{"id":593,"date":"2016-06-20T15:25:34","date_gmt":"2016-06-20T13:25:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=593"},"modified":"2016-06-20T15:25:34","modified_gmt":"2016-06-20T13:25:34","slug":"ist-der-brexit-die-loesung-fuer-die-briten-mk-23-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=593","title":{"rendered":"Ist der Brexit die L\u00f6sung f\u00fcr die Briten? &#8211; MK 23-16"},"content":{"rendered":"<p>Nun findet zum ersten Mal in der Geschichte Gro\u00dfbritanniens eine historische Wahl statt. Dieses soll am 23. Juni als Referendum zur Abstimmung der B\u00fcrger \u00fcber den Verbleib des Landes in der Europ\u00e4ischen Union durchgef\u00fchrt werden. Diese Wahl hat wahrlich eine historische Bedeutung und entscheidet dar\u00fcber, ob England zur begrenzenden Nationalit\u00e4t zur\u00fcckkehren will oder weiter Mitglied\u00a0einer Gemeinschaft\u00a0sein m\u00f6chte. Soviel ist zum jetzigen Zeitpunkt klar, dass es eine knappe Entscheidung sein wird. Dieser Ausstieg w\u00e4re kein Ausstieg auf Probe, sondern endg\u00fcltig.<\/p>\n<p>Dabei steht Europa gerade jetzt vor gewaltigen Herausforderungen wie der Bew\u00e4ltigung der Fl\u00fcchtlingskrise, dem aufkommenden Terrorismus, den ungebremsten wirtschaftlichen Problemen sowie ein sich extrem entwickelnder Rechtspopulismus, der Europa in eine egoistische und nationalistische Richtung dr\u00e4ngt. Nein, Probleme dieser Art kann man nur gemeinsam in Europa l\u00f6sen und sich gegenseitig st\u00fctzen, damit unsere Europ\u00e4ische Union stark bleibt und das kann man eben nur in einer Gemeinschaft. Nur die gemeinsame Wirtschaftskraft der Europ\u00e4ischen Union kann in der globalisierten Welt auf Dauer bestehen und so im internationalen Machtringen eine erst zunehmende Rolle spielen. Nationale Alleing\u00e4nge braucht Europa jetzt nicht, nicht in einer Zeit offensichtlicher Schw\u00e4che.<\/p>\n<p>Die Briten sollte sich besinnen und dar\u00fcber nachdenken, wie sie von der Europ\u00e4ischen Union wirtschaftlich \u00fcber Jahre profitieren konnten und das Vereinigte K\u00f6nigreich dadurch einen wirtschaftlichen Schub bekommen hat. Gut, den Euro hat Gro\u00dfbritannien noch nicht als W\u00e4hrung aus der Europ\u00e4ischen Union \u00fcbernommen, aber gerade vom europ\u00e4ischen Binnenmarkt und dem damit verbundenen freien Handel hat das Land profitiert. Die Idee eines freien Europa mit einer gefestigten Demokratie durch Frieden, Freiheit, Menschenrechte und Solidarit\u00e4t machen doch die Europ\u00e4ische Union aus und sind ihre St\u00e4rken. Auch die kulturelle Vielfalt der Mitgliedsl\u00e4nder ist zu keinem Zeitpunkt ein Problem gewesen, weil die Europ\u00e4ische Union ein loser Staatenverbund ist. Das alles wollen die Briten aufs Spiel setzen?<\/p>\n<p>Aber wie ist es eigentlich zu diesem Referendum gekommen? Die Querelen in der Europ\u00e4ischen Union sind bekannt und wurden oft vom Premierminister Cameron gesch\u00fcrt. Wie in einer gro\u00dfen Familie gab es immer mal wieder Streit, der meistens nichts Grunds\u00e4tzliches betraf und man den Eindruck hatte, David Cameron wollte es immer wieder mal versuchen, bessere Bedingen f\u00fcr das Mitgliedsland Gro\u00dfbritannien herauszuholen. Jedoch w\u00e4re es rein oberfl\u00e4chlich betrachtet, wenn man es so sehen w\u00fcrde. Es bestehen schon strukturelle Probleme in der Ausrichtung der EU und vor allen Dingen in der Umsetzung von europ\u00e4ischen Richtlinien und Gesetzen. Man k\u00f6nnte meinen, dabei kommen die Nationalen Interessen etwas zu kurz. Einige L\u00e4nder wie auch Gro\u00dfbritannien kommen sich von der Europ\u00e4ischen Union geg\u00e4ngelt vor. Aber wie sollte man sich unter 28 L\u00e4ndern wohl einigen k\u00f6nnen, bei so viel sozialen Unterschieden und spezieller, kultureller Pr\u00e4gungen. Man sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein, dass es wie in einer langj\u00e4hrigen Ehe stets ein Geben und Nehmen sein wird, denn das ist der grunds\u00e4tzliche Geist der Gemeinschaft dieser EU. Mal muss man verzichten, mal profitiert man als Staat von den Entscheidungen aus Br\u00fcssel. Und die Briten haben gut davon profitiert. Nur so kann Gemeinschaft funktionieren. David Cameron hat sich zum Referendum aus politischem Kalk\u00fcl entschlossen, auch weil er vielleicht nur so dem politischen Druck ausweichen konnte. So hat er noch vor gar nicht langer Zeit die Werbetrommel daf\u00fcr ger\u00fchrt, dass es England ohne EU besser gehen w\u00fcrde. Nun ist alles pl\u00f6tzlich ganz anders und