{"id":737,"date":"2017-08-01T18:46:37","date_gmt":"2017-08-01T16:46:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=737"},"modified":"2017-08-01T18:46:37","modified_gmt":"2017-08-01T16:46:37","slug":"ignorieren-tolerieren-und-distanzieren-par-excellence-mk-30-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=737","title":{"rendered":"Ignorieren, tolerieren und distanzieren par excellence &#8211; MK 30-17"},"content":{"rendered":"<p>Die Politiker der vergangenen Regierungen und der jetzigen Regierung in Deutschland hatten stets ein grenzenloses und blindes Vertrauen in ihre gelobte Autoindustrie, der heiligen Kuh, einem G\u00f6tzen gleich. So wurde alles daf\u00fcr getan, dass diesem Industriezweig kein Stein in den Weg gelegt wurde und das sehr gewissenhaft. Ja, so gab es fast immer eitlen Sonnenschein und auch etliche Milliarden an F\u00f6rdermitteln, die unsere Autoindustrie aufbl\u00fchen lie\u00dfen. Alle waren mit diesem Zustand gl\u00fccklich und zufrieden, auch schon deswegen, weil die Autolobby ihren gro\u00dfen Einfluss geltend machte. \u00dcberraschend ist es nicht, dass viele ehemalige Politiker nach ihrem Ausscheiden ihr Geld von da an mit einer Besch\u00e4ftigung in der Autoindustrie verdienten. Durch diese idealen Bedingen lebten bis zu einem bestimmten Zeitpunkt alle ziemlich zufrieden, n\u00e4mlich die Politiker und die Autoindustrie. Fast h\u00f6rt sich alles ziemlich m\u00e4rchenhaft an, entspricht jedoch der Realit\u00e4t. Wenn etwas mal nicht so klappte und es Unstimmigkeiten gab, einigten sich die Verantwortlichen der Politik und Autoindustrie in diesen F\u00e4llen zugunsten der gelobten Automacher. Dieses Aush\u00e4ngeschild der deutschen Autoindustrie mit ihren Innovationen an technischer Entwicklung hatte es in der Vergangenheit ziemlich leicht, die blau\u00e4ugigen Politiker von ihrer Wichtigkeit f\u00fcr Deutschland zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Die Politik in Deutschland und der Europ\u00e4ischen Union setzte den Entwicklern in der Autoindustrie bez\u00fcglich Abgasemissionen ihrer Fahrzeugtypen in bestimmten zeitlichen Intervallen neue Vorgaben, die sich in neuen Abgasnormen der EU zeigten. Damit waren die Hersteller der Fahrzeuge durchg\u00e4ngig einverstanden und haben verbindlich den Emissionsgrenzwerten zugestimmt. Dadurch entstanden die Normen Euro-1 bis Euro-6. Die Politik hat so zumindest theoretisch zu den festgelegten Klimazielen beigetragen. Nun ist ja, technisch ist einiges machbar, aber nat\u00fcrlich bedeuten zus\u00e4tzliche Bauteile oder Einrichtungen zus\u00e4tzliche Kosten, die sich dann auch im Verkaufspreis niederschlagen. Deswegen haben sich die Verantwortlichen in der Autoindustrie wohlweislich \u00fcberlegt, wo denn ein Kosteneinsparpotential m\u00f6glicherweise besteht. Mit minimalem Aufwand sollte diese neue Abgasnorm erreicht werden, um m\u00f6glich viel an Gewinnmarge zu erzielen, was ja erst einmal nichts Verwerfliches darstellt. Dann sind jedoch durch den gierigen Gewinnoptimierungswahnsinn der Verantwortlichen bei der Autoindustrie irgendwie falsche Weichen in der Entwicklung gestellt worden. Man hatte sich zum Ziel gesetzt, die internen Abgastests ihrer Fahrzeuge so zu gestalten, als w\u00fcrde niemals die Absicht bestehen diese Autos auch im realen Verkehr auf der Stra\u00dfe einzusetzen. Hei\u00dft, dass Auto wird beim Abgastest so pr\u00e4pariert als w\u00e4re es ein Fahrzeug im Labor, unter Idealbedingungen. Nur so seien die Abgaswerte m\u00f6glich gewesen, also fernab von der Wirklichkeit. Jedoch hat das Kraftfahrt-Bundesamt der Autoindustrie bei der Typ-Zulassung blind geglaubt. Und die Politik schaute zu und schaute zu u.s.w.