{"id":723,"date":"2017-05-04T18:32:10","date_gmt":"2017-05-04T16:32:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=723"},"modified":"2017-05-04T18:32:10","modified_gmt":"2017-05-04T16:32:10","slug":"die-autoindustrie-trickst-und-unterliegt-bei-den-autoabgasen-mk-17-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=723","title":{"rendered":"Die Autoindustrie trickst und unterliegt bei den Autoabgasen &#8211; MK 17-17"},"content":{"rendered":"<p>Besonders durch den Abgasskandal bei VW und anderen Vorzeigeunternehmen der deutschen Autoindustrie verblasst dieser Stern der ehemals den Namen Made in Germany pr\u00e4sentierte. Nun ist dadurch der Glanz etwas matt und ein paar Kratzer sind auch erkennbar. Dabei hat dies nicht nur f\u00fcr einen Imageschaden der Unternehmen gesorgt, sondern auch die Kontrolle der EU und des Kraftfahrtbundesamtes infrage gestellt. Es wirkt irgendwie wuselig und keiner wollte es erst so recht glauben, dass man es irgendwie geschafft hat mit gutem Glauben aller kontrollierenden Institutionen sich den eigenen Ast der Hitech-Industrie abzus\u00e4gen. Blamabel ist es und erzeugt ein Vakuum in der Glaubw\u00fcrdigkeit dieser deutschen Autoindustrie. Alles muss nun auf den echten\u00a0 Pr\u00fcfstand, im wahrsten Sinne des Wortes. Der B\u00fcrger verbindet mittlerweile den Begriff Pr\u00fcfstand im Zusammenhang mit Autoabgasen als negativ und das aus gutem Grund. Dabei sind besonders die Dieselfahrzeuge mit ihren Stickoxiden und dem Feinstaub ins Visier der Aufkl\u00e4rer geraten.<\/p>\n<p>Man erinnere sich noch an die Zeiten, in denen der Kauf eines Diesel mit einer Pr\u00e4mie bedacht wurde. Das ist ja nun wirklich nicht mehr denkbar, weil sich mittlerweile bei den Abgasnormen einiges getan hat und diese fr\u00fcheren Diesel sowieso durchfallen w\u00fcrden, aber das nur nebenbei erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich muss man auch erw\u00e4hnen, dass sich mittlerweile bei der Euro VI Abgasnorm der Europ\u00e4ischen Union so einiges bez\u00fcglich des zul\u00e4ssigen Schadstoffaussto\u00dfes bei Kraftfahrzeugen getan hat. Die Werte haben sich zumindest theoretisch reduziert, aber eben bis heute vielfach nur theoretisch, leider. Bei den PKW mit Otto-Motoren klappt es zumindest recht gut durch die Katalysatortechnik. So haben sich die Schadstoffe doch durch die Abgasverordnung Euro I bis Euro VI sehr reduziert. Dieses kam den Menschen, aber auch unserer Umwelt zugute. Das Problemkind Diesel ist durch die Art der Verbrennung und Motortechnik nicht so einfach sauber zu bekommen. Problematisch sind die Stickoxide und der Feinstaub als Ru\u00df, die sich nur mittels aufwendiger Regelungs- und Filtertechnik minimieren lassen. Ultrafeine Abgaspartikel haben es besonders in sich, weil sie im K\u00f6rper des Menschen in einige Organe eindringen und eine hohe gesundheitliche Gefahr darstellen. Also reduziert wurde eindeutig bei den Schadstoffen der Autoabgase, aber eben nicht konsequent genug.