{"id":613,"date":"2016-09-06T14:31:36","date_gmt":"2016-09-06T12:31:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=613"},"modified":"2016-09-06T14:31:36","modified_gmt":"2016-09-06T12:31:36","slug":"der-digitale-rausch-der-gesellschaft-mk-35-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=613","title":{"rendered":"Der digitale Rausch der Gesellschaft &#8211; MK 35-16"},"content":{"rendered":"<p>Ticken Sie noch analog oder befinden Sie sich bereits im digitalen Zeitalter. Aber mal im Ernst, bekommen Sie noch alles auf die Reihe was rundherum jeden Tag an Emails, Telefonaten, Informationen, Berichten und Fernsehsendungen auf Sie einstr\u00f6mt. Ohne jetzt wirklich YouTube oder andere Videodienste zu erw\u00e4hnen, ist es oftmals schon recht m\u00fchsam, alles vom Kopf her verarbeitet und sortiert zu bekommen. Oftmals hat man jedoch den Eindruck, dass durch permanente Informationsstr\u00f6me und die darauf erwarteten Reaktionen die Gesellschaft vom eigentlichen kommunikativen Dasein des Menschseins abgelenkt und regelrecht daran gehindert wird den normalen menschlichen Kontakt mittels Sprache, Mimik und Gestik auszuleben.<\/p>\n<p>Ja, sogar abscheulich finde ich es, wie die Kommunikationsm\u00f6glichkeiten zu denen der Mensch f\u00e4hig ist missachtet werden und die Menschen dann nur noch zu einem Tippen sowie Schieben auf dem Smartphone verdammt sind. Die M\u00f6glichkeiten der Sprache und der Verst\u00e4ndigung verk\u00fcmmern und verfremden so die Menschen. Der Rausch der Digitalisierung hat die Menschen in ihrem Bann genommen und so auch schon zu einer ver\u00e4nderten Gesellschaft gef\u00fchrt. So gilt es oftmals nur noch Emails zu checken, im Blog zu schreiben oder zu lesen, nat\u00fcrlich den \u201eFreunden\u201c in den sozialen Medien zu posten, auch den &#8222;Gef\u00e4llt-mir-Klick&#8220; nicht zu vergessen und sich so absolut dem modernen \u201eDigitalismus\u201c auszuliefern. Der Datenaustausch vollzieht sich immer schneller und dr\u00e4ngt die Menschen so zwangsl\u00e4ufig zu den erwarteten schnelleren Reaktionen. Nat\u00fcrlich zwischendurch noch eine Fernsehsendung schauen, quasi im vorbeigehen, Radio oder MP3 mit dem Smartphone h\u00f6ren ist auch kein Problem. Letztlich kommt dann noch Amazon mit seinem Dash-Button als Heilbringer der Menschheit und will uns die Dauerabh\u00e4ngigkeit f\u00fcr unkontrollierte Bestellungen sanft aufzwingen. Au weia, fast h\u00e4tte ich vergessen, die neusten Nachrichten mit der entsprechenden App abzurufen, denn es k\u00f6nnte ja ein Sack Reis irgendwo in China umgefallen sein. Und dann ist man auch noch fast bei Rot \u00fcber die Ampel gegangen, aber man wollte ja nur die SMS fertig schreiben. Solche Dinge passieren dann und das immer \u00f6fter.<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Die permanente Informations\u00fcberflutung durch die zunehmende Digitalisierung hat uns moderne Menschen voll erwischt und fixiert uns gegen unsere Natur in uns selbst. <\/span><span lang=\"de-DE\">Diese Reiz\u00fcberflutung durchdringt den Menschen f\u00f6rmlich und gilt als Ausl\u00f6ser f\u00fcr geistige Ersch\u00f6pfung, Stress und Depressionen. Somit ver\u00e4ndert dieser Informationsstress unsere Gehirnaktivit\u00e4ten und f\u00fchren zu ver\u00e4nderten Reaktionen. Die Sache der Digitalisierung dr\u00e4ngt sich permanent in der Vordergrund und die Menschlichkeit verk\u00fcmmert, bleibt somit auf der Strecke. Datens\u00fcchtige gibt es auch schon bei den J\u00fcngeren, aber auch bei den Erwachsenen mit zunehmender Tendenz. So wird wohl auf Dauer diese Informationsflut auch die kognitiven F\u00e4higkeiten beim Menschen ver\u00e4ndern, wohl eher nicht verbessern. Es ist die F\u00e4higkeit einer Aktion, um Wissen zu verarbeiten. Es sind im einzelnen die Wahrnehmung, das Erinnern, das Denken und der Einsatz unserer Sprache. Es sind somit Leistungen des Gehirns Sinnesreize zu bewerten und zu verarbeiten. Weiterhin umfassen die kognitiven F\u00e4higkeiten s\u00e4mtliche Wahrnehmungen unseres Intellekts, verbunden mit der verstandesm\u00e4\u00dfigen Grundlage. Dieses f\u00fchrt in der Regel zu neuen Ged\u00e4chtnisinhalten, die den Menschen in die Lage versetzt Situationen einzusch\u00e4tzen, zu bewerten und daraus Schlussfolgerungen abzuleiten. <\/span><span lang=\"de-DE\">Die Frage ist jedoch, wie ver\u00e4ndert sich der Mensch <\/span><span lang=\"de-DE\">im digitalen Zeitalter <\/span><span lang=\"de-DE\">mit seinen F\u00e4higkeiten?