<\/p>\n<p>Dann pl\u00f6tzlich kam es zum gro\u00dfen Knall, als eine amerikanische Beh\u00f6rde feststellte, dass es bei den Dieselfahrzeugen von VW in den Abgastests zun\u00e4chst unerkl\u00e4rliche Differenzen gab. Was war geschehen? Man hatte eine \u201eSchummel-Software\u201c bei den Abgastests entdeckt, die als Resultat auf dem Pr\u00fcfstand andere Werte registrierte als bei realen Tests. Diese Software erkannte, wenn das Fahrzeug auf dem Pr\u00fcfstand war und ver\u00e4nderte dann die Motorkennwerte mit dem Ziel, dass die Abgaswerte stimmen wie vorgegeben. In dem folgenden Monaten entwickelte sich diese \u201eSchummel-Software\u201c zu einem der gr\u00f6\u00dften Skandale bei der deutschen Autoindustrie, am Anfang nur bei VW. Wohl bemerkt, es waren die Amerikaner, die dieses entdeckten und nicht das Bundesverkehrsministerium und auch nicht das Kraftfahrtbundesamt. Diese schlummerten anscheinend zu diesem Zeitpunkt noch so vor sich hin. Es war Betrug ganz eindeutig und das nicht nur bei den Autok\u00e4ufern, ein Betrug in ganz gro\u00dfem Stil. Andere Autofirmen flogen ebenfalls auf und der Imageschaden f\u00fcr Deutschland und seiner Autoindustrie war und ist noch betr\u00e4chtlich. Ein Wahnsinn zu denken, so etwas wird nicht aufgedeckt!!!<\/p>\n<p>Ab diesem Zeitpunkt (2015) wurde in ganz gro\u00dfem Still bei der Politik und den Autobauern intern und auch in der \u00d6ffentlichkeit ganz gro\u00df sowie spektakul\u00e4r diskutiert. Im Jahr 2017 m\u00fcndet dieses in den gro\u00dfen Diesel-Gipfel, der am Mittwoch, dem 02.08.2017 stattfindet. Die Teilnehmer sind aus der Politik, der Autoindustrie, den Gewerkschaften, jedoch ohne einen Vertreter der Verbraucher. Man kann deswegen sagen, dass die heilige Kuh Autoindustrie in ein ganz tiefes Loch gefallen ist. Nur, wer zieht sie wie da wieder raus? Ein Dilemma mit besonderen Ausma\u00dfen hat Deutschland erreicht. Was muss nun geschehen?<\/p>\n<p>Ministerpr\u00e4sident Armin Laschet (NRW) hat sich nun auch zu einem wahrscheinlich bahnbrechenden Kommentar durchgerungen. Man d\u00fcrfe jetzt die Dieselfahrzeuge nicht aus den St\u00e4dten verbannen oder gar stilllegen, weil man sonst die CO2-Klima-Ziele bis 2020 in Gefahr sieht. Und man m\u00fcsse doch unbedingt die Arbeitspl\u00e4tze im Auge behalten. Nat\u00fcrlich stammt dies nicht aus seiner Feder, er hat es aus Einsch\u00e4tzungen von \u201eFachleuten\u201c wiedergegeben. Wenn also 18 Millionen Dieselfahrzeuge ihre CO2-Werte in die Luft pusten kann dies zu den Klimazielen beitragen? Ministerpr\u00e4sident Laschet k\u00f6nnte schl\u00fcssigere Ziele benennen und zwar in der Art, dass er die Braunkohleverbrennung reduziert oder der Windenergie in NRW den Weg ebnet und nicht wie angek\u00fcndigt blockiert. Denn damit gef\u00e4hrdet er nicht die 80000 Arbeitspl\u00e4tze der Industrie f\u00fcr Windenergie! Damit w\u00fcrde er bei der CO2-Reduktion punkten. &#8211; Er sollte auch an die B\u00fcrger denken (seine W\u00e4hler), die diese Diesel-Schadstoffe \u201ezwangsinhalieren\u201c und das haupts\u00e4chlich auch in den St\u00e4dten von NRW.<\/p>\n<p>Es wird immer so argumentiert, dass ein Dieselfahrzeug doch 20 % weniger Treibstoff verbraucht und das allein z\u00e4hlt doch! Das ist jedoch eine oberfl\u00e4chliche Wahrheit und in Wirklichkeit eine sogenannte Milchm\u00e4dchenrechnung. Es ist auch eine andere Interpretation m\u00f6glich! &#8211; Man muss zur konkreten Betrachtung auch wissen, dass ein Benziner pro Liter Treibstoff 2370 g CO2 ausst\u00f6\u00dft, ein Dieselfahrzeug aber 2650 g CO2, also 11,8 % mehr an Treibhausgas (ein Liter ist ein Liter). Gut, es f\u00e4hrt damit eine etwas l\u00e4ngere Strecke. Dabei ist der geringere Kraftstoffverbrauch eines Dieselfahrzeuges im ersten Moment ein Argument f\u00fcr geringere Emissionen, aber nur anscheinend. Entscheidend ist jedoch die gesamte \u00d6ko-Bilanz eines Dieselfahrzeugs. Der Dieselmotor hat eine mindestens um die H\u00e4lfte l\u00e4ngere Lebensdauer als ein Benzinmotor (mehr Kilometer). Dadurch bewegt sich das Dieselfahrzeug auch viel l\u00e4nger auf Deutschlands Stra\u00dfen und emittiert seine Abgase, eben deswegen, weil auch in dieser Zeit Kraftstoff verbrannt wird. Es erzeugt Feinstaub und st\u00f6\u00dft giftige Abgase (NOx+CO) aus, n\u00e4mlich Stickoxide und Kohlenstoffmonoxide. So verpufft der Vorteil des geringeren Verbrauchs recht schnell (<strong>f\u00fcr die Umwelt<\/strong>), weil