{"id":740,"date":"2017-08-31T15:28:01","date_gmt":"2017-08-31T13:28:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=740"},"modified":"2017-08-31T15:28:01","modified_gmt":"2017-08-31T13:28:01","slug":"das-diesel-gipfelchen-in-berlin-und-die-folgen-mk-34-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=740","title":{"rendered":"Das Diesel-Gipfelchen in Berlin und die Folgen &#8211; MK 34-17"},"content":{"rendered":"<p>Es war eine medienwirksame Inszenierung von Aktion und Handlung, dieser sogenannte Dieselgipfel am 2. August 2017. Schon der Ansatz einer L\u00f6sung zum Problem scheiterte kl\u00e4glich, weil die \u201eNasenringe\u201c f\u00fcr die Vertreter der Bundesregierung schon schnell von den Vertretern der Automobilkonzerne verteilt wurden. An diesen \u201eNasenringen\u201c zogen die Vertreter der Konzerne die Politiker durch den \u00f6rtlich gew\u00e4hlten Ring in Berlin. So wurde es recht schnell ein Gipfel der Unversch\u00e4mtheiten, als es dem Vorstand des VW-Konzerns Herrn M\u00fcller fast brillant \u00fcber die Lippen kam, \u201eEin unternehmerisches Fehlverhalten sehe er bei sich nicht\u201c. Die Konsequenz daraus war ein starker W\u00fcrge- und Schluckreflex. Die Dreistigkeit der Automobilkonzerne hatte damit aber noch nicht den H\u00f6hepunkt erreicht. So ging es weiter wie es aussieht, wenn man mit Betr\u00fcgern an einem Tisch sitzt und verhandelt. Ja, es war Betrug, n\u00e4mlich der Einsatz einer Software in Dieselfahrzeugen, die die Abgaswerte bei Pr\u00fcfungen verf\u00e4lscht. Jedoch es steigerte sich noch weiter dadurch, dass die Herren der Konzerne gn\u00e4dig ein Software-Update f\u00fcr die Steuerung der Motorfunktionen ihrer verkauften PKW anboten, aber eine Hardware\u00e4nderung hart ablehnten. Es war der Gipfel, jedoch ein Gipfel, der in den L\u00f6sungen zur Behebung der Probleme kl\u00e4glich endete. F\u00f6rmlich hilflos wirkten unsere Regierungsvertreter, die auch noch zus\u00e4tzlich machtlos waren. Damit bekamen sie die Quittung f\u00fcr den jahrelangen Kuschelkurs mit den Autokonzernen. Fr\u00fcher eine Vorzeigeindustrie, heute ein Sumpf von Mauscheleien, Absprachen und Betrug. Der Imageschaden ist &#8222;perfekt&#8220; f\u00fcr Deutschland, aber auch f\u00fcr alle Autokonzerne.<\/p>\n<p>Durch eine g\u00e4ngige Verfilzung von Politik und Wirtschaft, in diesem Fall mit den Automobilkonzernen, hat man ohne wirkliche Kontrolle die Konzerne jahrelang einfach so ihr Ding machen lassen. So hat die Bundesregierung dadurch den Versto\u00df gegen Gesetze gef\u00f6rdert, indem sie die Entscheidungen der Automobilindustrie einfach selbst \u00fcberlassen hat und zwar nach dem Motto, \u201edie werden es schon richtig machen\u201c. Die Folgen daraus waren eine glatte Bauchlandung und ein Ausbremsen der Entwicklung von umweltfreundlichen Fahrzeugen, was ja m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Selbst auf dem Gebiet der Entwicklung von Elektrofahrzeugen, wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen und Fahrzeugen mit Brennstoffzelle hat die deutsche Automobilbranche dies den Konzernen im Ausland \u00fcberlassen. Schon deswegen sind viele Millionen an Subventionen f\u00fcr die Automobilkonzerne in Deutschland verpufft und irgendwie f\u00f6rmlich \u201eversickert\u201c. Wer trifft wann welche Entscheidungen bez\u00fcglich zukunftsorientierter Fahrzeugtechnik?