<\/p>\n<p>Jedoch der Abgasskandal zeigte eben recht deutlich, dass man wahrscheinlich gekonnt h\u00e4tte, aber nicht gewollt hat und das aus Kostengr\u00fcnden, um bessere Ergebnisse bei der Abgasreinigung zu erreichen. Nun zeigt sich auch deutlich, dass nicht alles Machbare auch Sinn macht und das trifft bei einer ausgefeilten und aufw\u00e4ndigen Motorentechnik bei den Dieselfahrzeugen zu. Einige feine \u00c4nderungen bei der Motoren-und Abgastechnik schleppt einen Rattenschwanz an Ver\u00e4nderungen mit sich und das Ganze wird unbezahlbar oder anders, es l\u00e4sst sich nicht mehr gut verkaufen. Dabei betrifft es nicht nur den Kaufpreis des Fahrzeugs, sondern auch die Folgekosten f\u00fcr den K\u00e4ufer dieser ausgefuchsten Dieseltechnik. Der Motor mit der Einspitzpumpe (jetzt 2500 bar), die am Rande des Machbaren entwickelten Bauteile, die Abgasr\u00fcckf\u00fchrung, die aufw\u00e4ndige Doppelfiltertechnik, besondere Turbolader, der Oxidations-Katalysator und der Stickoxid-Speicherkatalysator bedeuten h\u00f6here Kosten, aber auch Wartungskosten, die den Besitzer eines Diesel sicherlich oftmals \u00fcberraschen. Bei der neuen Abgasreinigung m\u00fcssen die Besitzer von Dieselfahrzeugen in einem separatenTank einen w\u00e4ssrigen Harnstoff einf\u00fcllen, genannt AdBlue, der in einem Anteil zwischen 2-8% des verbrauchten Kraftstoffs mit verbrannt wird und daf\u00fcr sorgt, dass sich die Anteile der Stickoxide bei den Dieselabgasen minimieren und innerhalb der zul\u00e4ssigen Grenzwerte liegen. Macht diese teure Technik des Diesels wirklich heute noch einen Sinn, auch schon deswegen, weil sich die Treibstoffkosten nicht mehr so gewaltig unterscheiden und sich ein Diesel-Pkw gegen\u00fcber dem Otto-Pkw nicht mehr rechnet? Deswegen m\u00fcssen mit einem enormen technischen Aufwand die Abgasnormen erf\u00fcllt werden, was auch immense Kosten verursacht. Lohnt es sich wirklich noch Milliarden an Geldern in die Dieseltechnik zu investieren wie bei Mercedes, wenn die Elektrotechnik doch mehr Investitionen erfordern w\u00fcrde und auch mehr Sinn f\u00fcr die Zukunft macht?<\/p>\n<p>Das bei den Fahrzeugen der echte Kraftstoff-Verbrauch auf der Stra\u00dfe nicht der Angabe im Katalog nach Norm entspricht, hat jeder K\u00e4ufer bereits kurz nach einem Autokauf feststellen k\u00f6nnen. Das haben sicher viele B\u00fcrger erlebt und gewusst, besonders auch Verantwortliche bez\u00fcglich der Kontrolle und Zulassung von Kraftfahrzeugen. Dann der Skandal und alles ist aufgescheucht! Hinterfragt lautet dann die lapidare Antwort von Verantwortlichen, dass eine Pr\u00fcfung der Abgase nach der festgelegten Methode NEFZ-Messmethode (1996) geschieht. Einfach gesagt ist es eine Pr\u00fcfmethode, die fernab von den Bedingungen f\u00fcr Autos auf der Stra\u00dfe quasi nach Laborbedingungen stattfindet. Aber die Verantwortlichen geloben Besserung und wirklich, es soll im Jahr 2017 sukzessive ein neues Pr\u00fcfverfahren den alten Test abl\u00f6sen, welches WLTC-Messmethode lautet und &#8222;Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedures\u201c bedeutet. Dieser orientiert sich an den wirklichen Verbr\u00e4uchen und Abgasemissionen bei realen Fahrbedingungen von Kraftfahrzeugen auf der Stra\u00dfe. Nun krempelt sich alles von innen nach au\u00dfen, denn es stimmt f\u00fcr die amtliche Zulassung der Fahrzeugtype einiges nicht mehr und m\u00fcsste eigentlich zu einer Stilllegung von bestimmten Fahrzeugtypen f\u00fchren. Und bereits ab 1997 legt das Kraftfahrtbundesamt nach dem Kraftstoffverbrauch den Schadstoffaussto\u00df fest. &#8211; Was stimmt denn wirklich noch?