{"id":596,"date":"2016-06-27T18:22:22","date_gmt":"2016-06-27T16:22:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=596"},"modified":"2016-07-01T12:03:20","modified_gmt":"2016-07-01T10:03:20","slug":"brexit-oder-doch-nicht-mk-24-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=596","title":{"rendered":"Brexit oder doch nicht? &#8211; MK 24-16"},"content":{"rendered":"<p>Die Briten haben \u00fcber ihren Verbleib in der EU abgestimmt und die Bef\u00fcrworter des Austritts haben das Referendum f\u00fcr sich entscheiden k\u00f6nnen. Jetzt m\u00fcsste normalerweise die Prozedur des Ausscheidens zur Verhandlung mit der EU-Kommission in Gang gesetzt werden. Doch im Land der Briten regt sich Widerstand gegen die Durchf\u00fchrung des Referendums, zurecht wie ich finde.<\/p>\n<p>Die Abwicklung dieses Referendums war von Beginn an, also der Festlegung \u00fcberhaupt, recht zweifelhaft. Wie schon im letzten Artikel bemerkt, hat David Cameron als Premierminister dieses Referendum ausgel\u00f6st, weil er sich parteipolitisch bei den Tories bedr\u00e4ngt f\u00fchlte. Einer der Verursacher war der ehemalige B\u00fcrgermeister Jonson von London. Nur um dem Druck auszuweichen hat Cameron diesem Referendum zugestimmt. Wahrlich ein politischer Balanceakt per Excellence, der ausschlie\u00dflich parteipolitische Belange befriedigen sollte. Ein Premierminister spielt um die Belange seines Landes, f\u00fcr das er einen Eid abgelegt hat, Schaden von ihm abzuwenden. Auch die Vorbereitungen zum Referendum und die Bedingungen hatten den Normalwahlcharakter und nicht die einer Schicksalswahl f\u00fcr Gro\u00dfbritannien.<\/p>\n<p>\u00dcber Jahre hinweg hat David Cameron \u00fcber viele Belange zur Europ\u00e4ischen Union geschimpft und starke Zweifel angemeldet. Die B\u00fcrger Gro\u00dfbritanniens haben so den Eindruck vermittelt bekommen, dass ihr Land nur gequ\u00e4lt wird und hohe Abgaben leisten muss. \u00dcber die Vorteile einer Mitgliedschaft in der EU scheint man nicht viel Worte verloren zu haben. Das hat sich so \u00fcber viele Jahre hingestreckt. Nun pl\u00f6tzlich vor dem Referendum hat Cameron die Briten beschworen, doch f\u00fcr den Verbleib zu stimmen, weil Gro\u00dfbritannien die Europ\u00e4ische Union braucht. Wie k\u00f6nnte Politik noch unglaubw\u00fcrdiger sein, bei einem solchen Verhalten des Premierministers.<\/p>\n<p>Dieses Referendum hat \u00fcberhaupt nicht die Belange von Nordirland, Wales und Schottland ber\u00fccksichtigt, die vornehmlich gegen einen Brexit gestimmt haben. Weiterhin ist die Wahlbeteiligung von 72% ein Armutszeugnis f\u00fcr die Beteiligten an diesem Referendum, einer Schicksalsabstimmung. Erschreckend war f\u00fcr uns Au\u00dfenstehende die verheerende Argumentation der Brexit-Anh\u00e4nger, insbesondere von Nigel Farage (UKIP) und Boris Jonson (ehem. B\u00fcrgermeister von London), die mit vielen Halbwahrheiten sowie Unwahrheiten die Menschen praktisch gegen die Europ\u00e4ische Union aufgehetzt haben. Selbst auf ihrem Wahlkampfbus stand schon als Hauptargument eine Unwahrheit, n\u00e4mlich die Posse von 319 Millionen t\u00e4glich f\u00fcr die EU von Gro\u00dfbritannien. Auf das Befragen von Nigel Farage, ob dieses Geld denn nun in die Gesundheitskassen flie\u00dfen k\u00f6nnen, hat dieser das vehement verneint. Das erste Hauptargument gegen die EU ging damit schon einmal fl\u00f6ten. So haben ganz klar falsche Informationen viele Menschen in ihrer Wahl auf einen falschen Weg gebracht und damit zur Abstimmung gegen die EU. Das Land wurde von der Partei UKIP durch Nigel Farage und gleichfalls von Boris Jonson gnadenlos f\u00fcr ihre Zwecke auseinander getrieben. Nach dem Referendum wurde es recht still um Boris Jonson!