{"id":635,"date":"2016-10-17T17:57:46","date_gmt":"2016-10-17T15:57:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=635"},"modified":"2016-10-17T17:57:46","modified_gmt":"2016-10-17T15:57:46","slug":"japan-kann-kein-beispiel-fuer-die-ezb-sein-mk-41-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=635","title":{"rendered":"Japan kann kein Beispiel f\u00fcr die EZB sein &#8211; MK 41-16"},"content":{"rendered":"<p>Die forcierte Geldpolitik der EZB sp\u00fclt Milliarden der Eurow\u00e4hrung in den Markt der EU und soll damit den Euroraum stabilisieren, so die Konjunktur ankurbeln, den verschuldeten Eurol\u00e4ndern helfen und als wichtigstes Ziel einen festgelegten Inflationswert (2%) erreichen. Jedoch ist diese Geldpolitik nach Ansicht von Fachleuten nicht geeignet strukturelle Verwerfungen, die durch die Immobilien- und Bankenkrise in einigen L\u00e4ndern entstanden sind, zu beheben. Die EZB sollte eine viel z\u00fcgigere Bereinigung des Bankensektors fordern, so die Finanzfachleute. Und sie sollte ihre Macht auf dem Finanzmarkt nicht dazu missbrauchen, um durch eine monet\u00e4re Staatsfinanzierung ihr Mandat zu \u00fcberziehen. Jedenfalls ist bis jetzt nicht erkennbar, dass das billige Geld die Investitionen bei den Unternehmen angekurbelt hat. Das System floppt zusehends. Herr Draghi will diese Niedrigzinspolitik nach seinen Aussagen weiter betreiben.<\/p>\n<p>Mit einem offenen Blick Richtung Japan zeigen sich die Auswirkungen einer vergleichbaren Geldpolitik wie sie die EZB auch betreibt. Auch in Japan sollte eine immense Flut des billigen Geldes\u00a0die Inflation ankurbeln, mit gravierenden negativen Folgen f\u00fcr das Land. Diese Geldpolitik ist gescheitert und endete mit einer Kehrtwende der Japanischen Zentralbank im September 2016 durch ihren Chef Harukiko Kuroda. Die im Jahr 2013 abgegebene Verpflichtung der Japanischen Zentralbank den Inflationswert mit 2% zu erreichen wurde zur Utopie. So ist die Japanische Zentralbank mit ihrer Geldpolitik gescheitert. Es ist offensichtlich ein Irrweg einer hilflosen Geldpolitik wie\u00a0deutlich in Japans Wirtschaft\u00a0erkennbar. So m\u00fcssten anhand dieses Beispiels bei einer \u00e4hnlichen Geldpolitik der EZB f\u00fcr Herrn Draghi die Alarmleuchten angehen. Entweder will Herr Draghi die Abl\u00e4ufe in\u00a0Japan nicht in seine \u00dcberlegungen einbeziehen oder er meint, dass er es besser machen kann, also selbst das Rad noch einmal neu erfinden. Es ist ziemlich sicher, dass es in der Finanzwelt grunds\u00e4tzlich vergleichbare Situationen gibt, wo es auch vergleichbare L\u00f6sungsans\u00e4tze gibt. Wenn jetzt zus\u00e4tzlich in Europa auch noch eine sich abzeichnende Immobilienblase platzen sollte, dann ade Herr Draghi mit ihrer praktizierten aktuellen Geldpolitik.<\/p>\n<p>So hilft diese Geldschwemme eindeutig den verschuldeten L\u00e4ndern in der EU und verleitet durch das billige Geld neue Schulden zu machen. Von einer Konsolidierung der Staatsfinanzen verschiedener L\u00e4ndern kann keine Rede sein. Die Geldanleger und Sparer werden zu Zwangsenteigneten, denen die Niedrigzinspolitik dann auch irgendwann Negativzinsen selbst f\u00fcr Kleinsparern beschert. Diese Sch\u00e4digung tritt auch bei Banken, Versicherern und Kleinanlegern in einem erhebliche Ma\u00dfe auf, weil die Zinseinnahmen wegbrechen und ihre Firmenkonzepte nicht mehr funktionieren. Es sind dramatische Kollateralsch\u00e4den der Niedrigzinspolitik. Wirklich erhoffte zus\u00e4tzliche Investitionen bei Unternehmen hat es nicht wirklich gegeben. Was also bleibt von der Zinspolitik der EZB an positiven Einfl\u00fcssen bestehen? Der Wahnsinn des eingesetzten Baubooms macht einen schwindelig und es zeichnet sich eine gef\u00e4hrliche Entwicklung zu einer Immobilienblase ab. Lernen Investmentbanker eigentlich dazu, wenn sich Fehler wiederholen? Und die Staaten als gr\u00f6\u00dfte Anteilseigner von Firmen wie in Japan kann sicherlich auch nicht die L\u00f6sung in einer Marktwirtschaft sein. Letztlich bereitet Herr Draghi etlichen Banken den Garaus, weil die Ertr\u00e4ge fehlen.<\/p>\n<p>Diese Turbo-Geldpolitik der EZB st\u00f6\u00dft somit keine zus\u00e4tzlichen Investitionen an, schw\u00e4cht die Banken, Firmen und die Sparer und kann letztlich nur ein Fehlschlag, aber keine wirkliche L\u00f6sung in Europa sein. Wenn man sich die Abl\u00e4ufe in Japan einmal anschaut, m\u00fcsste es eigentlich eine Warnung f\u00fcr die EZB unter der Leitung von Herrn Draghi sein. Ohne jetzt ein Finanzfachmann zu sein oder sein zu wollen macht es einem Angst, wie sich die EZB mit ihren Ma\u00dfnahmen in die Politik einmischt. Vergleichbar mit Japan, wo diese Geldpolitik der Geldschwemme nicht funktioniert hat, ist es kaum vorstellbar, dass es in Europa funktionieren k\u00f6nnte. Positive Anzeichen sind bis jetzt keine erkennbar. War es das mit den Ma\u00dfnahmen der EZB und m\u00fcssen wir uns weiter auf Niedrigzinsen einstellen? Die B\u00fcrger haben nun die Rechnung aus der Finanzkrise pr\u00e4sentiert bekommen, zu unrecht, weil sie diese nicht verursacht haben. Es ist so f\u00fcr den B\u00fcrger deutlich sp\u00fcrbar, dass die Dauersubventionen von Staaten und Banken keinesfalls kostenlos sind, aber wahrscheinlich aus der Sicht von Herrn Draghi das kleinere \u00dcbel ist. Hoffentlich wird ihr Pulver nicht vorzeitig nass, welches sie weiter verschie\u00dfen wollen, Herr Draghi!<\/p>\n<p>17.10.2016 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die forcierte Geldpolitik der EZB sp\u00fclt Milliarden der Eurow\u00e4hrung in den Markt der EU und soll damit den Euroraum stabilisieren, so die Konjunktur ankurbeln, den verschuldeten Eurol\u00e4ndern helfen und als wichtigstes Ziel einen festgelegten Inflationswert (2%) erreichen. Jedoch ist diese &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=635\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,7],"tags":[],"class_list":["post-635","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mein-kommentar","category-politik-und-finanzen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/635","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=635"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/635\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":636,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/635\/revisions\/636"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=635"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=635"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=635"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}