<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">S<\/span><span lang=\"de-DE\">icherlich, unserer modernes Gehirn kann sich auf neue Anforderungen recht gut einstellen. Aber, unser Gehirn braucht auch Erholung, Entspannung und das ist der entscheidende Punkt in dieser Betrachtung. Das Gehirn kann jedoch auch nicht gut mit einer permanenten Reiz\u00fcberflutung umgehen und das ist in unserem digitalen Zeitalter oftmals der Fall. Also, man kann es drehen und wenden wie man will, unter Daueraktivit\u00e4t werden wir krank.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Nat\u00fcrlich kann unser Gehirn auch die Informationen vielfach nutzen, um neue Gehirnareale zu aktivieren. Dieses kann sicherlich auch zu neuen F\u00e4higkeiten f\u00fchren. <\/span><span lang=\"de-DE\">Aber die Gef\u00fchlswelt wird sich wohl ver\u00e4ndern, die menschliche Kommunikation verk\u00fcmmer<\/span><span lang=\"de-DE\">n<\/span><span lang=\"de-DE\"> und es werden wohl dann auch etliche F\u00e4higkeiten des Menschen einen <\/span><span lang=\"de-DE\">fortw\u00e4hrenden <\/span><span lang=\"de-DE\">Ver\u00e4nderungsprozess durchlaufen. Im 24 Stunden-Da<\/span><span lang=\"de-DE\">uer<\/span><span lang=\"de-DE\">informationsstress kann der Mensch nicht wirklich mehr den Anspr\u00fcchen der modernen Gesellschaft <\/span><span lang=\"de-DE\">langfristig<\/span><span lang=\"de-DE\"> gerecht werden. Die Folge wird wohl sein, dass das Gehirn streikt und schlichtweg die Arbeit verweigert oder komplett einstellt. Der Mensch ist krank.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">G<\/span><span lang=\"de-DE\">ibt es nun einen Ausweg in dieser modernen Welt der Digitalisierung? Klar, gibt es <\/span><span lang=\"de-DE\">und der ist einfach<\/span><span lang=\"de-DE\">. Es ist wie vieles beim Menschen eine Sache der Dosierung, die dem Gehirn die M\u00f6glichkeit gibt Informationen zeitnah zu filtern und f\u00fcr sich auszuwerten. <\/span><span lang=\"de-DE\">Denn aufhalten wird die<\/span><span lang=\"de-DE\">se<\/span><span lang=\"de-DE\"> technische Entwicklung <\/span><span lang=\"de-DE\">der Digitalisierung <\/span><span lang=\"de-DE\">wohl niemand. <\/span><span lang=\"de-DE\">Ein zwischenzeitlicher Erholungsprozess tut das <\/span><span lang=\"de-DE\">S<\/span><span lang=\"de-DE\">eine und erlaubt dem Gehirn sich von seinen i<\/span><span lang=\"de-DE\">h<\/span><span lang=\"de-DE\">m zugemuteten Aufgaben zu erholen. Wohl dem Menschen, der dieses so umsetzen kann und sich nicht mit Unwichtigkeiten <\/span><span lang=\"de-DE\">oder<\/span><span lang=\"de-DE\"> auch Nichtigkeiten belastet. Man muss auch als moderner Mensch nicht alles wissen, geschweige denn k\u00f6nnen. Die Perfektion ist als Mensch nicht erreichbar. Wenn einmal ein paar Informationen an einem vorbei flie\u00dfen sollten, ist es auch nicht so schlimm. Der<\/span><span lang=\"de-DE\">jenige, der <\/span><span lang=\"de-DE\">nicht selbst filtern kann, soll hei\u00dfen, ein j\u00fcngerer Mensch sollte unter einer verantwortungsvollen Betreuung dazu geleitet werden. Die Hauptsache ist doch, dass wir uns in unserer Lebenssituation auf das f\u00fcr uns Wichtige konzentrieren k\u00f6nnen und den Bezug zu den Mitmenschen <\/span><span lang=\"de-DE\">und zu unseren menschlichen Gef\u00fchlen <\/span><span lang=\"de-DE\">nicht verlieren. <\/span><span lang=\"de-DE\">Denn Herausforderungen durch technische Entwicklungen hat es auch schon immer f\u00fcr die Menschen gegeben, jedoch wurde ein wesentlicher Punkt stets beachtet, n\u00e4mlich Aktivit\u00e4t und Ruhe ausgewogen im Tagesablauf zu gestalten. <\/span><span lang=\"de-DE\">Die Frage ist jedoch letztlich, wie lange k\u00f6nnen wir dieses f\u00fcr uns pers\u00f6nlich noch regeln?<\/span><\/p>\n<p>06.09.2016 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ticken Sie noch analog oder befinden Sie sich bereits im digitalen Zeitalter. 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