{"id":629,"date":"2016-10-04T18:03:32","date_gmt":"2016-10-04T16:03:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=629"},"modified":"2016-10-04T18:03:32","modified_gmt":"2016-10-04T16:03:32","slug":"brauchen-wir-die-deutsche-bank-wirklich-mk-39-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=629","title":{"rendered":"Brauchen wir die Deutsche Bank wirklich? &#8211; MK 39-16"},"content":{"rendered":"<p>Die einstigen J\u00e4ger im Investmentbanking sind nun selbst zu den Gejagten geworden. Eine Hatz auf den Kern der Deutschen Bank hat begonnen. Eingeschworene Hedgefonds als Mitj\u00e4ger in Sachen Bankgesch\u00e4fte verlassen fluchtartig ihre Hausbank und stellen sich auf Spekulationen gegen ihre ehemaligen Gesch\u00e4ftspartner ein. Forderungen aus den USA in der H\u00f6he von 14 Milliarden Dollar als Strafzahlungen haben den Aktienkurs dieser einst so angesehenen Bank auf einen absoluten Tiefstand von ca. 10 \u20ac gebracht. Das Desaster nimmt erkennbar den letzten Anlauf und r\u00e4cht sich f\u00fcr die jahrelangen exzessiven Investmentbanking-Transaktionen in Verbindung mit Aktien, Anleihen und Zertifikaten. Die damit verbundenen Spekulationen entsprachen sicherlich nicht wirklich den ethischen Grunds\u00e4tzen dieser Deutschen Bank.<\/p>\n<p>So hatte man sich zum Ziel gesetzt, die Finanzm\u00e4rkte der Welt zu erobern. Zu den f\u00fchrenden Banken auf der Welt wollte der Vorstand mit der Deutschen Bank geh\u00f6ren. Es lockte die Wall Street und London als globale Finanztransaktionsstandorte. Nach der aufgehobenen Trennung des Investmentgesch\u00e4fts und den \u00fcblichen Bankgesch\u00e4ften fielen alle Schranken und so st\u00fcrzten sich die Banker in viele Gesch\u00e4fte in der Finanzwelt verbunden mit einem hohen Risiko ohne wirkliche Finanzreserven im R\u00fccken. Es wurde zu einem Gesch\u00e4ftsgebaren nach interner Auslegung der Richtlinien, also nach Gutd\u00fcnken, ohne ethische Grundgedanken. Mit diesen Gesch\u00e4ften kam die Verlockung der Renditen in zweistelliger H\u00f6he den Anlegern gerade recht und diese bejubelten ihre Deutsche Bank. Und so trieben die Investmentbanker \u00fcber 20 Jahre ihre schonungslosen Gesch\u00e4fte und die waren unter der Leitung von Anshu Jain au\u00dferhalb der seri\u00f6sen Transaktionen besonders ausgepr\u00e4gt. So lange die get\u00e4tigten Gesch\u00e4fte mit hohen Renditen verbunden waren, gaben die Anleger der F\u00fchrung der Deutschen Bank recht und es best\u00e4tigte sich der Gewinnerkurs. Nach und nach sickerte das oftmals zweifelhafte Gesch\u00e4ftsgebaren an die \u00d6ffentlichkeit, die Finanzwelt und die\u00a0Gesch\u00e4ftspartner waren davon nicht angetan und \u00fcberhaupt nicht begeistert. In dieser Zeit der Offenlegungen hat der Ruf der Deutschen Bank schon gelitten und viele Menschen fragten sich: Was ist das f\u00fcr eine Bank und welche Art Gesch\u00e4fte wickeln sie \u00fcberhaupt ab? Die Finanzwelt\u00a0betrachtete die Vorg\u00e4nge kritisch\u00a0und die Deutsche Bank r\u00fcckte in den Focus der Aufsichtsbeh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Nach etlichen kontroversen \u00c4u\u00dferungen von Vorst\u00e4nden der Deutschen Bank in der \u00d6ffentlichkeit waren viele Menschen von einem extremen Arroganz entsetzt und distanzierten sich von der Mentalit\u00e4t dieser F\u00fchrungskr\u00e4fte. Diese propagierten die These, uns kann sicherlich niemand als Deutsche Bank etwas anhaben, wir sind \u00fcber allen Dingen erhaben. Man erinnert sich noch an die \u00c4u\u00dferung des damaligen Chefs Hilmar Kopper \u00fcber Handwerkerrechnungen in H\u00f6he von 50 Millionen Euro, die wohl Peanuts w\u00e4ren. Diese Aufgeblasenheit hat dem Ruf der Deutschen Bank geschadet.<\/p>\n<p>Die weltweite Finanzkrise im Jahr 2008 hat dann viele L\u00e4nder und auch Banken voll erwischt. Diese geplatzte Finanzblase in Verbindung mit faulen Hypothekengesch\u00e4ften in den USA hat f\u00fcr die ersten R\u00fcckschl\u00e4ge der Deutschen Bank gesorgt. Aber sie z\u00e4hlte damals zu den Banken, die keine staatliche St\u00fctzung in der Krise ben\u00f6tigten. Dennoch begann die Misere der Deutschen Bank durch die weiteren Ver\u00f6ffentlichungen von zweifelhaften Gesch\u00e4ften. So gab es die Offshore-Leaks, die im Jahr 2013 mit Informationen \u00fcber Transaktionen der Deutschen Bank in mehreren Steueroasen, welche von einem Konsortium von Journalisten aus 46 L\u00e4ndern an die \u00d6ffentlichkeit gelangten. Dabei ging es um verschleierte Offshore-Konstrukte, welche mit Geldw\u00e4sche, Steuerhinterziehung und Korruptionsgeldern in Verbindung gebracht wurden. Mit diesen Konstrukten k\u00f6nnte die Deutsche Bank durch eine Verschleierung von Geldstr\u00f6men Straftaten beg\u00fcnstigt haben. Diese Konstrukte\u00a0hat das Bankinstitut in einer Brosch\u00fcre interessierten Kunden offeriert mit der Gr\u00fcndung eines Managements und der Verwaltung von Trusts, Firmen und Stiftungen in Steuerparadiesen schmackhaft gemacht.