen, die die Verzauberung dieser trollartigen Wesen unter uns beseitigt. Aber sicherlich, die Trolle haben ausschließlich ihre ihnen eigene Denkweise, die uns ziemlich mystisch erscheint. Bei den Trollen auf Abwegen kann man sich von ihnen nur Besinnung wünschen, eine Besinnung auf das wirklich Wichtige im Zusammenleben von Menschen, nämlich Verständnis, Friedlichkeit und Solidarität zu leben, denn von uns verlangen und erwarten es diese Außenseiter-Trolle ja auch.
01.02.2016 – WM