<\/p>\n<p>Nein, so kann man das Vereinigte K\u00f6nigreich nicht den Populisten \u00fcberlassen Herr Cameron! Der Anzettler dieser Aktion einer Spaltung des Landes hat schnell das Boot verlassen und seinen R\u00fccktritt verk\u00fcndet. Das Land b\u00e4umt sich nun zurecht auf, besonders die jungen Menschen, die zu 70% f\u00fcr den Verbleib in der EU stimmten und die wollen mit einer Petition ein zweites Referendum erreichen. Das macht besonders die Halbherzigkeit dieses Referendums den B\u00fcrgern au\u00dferhalb Gro\u00dfbritanniens klar. Auch die zugeh\u00f6rigen Staaten Schottland, Wales und Nordirland haben die Rei\u00dfleine schon gezogen und wollen beim Brexit nichts mehr mit England zu tun haben, was ein staatliches Desaster ist und das Vereinigte K\u00f6nigreich auseinanderrei\u00dfen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Das Wahlergebnis in Gro\u00dfbritannien haben die Briten f\u00fcr ihr Land zu verantworten und niemand sollte ihnen da reinreden. Jedoch m\u00fcssen sich die Briten nun viele Kommentare zum Referendum gefallen lassen. Diesen Ausgang der Wahl hat das Vereinigte K\u00f6nigreich mit seinen Menschen wahrlich nicht verdient. Zumal die populistischen Argumente dubios verbreitet wurden. Das britische Parlament k\u00f6nnte dieses Referendum missachten und seine eigene Entscheidung treffen, aber dann w\u00fcrde sich die Politik noch unglaubw\u00fcrdiger auf die Menschen auswirken. Dennoch w\u00e4re es m\u00f6glich in letzter Sekunde noch den Not-Aus Taster zu dr\u00fccken, denn der Austrittsbrief liegt dem Pr\u00e4sidenten der EU-Kommission noch nicht vor und dabei haben es selbst die Brexit-Bef\u00fcrworter damit\u00a0nicht eilig. Nat\u00fcrlich wei\u00df man nicht, ob Br\u00fcssel einen zunehmenden Verhandlungsdruck begr\u00fcndet durch das Referendum der Briten\u00a0tolerieren k\u00f6nnte, wenn ja, dann sicherlich nicht zu denselben Konditionen wie vor der Wahl, wenn \u00fcberhaupt. Vielleicht haben die EU-Bef\u00fcrworter mit ihrer Petition eine Chance, wobei es sicherlich auch mit der Anzahl der Beteiligten zusammenh\u00e4ngt. Gro\u00dfbritannien muss um seinen Erhalt k\u00e4mpfen und darf sich nicht von einer nach R\u00fcckw\u00e4rts gerichteten Politik der EU-Gegner\u00a0beeinflussen lassen. Diese Menschen haben sicherlich noch nicht die Ver\u00e4nderungen der globalisierten Welt mit den extremen Herausforderungen f\u00fcr uns Menschen wirklich wahr genommen und w\u00e4hnen sich in ihrer Welt, einer eher unrealistischen Welt, aber dieser Wandel erfordert vor allen Dingen Zusammenhalt.<\/p>\n<p>Den jungen Menschen in Gro\u00dfbritannien darf die Zukunft nicht verbaut werden, denn die f\u00fchlen sich eher bei der Europ\u00e4ischen Union gut aufgehoben. Gemeinsam ist die Europ\u00e4ische Union stark, jedoch mit Gro\u00dfbritannien st\u00e4rker. Aber, die Briten m\u00fcssen es selbst am besten wissen. Wahrscheinlich ist es jedoch, dass sich die Briten bei einem Austritt &#8222;recht warm anziehen m\u00fcssen&#8220; und das bedeutet nichts Gutes. Allein deswegen ist es jedoch clever von Premier Cameron, die Austrittsverhandlungen mit der EU von seinem Nachfolger durchf\u00fchren zu lassen. Dennoch, er ist der einzige Verursacher f\u00fcr das sich jetzt abspielende Desaster, was ja schon wirtschaftlich feststellbar ist. Dieses ist jedoch erst der Anfang.<\/p>\n<p>Eine in die Jahre gekommene Europ\u00e4ische Union muss dringend der Zeit entsprechend aktualisiert werden und ihren Mitgliedsstaaten mehr Eigenst\u00e4ndigkeit gew\u00e4hren. Ein grunds\u00e4tzliches Regelwerk f\u00fcr die EU\u00a0festzulegen also \u00fcbergeordnet, das ist die Aufgabe der Europ\u00e4ischen Union. Arbeitslosigkeit, Staatsschulden und eine ausgepr\u00e4gte Steuervermeidung oder Steuerflucht beeintr\u00e4chtigen eine funktionierende Europ\u00e4ische Union. Die Menschen nehmen die EU nat\u00fcrlich war, verstehen jedoch nicht wirklich, welche Dinge \u00fcberhaupt aus Br\u00fcssel zu regeln sind. Es fehlt eine klare Informationspolitik durch die EU-Politiker. Nur mit Informationen ist eine Bewertung der Aufgaben \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich. Jedoch hat auch jeder B\u00fcrger eine gewisse Informationspflicht!<\/p>\n<p>27.06.2016 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Briten haben \u00fcber ihren Verbleib in der EU abgestimmt und die Bef\u00fcrworter des Austritts haben das Referendum f\u00fcr sich entscheiden k\u00f6nnen. Jetzt m\u00fcsste normalerweise die Prozedur des Ausscheidens zur Verhandlung mit der EU-Kommission in Gang gesetzt werden. 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