<\/p>\n<p>Hinzu kamen dann 2014 die Luxemburg Leaks, mit sogenannten Steuervermeidungsmodellen der Deutschen Bank als Licht, wieder in Verbindung mit Steueroasen. Die Serie setzt sich fort mit der Manipulation der Referenzzinss\u00e4tze von LIBOR und EURIBOR im Jahr 2012, welche die Zinss\u00e4tze regelt, die diverse Geldgesch\u00e4fte der Banken untereinander betrifft. Mit der manipulierten Beg\u00fcnstigung der Zinsen zu ihren Gunsten hat die Deutsche Bank allein im Jahr 2008 500.000.000 Millionen Euro verdient. Die riskanten Hypothekengesch\u00e4fte in den USA im Jahr 2012 betrafen verbriefte Hypotheken, bei der die Deutsche Bank Tochter \u201eBank National Trust\u201c 1,4 Millionen Familien aus ihren H\u00e4usern vertrieben hat. Dabei soll es Dokumenten- und Unterschriftenf\u00e4lschungen gegeben haben. Diese Aktionen\u00a0wiederum bedeuteten unter der Leitung von Anshu Jain Gewinne in Milliardenh\u00f6he f\u00fcr die Deutsche Bank. Weiter gab es noch die Nahrungsmittelspekulationen, das Land Grabbing und die Palm\u00f6laff\u00e4re der Deutschen Bank, die hinsichtlich Umweltschutz und Geldgesch\u00e4ften mit Nahrungsmitteln starke Zweifel an dem Globalplayer aufkommen lie\u00dfen. Und so lie\u00dfe sich diese Negativliste noch beliebig weiter fortsetzen.<\/p>\n<p>Die Strafzahlungen f\u00fcr die mit den Transaktionen verbundenen Gesetzesverst\u00f6\u00dfe hat die Deutsche Bank finanziell geschw\u00e4cht und ihren Ruf ruiniert. Diese ehemals bedeutende Bank in Deutschland wird auf die damit verbundene Bedeutung eingeschrumpft. Zwar wurden jetzt die Strafzahlungen aus den USA auf 5,4 Milliarden abgeschw\u00e4cht, aber dadurch w\u00e4ren die R\u00fccklagen der Deutschen Bank schon aufgezehrt. Ihr neuer Chef John Cryen beklagte, dass Spekulanten den Kurs so nach unten getrieben haben und kritisierte so deren Gesch\u00e4ftsgebaren. Dabei vergisst er wohl wissentlich, dass diese Handlungsweise jahrelang auch das Gesch\u00e4ftsmodell der Deutschen Bank mit ihren Spekulationen war. Der internationale Finanzmarkt spekuliert nun darauf, dass das deutsche Bankunternehmen sich nicht mehr selbst von den Lasten befreien kann. Diese riskanten und zweifelhaften Geldgesch\u00e4fte der Deutschen Bank hatten schon den Charakter einer verantwortungslosen Selbstzerst\u00f6rung \u00fcber Jahrzehnte. Die hohen Renditen haben die Verantwortlichen gegen\u00fcber der Realit\u00e4t abheben lassen und sie verlockt, immer h\u00f6here Risiken einzugehen.<\/p>\n<p>Nun steht die Bank am Abgrund und die Mitarbeiter bangen um ihren Arbeitsplatz. Und die Verantwortlichen haben noch Boni kassiert und in Ehren die Deutsche Bank verlassen. Auf die Frage zur\u00fcckzukommen, brauchen wir die Deutsche Bank, w\u00e4re die Antwort eigentlich nein, weil die f\u00fcr Bankgesch\u00e4fte erforderliche Seriosit\u00e4t dieses Geldinstitut niemals wieder erlangen kann. Dennoch wird schon dar\u00fcber spekuliert, ob der Staat wieder einmal eingreifen muss. Deutlich muss man sagen, nein nicht schon wieder und das muss bei diesem\u00a0erworbenen schlechten Ruf durch faule Gesch\u00e4fte wirklich nicht sein, wenn da nicht die Verbindlichkeiten mit den Verkn\u00fcpfungen zu den Kunden sowie Aktieninhabern w\u00e4ren. Die Finanzwelt muss selbst sagen, wir retten dieses international t\u00e4tige Geldinstitut aus Deutschland. Eine Rettung der Deutschen Bank durch den deutschen Staat h\u00e4tte politische Folgen, weil dieser jetzige katastrophale Zustand der Deutschen Bank durch ihre eigenen Machenschaften entstanden ist. Und viele Menschen haben viel Geld durch die internationale Vernetzung dieses Geldinstituts verloren.<\/p>\n<p>Der Markt der Finanzwelt hat sich deutlich ver\u00e4ndert und es bedeutet nichts Gutes, wenn die Bankinstitute tausende Mitarbeiter entlassen. Die Zinspolitik der EZB hat die Geldgesch\u00e4fte der Banken auch nicht gerade positiv beeinflusst. Es sieht wirklich so aus als w\u00fcrde sich am Finanzhimmel etwas zusammen brauen. Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie im Jahr 2008.<\/p>\n<p>04.10.2016 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die einstigen J\u00e4ger im Investmentbanking sind nun selbst zu den Gejagten geworden. Eine Hatz auf den Kern der Deutschen Bank hat begonnen. 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