die Dieselmotoren eine viel l\u00e4ngere Lebenszeit (<strong>mehr Kilometer fahren<\/strong>) haben und bei einem Benziner schon die n\u00e4chste schadstoff\u00e4rmere Generation dran ist oder vielleicht ein Elektrofahrzeug. Dazu kommt noch, dass bei der Herstellung eines Dieselfahrzeuges erheblich mehr Ressourcen zum Einsatz kommen, nebst zus\u00e4tzlichem AdBlue (Harnstoff) beim Tanken. Durch die aufwendigere Technik bei Dieselfahrzeugen sind diese auch um einen nicht unerheblichen Teil teurer als ein Benzinfahrzeug. Somit f\u00e4llt trotz besserer Energieausnutzung bei der Verbrennung von Dieselkraftstoff die \u00d6kobilanz schlecht aus.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wei\u00df man auch in der Politik seid einiger Zeit schon nachweislich, dass die Stickoxide auf Deutschlands Stra\u00dfen vielen B\u00fcrgern Schaden zuf\u00fcgen und das in Form von Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die stammen in der Hauptsache eben von Dieselmotoren. So wissen es die Politiker, schauen aber einfach weg. Dabei haben sie doch den Eid geschworen, \u201eSchaden vom deutschen Volk abzuwenden\u201c. Wenn man dazu noch die dadurch fr\u00fcher Verstorbenen durch das Inhalieren von Stickoxiden einbezieht sowie die Erkrankten hinzu z\u00e4hlt, ist das ein gro\u00dfer menschlicher und Volkswirtschaftlicher Schaden, der dadurch entsteht. Aber bei der Autoindustrie schaute und schaut immer noch die Politik wie paralysiert auf die Arbeitspl\u00e4tze, so wie das sitzende Kaninchen vor der Schlange. Nur nicht bewegen und nichts falsch machen, koste es was es wolle!<\/p>\n<p>Man kann sich getrost die Frage stellen, warum Dieselfahrzeuge weniger Hubraumsteuer bezahlen und der Dieselkraftstoff steuerlich entlastet wird? Ebenso stellt sich die Frage, warum es bei den Autos noch keine Begrenzungen gibt, ausgedr\u00fcckt bei den PS und dem Hubraum. In vielen Dingen hat die EU schon Regulierungen getroffen, wie bei den Lampen, Staubsaugern und dem Standby-Modi von Elektroger\u00e4ten. Nur bei den Autos gibt es keine Begrenzungen, die auch bei den Klimazielen helfen w\u00fcrden und so f\u00fcr die Umwelt gut w\u00e4ren. (Ebenso bei den Flugzeugen!) Warum fragt sich das mancher B\u00fcrger? Solange das Auto in Deutschland ein Prestige-Objekt bleibt und kein Umdenken in Sachen Klimaschutz auch bei der Politik stattfindet, solange ufern die \u201eKlotzfahrzeuge\u201c (SUV) der Autoindustrie aus.<\/p>\n<p>Seitens der Automobilkonzerne h\u00e4tte man wohl viel fr\u00fcher den Weg einschlagen k\u00f6nnen, zu Elektrofahrzeugen, Hybridfahrzeugen, Wasserstofffahrzeugen und Fahrzeugen mit Brennstoffzelle. Speziell die deutsche Autoindustrie hat den Startzeitpunkt dieser Zukunftstechnologien verschlafen. Klar ist, man wollte erst mit den bestehenden Systemen genug Geld absch\u00f6pfen. Jetzt ist der Zeitpunkt des Distanzierens gekommen, n\u00e4mlich von der Politik zur deutschen Autoindustrie. Wenn sich jetzt noch die vermuteten Absprachen (Kartell) best\u00e4tigen sollten, na dann gute Nacht liebe Autoindustrie. Und jetzt kann die Politik nicht mehr wegschauen, weil ihre heilige Kuh auf glattem Eis ins Straucheln geraten ist. Wie konnte das alles nur, wohl wissentlich geplant, \u00fcberhaupt in Deutschland geschehen? Warum hat die Politik der deutschen Autoindustrie immer wieder Zugest\u00e4ndnisse gemacht? Warum hat die Politik, zumindest eine bestimmte Zeit, wohlweislich weggesehen wenn es um die Vorzeigeindustrie der Autobauer ging? Dieser Betrug (Software) der Automobilkonzerne in Deutschland macht uns B\u00fcrger fassungslos! &#8211; Nun gilt es den Diesel-Gipfel abzuwarten. Was trauen wir den Autoindustrie und der Politik zu, die Probleme ernsthaft zu bereinigen?<\/p>\n<p>01.08.2017 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Politiker der vergangenen Regierungen und der jetzigen Regierung in Deutschland hatten stets ein grenzenloses und blindes Vertrauen in ihre gelobte Autoindustrie, der heiligen Kuh, einem G\u00f6tzen gleich. 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