<\/p>\n<p>Deswegen hat es die Bundeskanzlerin nicht geschafft mit entsprechenden Ma\u00dfnahmen die Automobilkonzerne zu kontrollieren, war blau\u00e4ugig bez\u00fcglich der Aussagen der Autobauer, hat keine Gelegenheit verpasst, die deutsche Automobilindustrie zufrieden zu stellen, hat sogar schon in die Regelung von Grenzwerten der EU f\u00fcr die Autoabgase eingegriffen und so das Dilemma um den Dieselskandal mit dieser Politik mit verursacht. Nur, der Amtseid f\u00fcr die Kanzlerin Merkel, den Verkehrsminister Dobrindt und die Umweltministerin Henricks lautete nicht \u201eSchaden von der Automobilindustrie abzuwenden\u201c, sondern \u201eSchaden vom deutschen Volk abzuwenden\u201c, das ist wohl klar. Die ganz klare Konsequenz f\u00fcr die Bundesregierung nach diesen Tricksereien, Betr\u00fcgereien, Absprachen, Handlungsunf\u00e4higkeit und abwehren von notwendigen Ma\u00dfnahmen bez\u00fcglich der Begrenzung der Schadstoffwerte von Abgasen der Diesel-PKW w\u00e4re der Stopp von Subventionen f\u00fcr die Automobilkonzerne nur legitim! Wer trifft die Entscheidungen bez\u00fcglich der Kontrolle zur Entwicklung von gesetzeskonformen Fahrzeugen? Ach ja, es gibt wohl noch das Kraftfahrtbundesamt, aber die haben nicht ihre ureigensten Aufgaben bei den Zulassungen und Typenabnahmen von Automobilen richtig wahrgenommen und den Konzernen geglaubt. Und wie soll es f\u00fcr das Kraftfahrtbundesamt weiter gehen? Will die bundeseigene Institution doch mal konsequenter bei den Typgenehmigungen der PKW vorgehen? Minister Dobrindt wird es schon richten, vielleicht oder etwa doch nicht?!!<\/p>\n<p>Nun werden weiterhin Gesetze und wichtige Vorschriften zum PKW-Schadstoffaussto\u00df einfach ignoriert und so Autos an Kunden ausgeliefert, die eigentlich ihre Zulassung verloren haben m\u00fcssten. Die Bundesregierung unter der Kanzlerin Merkel ist sehr z\u00f6gerlich in ihren Entscheidungen und l\u00e4sst alles anscheinend erst einmal so laufen. Unsere Umwelt wird \u00dcberma\u00dfen mit Stickoxiden belastet und das haupts\u00e4chlich von Dieselfahrzeugen neuerer Bauart nach Euro 5 und 6. Die Altfahrzeuge (ohne ganz alte Diesel) waren und sind schon eher in der N\u00e4he der damals festgelegten Grenzwerte, also Euro 3 und 4. Die Menschen in den St\u00e4dten sind besonders den hohen Schadstoffwerten ausgesetzt und so vermehrt einer Gefahr f\u00fcr ihre Gesundheit ausgesetzt. Nein, als normal kann man das nicht ansehen. Manche Menschen sagen, man sollte die Situation nicht \u00fcbertreiben und so \u00fcberbewerten. Man kann es so sehen, aber daraus spricht die Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber unserer Umwelt und den Menschen die belastet sind. Au\u00dferdem toleriert man damit alle Tricksereien und fehlendes Verantwortungsbewusstsein bei den Entscheidern in Politik und Industrie.<\/p>\n<p>Man muss die Automobilindustrie dazu zwingen, eine Hardwarenachr\u00fcstung an den benannten Fahrzeugen mit Euro 5 und 6 nachzur\u00fcsten, denn es geht ja wie die Spezialisten es sagen und w\u00fcrde ca. 1500 Euro pro Fahrzeug kosten. Die objektiven Fachleute sagen, dass ein Softwareupdate vielleicht eine Verbesserung von 2-3 % bringen k\u00f6nnte, um den Stickstoffaussto\u00df f\u00fcr Diesel-PKW zu reduzieren. Wenn mehr m\u00f6glich w\u00e4re, h\u00e4tte dass die Autoindustrie sicher schon fr\u00fcher und ganz von alleine gemacht. Stattdessen sollen sich die Verbraucher mit einer Pr\u00e4mie ein neues Dieselfahrzeug kaufen. So w\u00e4lzt man die Verantwortung ab und l\u00e4sst den Kunden zwei Mal zahlen. Man kann die Bundesregierung und die Autoindustrie fragen, ob sie ihre W\u00e4hler oder Kunden f\u00fcr geistig beschr\u00e4nkt halten.