<\/p>\n<p>Ein handlungsunf\u00e4higer Verkehrsminister Dobrindt, weil mit seiner speziellen Maut besch\u00e4ftigt, will nat\u00fcrlich die Autoindustrie nicht so hart an die Kandare legen. Ist es ein Spiel Umwelt gegen Arbeitspl\u00e4tze und sonst ist alles egal? Jedoch hat auch das Kraftfahrtbundesamt mittlerweile zwei Teststrecken bekommen, um nicht nur bei den Angaben der Autohersteller bei der Typzulassung alles abnicken zu m\u00fcssen. Die Tests k\u00f6nnen nach WLTC erfolgen und eine reale Bewertung bei den Autoabgasen erm\u00f6glichen. Na Bravo kann man nur sagen! Den Zeigefinger hoch und zur schlimmen Autoindustrie zeigen und sagen, das m\u00fcsst ihr doch nicht tun!<\/p>\n<p><u>Zwei Kennwertangaben f\u00fcr Stickoxide und Feinst\u00e4ube der Verursacher in Deutschland:<\/u><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Stickoxide &gt;&gt;67% PKW, 22% Nutzfahrzeuge, 5% Busse, 4% \u00fcbrige PKW, 2% sonstige (Quelle: Umweltbundesamt)<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Feinst\u00e4ube &gt;&gt;20% Verkehr, 1% Biomasse-Verbrennung, 13% Industrie, 13% Stromerzeugung, 45% Natur (z.B. W\u00fcstenstaub, 8% h\u00e4usliche Energie (Quelle: Lelieveld et al nature 2015)<\/p>\n<p>Wie will man jetzt bei den Diesel-PKW weiter vorgehen? Denn die Lastkraftwagen sind den Personenkraftwagen heutzutage im Schadstoffaussto\u00df einige Schritte voraus, denn dabei gibt es bereits ab 2011 die Pr\u00fcfung der Abgase nach Euro VI mit dem RDE-Pr\u00fcfverfahren in der EU. So sind die meisten modernen Dieselfahrzeuge bei den Lkw sauberer als ihre kleinen Verwandten der Pkw.<\/p>\n<p><u>Wichtig w\u00e4re es:<\/u><\/p>\n<ul>\n<li>zu pr\u00fcfen, ob die Entwicklung von Diesel-Motoren (PKW) noch wirtschaftlich ist und einen Sinn macht?<\/li>\n<li>bei dem Auslaufmodell Diesel m\u00fcsste das Elektrofahrzeug eine besondere Bevorzugung erfahren<\/li>\n<li>zu pr\u00fcfen, ob die Stadtbewohner wirklich alles schlucken m\u00fcssen, trotz bekannter Gefahren (die Anzahl der Todesf\u00e4lle durch Autoabgase ist bekannt und die Belastung der Krankheitsf\u00e4lle durch Autoabgase ist bekannt)<\/li>\n<li>festzustellen, dass h\u00f6here Steuern auf Kfz mit hohen Schadstoffkonzentrationen nicht dazu f\u00fchren, dass dies zu weniger Abgasen f\u00fchrt<\/li>\n<li>zu pr\u00fcfen, ob sich unsere Gesellschaft so viele Dinge leisten kann, die eindeutig gegen unsere Umwelt gerichtet sind<\/li>\n<li>das die Politik eingreift, um Dinge zu erkennen und auch seitens Gesetz zu regeln, die unsere Autoindustrie betreffen<\/li>\n<li>zu erkennen, dass die Autoindustrie keine heilige Kuh ist und auch nicht als solche betrachtet wird<\/li>\n<\/ul>\n<p>Innovationen in der Industrie m\u00fcssen Vorrang haben und man darf keiner veralteten Technik unter allen Umst\u00e4nden immer wieder zum \u00dcberleben verhelfen wie z.B. beim Diesel. Die Menschen m\u00fcssen mit der Technik leben k\u00f6nnen, die von der Industrie entwickelt wird und deswegen darf man den Menschen nicht der Technik unterordnen oder gar opfern. Nicht alles was machbar ist macht auch einen Sinn, das sollte man sich wohlweislich gut \u00fcberlegen. Und unsere Umwelt ist wertvoll? Und irgendwann gibt es keine fossilen Brennstoffe mehr. Warum also auf ein Ende warten und nicht den Weg nach vorne Richtung Zukunft suchen.<\/p>\n<p>04.05.2017 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besonders durch den Abgasskandal bei VW und anderen Vorzeigeunternehmen der deutschen Autoindustrie verblasst dieser Stern der ehemals den Namen Made in Germany pr\u00e4sentierte. Nun ist dadurch der Glanz etwas matt und ein paar Kratzer sind auch erkennbar. 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