der Premierminister warnt sogar vor dem Austritt. Alle politischen Kreise sind aufgeputscht und unruhig, besonders die Brexit-Bef\u00fcrworter. Dazu z\u00e4hlt Cameron jetzt nicht mehr und er w\u00fcnschte sich sicher, dass sich der Schlamassel zum Positiven aufl\u00f6sen w\u00fcrde. Ja, ja, die Geister, die man rief\u2026. Den Investoren klingeln jetzt schon die Ohren und die Industrie in England bef\u00fcrchtet Einbr\u00fcche bei dem Warenaustausch. England h\u00e4tte auf einen Schlag keine Handelspartner mehr und der Finanzstandort London w\u00e4re so infrage zu stellen. Somit w\u00fcrde ein Austritt aus der Europ\u00e4ischen Union nichts Gutes bedeuten, auch nicht f\u00fcr die verbleibenden EU-L\u00e4nder. Aber auch f\u00fcr die B\u00fcrger in Gro\u00dfbritannien w\u00fcrden sich etliche Nachteile ergeben, weil sich die Finanzlage des Landes \u00e4ndert. Steuererh\u00f6hungen und die K\u00fcrzung von Sozialleistungen w\u00e4ren die Folge. Und mit der Konjunktur w\u00fcrde es ebenfalls abw\u00e4rts gehen in Gro\u00dfbritannien. W\u00fcrden wohl nach einem Austritt Gro\u00dfbritanniens auch noch andere Staaten einen Austritt in Erw\u00e4gung ziehen?<\/p>\n<p>N\u00fcchtern betrachtet sind die Bef\u00fcrworter der EU wohl in Wales, Schottland und Nordirland zu finden. Die W\u00e4hler in England sind gespalten und die Bef\u00fcrworter des Austritts hetzen die Menschen auf, verbreiten falsche und verf\u00e4lschte Parolen zur Verbundenheit mit der EU. In deren Augen ist ein nationaler Alleingang die absolute L\u00f6sung f\u00fcr vermeintliche Probleme in Gro\u00dfbritannien. Ist ein Brexit wirklich ideal f\u00fcr das Vereinigte K\u00f6nigreich? Es ergeben sich eigentlich nur Nachteile f\u00fcr alle und die zurzeit instabile Lage der Europ\u00e4ischen Union w\u00fcrde durch den Austritt nicht verbessert. Die Rechtspopulisten wittern Morgenluft und m\u00f6chten gerne alles f\u00fcr sich mit negativen Parolen ausschlachten. Dem muss man eindeutig Einhalt gebieten und die B\u00fcrger dar\u00fcber aufkl\u00e4ren, dass diese tollen Parolen, die Gutes bringen sollen, nur Schall und Rauch sind. Verbessern kann sich dadurch nichts in der EU, au\u00dfer die Lage der Rechtspopulisten selber.<\/p>\n<p>Also, es werden wahre Europ\u00e4er unter den Briten gesucht, die erkennen, dass der europ\u00e4ische Geist f\u00fcr ein vereintes Europa es wert ist f\u00fcr Stabilit\u00e4t zu sorgen. Auch wenn manche Mitgliedsstaaten der Europ\u00e4ischen Union diese nur als Geldquelle ansehen, ohne auch Verpflichtungen zu erf\u00fcllen, so muss man diesen etwas abseits stehenden B\u00fcrgern dieser L\u00e4nder sagen, niemand will wissentlich in der EU jemandem etwas wegnehmen oder streitig machen. Ein durchg\u00e4ngiger Egoismus ist in der Gemeinschaft der Europ\u00e4ischen Union fehl am Platz. Nur zusammen ist man stark, dieses z\u00e4hlt auch bei den Europ\u00e4ern. Man kann nur darauf hoffen, dass die Nationalisten und die Bef\u00fcrworter des Brexits in die Schranken gewiesen werden und zwar durch eine klare Niederlage. Jammern gilt also nicht und einfach aus dem Staub machen ist auch nicht gut. Die Verbundenheit in der Europ\u00e4ischen Union muss laufend trainiert werden und zu verbessern ist sicher einiges, darin gebe ich Herrn Cameron recht. Aber dann auch ohne Extrawurst f\u00fcr Gro\u00dfbritannien.<\/p>\n<p>20.06.2016 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun findet zum ersten Mal in der Geschichte Gro\u00dfbritanniens eine historische Wahl statt. Dieses soll am 23. Juni als Referendum zur Abstimmung der B\u00fcrger \u00fcber den Verbleib des Landes in der Europ\u00e4ischen Union durchgef\u00fchrt werden. Diese Wahl hat wahrlich eine &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=593\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,24,8,7],"tags":[],"class_list":["post-593","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-eu","category-mein-kommentar","category-menschen","category-politik-und-finanzen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/593","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=593"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/593\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":594,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/593\/revisions\/594"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=593"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=593"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=593"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}