<\/p>\n<p>Unsere Autoindustrie muss sich ihre Fehler zuerst einmal selbst eingestehen und daf\u00fcr sorgen, dass der von ihnen verursachte Imageschaden, auch f\u00fcr Deutschland, mit einer neuen Wertigkeit der Wiedergutmachung in ihrer Gesch\u00e4ftspolitik erkennbar ist. Sie m\u00fcssen um ihre Kunden k\u00e4mpfen, das m\u00fcssen sie ihnen doch wert sein. Liebe Manager der Automobilindustrie, polieren sie ihr Image gut auf, denn der Glanz ist verloren gegangen. Au\u00dferdem steht noch an, dass die Verantwortlichen dieser katastrophalen Gesch\u00e4ftssch\u00e4digung f\u00fcr ihr Tun und ihr Verhalten gerichtlich zu bestrafen sind. Einfach so weiter machen und davonschleichen darf nicht m\u00f6glich sein. Gleichfalls hat die Bundeskanzlerin f\u00fcr das Nichtstun in der Dieselaff\u00e4re ihren W\u00e4hlern noch zu erkl\u00e4ren, warum das Nichtstun richtig ist, getreu ihrem Amtseid. Und will die Bundesregierung wirklich Fahrverbote f\u00fcr Diesel riskieren? Wenn nicht, hilft nur konkret werden und durchgreifen, aber nicht weiter z\u00f6gern!<\/p>\n<p>Die nicht wirklich durchg\u00e4ngige und zielgerichtete Klimapolitik von Kanzlerin Merkel hat schon teils merkw\u00fcrdige Z\u00fcge angenommen. In der Argumentation zur Erreichung der Klimaziele bez\u00fcglich CO2-Aussto\u00df erkennt man eine verzerrte Betrachtung, indem die Behauptung aufgestellt wird \u201ewir brauchen die Dieselfahrzeuge zur Erreichung unserer Klimaziele\u201c. Aber nur deswegen, weil rein rechnerisch die Diesel pro Liter verbranntem Treibstoff weniger CO2 aussto\u00dfen als der Benziner. Jedoch Diesel kauft man, weil sie in der Regel mehr Kilometer als Benziner absolvieren, also die Menge macht`s. Tja, ohne jetzt wirklich Experte sein zu wollen k\u00f6nnte man andere Argumente f\u00fcr Einsparpotentiale aufz\u00e4hlen. Einsparen k\u00f6nnte man bez\u00fcglich Schadstoff und CO2-Aussto\u00df bei der Entwicklung von Fahrzeugen, die einen \u00f6kologischen Bezug zum Schutz der Umwelt haben, indem sie schon bei der Herstellung weniger Ressourcen verbrauchen. Weiterhin die Begrenzung von Hubraum und der Leistung bei Verbrennungsmotoren, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen (freie Fahrt gibt es nur in Deutschland), eine funktionierende Infrastruktur (keine gesperrten Br\u00fccken), die einen reibungslosen Verkehrsfluss gew\u00e4hrleistet, ebenfalls verkehrslenkende Ma\u00dfnahmen durch eine geschwindigkeitsabh\u00e4ngige Flusssteuerung des Verkehrs. Reduzierung der Verbrennung von Braunkohle. F\u00f6rderung von Wind-und Solarenergie, die auch durch eine geplante Infrastruktur (Trassen) ihren Strom an den Verbraucher bringen kann. Einsatz zur Besteuerung von Flugbenzin f\u00fcr die Fluggesellschaften, damit die Billigflieger verschwinden und niemand von K\u00f6ln nach Wien sowie zur\u00fcck f\u00fcr 29 \u20ac fliegen kann, was enorm viel Schadstoffeinsparpotential bietet, aber auch die Umwelt speziell \u00fcber dem Ballungsraum Europa entlasten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wie man sieht, es gibt genug M\u00f6glichkeiten unserer Umwelt und gleichfalls uns etwas Gutes zu tun, indem wir Schadstoffe vermeiden. So k\u00f6nnte man erstrebenswerte Ziele schneller erreichen, denn unser Planet st\u00f6hnt unter der Belastung und zeigt auch schon recht deutlich, dass es ihm nicht gut geht, mit dem was wir mit ihm und auf ihm anstellen. Jede Einsparung von fossilem Brennstoff z\u00e4hlt, also Brennstoff, der gar nicht erst verbraucht wird. Solange die Menschen dies nicht verinnerlichen wollen, solange arbeitet der Mensch gegen seine Umwelt, gegen seine Mutter Erde.<\/p>\n<p>31.08.2017 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war eine medienwirksame Inszenierung von Aktion und Handlung, dieser sogenannte Dieselgipfel am 2. August 2017. 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