{"id":527,"date":"2016-02-29T10:46:40","date_gmt":"2016-02-29T09:46:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=527"},"modified":"2016-02-29T11:37:47","modified_gmt":"2016-02-29T10:37:47","slug":"die-maer-vom-pflanzenschutzmittel-glyphosat-mk-09-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=527","title":{"rendered":"Die M\u00e4r vom Pflanzenschutzmittel Glyphosat &#8211; MK 08-16"},"content":{"rendered":"<p>Das Breitband-Herbizid Glyphosat ist eine Entwicklung der amerikanischen Firma Monsanto, welche im Jahr 1971 dieses Produkt unter Patentschutz stellte. So verbreitete sich dieses Herbizid weltweit, weil es laut Monsanto vollkommen unbedenklich in der Agrarwirtschaft eingesetzt werden konnte und keine Gefahren f\u00fcr die Umwelt anfangs erkennbar waren. In der extensiv genutzten Landwirtschaft zeigte sich von Beginn an seit dem Jahr 1974 in Deutschland Glyphosat bei seinem Einsatz ertragssteigernd, und eventuelle Gesundheitsgefahren wollte niemand erkennen. Die Verb\u00e4nde beurteilten dies als Erntesicherheit und optimale Anwender-Flexibilit\u00e4t. Nach dem ausgelaufenen Patentschutz 1996 produzieren etliche Firmen auf der ganzen Welt dieses Mittel, unter anderen auch 53 Firmen in China. Auf der globalisierten Welt gibt es im Jahr 2015 festgestellt bereits 91 Chemieunternehmen, die dieses Herbizid herstellen und das mit steigender Tendenz. In den ersten Jahren seiner Verbreitung war dieses Glyphosat ausschlie\u00dflich bekannt unter dem Namen \u201eRoundup-Monsanto\u201c und beinhaltete noch die Stoffe POEA (Polyethoxylated tollow amine) und AMPA (Rezeptor), welche die Intensit\u00e4t des Herbizids mit ihrer h\u00f6heren Giftigkeit auf die Pflanzen noch unterst\u00fctzten. So werden jedes Jahr in Deutschland bedenkenlos\u00a015000\u00a0Tonnen\u00a0dieses Mittels auf Deutschland Agrarb\u00f6den als Spritzmittel verteilt, weltweit ergibt sich die Menge von 740000 t und man rechnet mit einer Steigerung auf 1,35 Mill. t in den n\u00e4chsten Jahren. So macht Monsanto j\u00e4hrlich mit seinem Produkt \u201eRoundup\u201c einen Gesamtumsatz von \u00fcber 2 Milliarden US-Dollar.<\/p>\n<p>Der Wirkmechanismus von Glyphosat beruht auf einer Hemmung eines Enzyms, das f\u00fcr den Aufbau von Eiwei\u00dfbausteinen der Pflanze zust\u00e4ndig ist. Fehlt dieses Enzym, kommt es zu einem Wachstumsstillstand innerhalb einer Woche und die Pflanze (Unkraut) stirbt ab.<\/p>\n<p>Im Jahr 1996 hat die Firma Monsanto Sojabohnen genetisch ver\u00e4ndert und l\u00e4sst diese durch ein in der Pflanze erzeugtes Enzym die Giftdusche mit Glyphosat \u00fcberstehen. Dieses Ernteprodukt der Sojabohne kommt seit 1996 als genetisch ver\u00e4ndertes Futtermittel in die Europ\u00e4ische Union und das mit j\u00e4hrlich 36 Millionen Tonnen. Diese Tatsache hat die einstige bei der Zulassung erstellte Risikobewertung f\u00fcr das Herbizid Glyphosat vollkommen ver\u00e4ndert und zwar deswegen, weil nicht nur die Agrarb\u00f6den in den laufenden Jahren eine sehr starke Anreicherung mit Glyphosat erfahren, sondern auch noch Tiere sch\u00e4digen bzw. bewirken, dass belastete tierische Produkte mit in die Nahrungskette f\u00fcr uns Menschen\u00a0gelangen. Letztendlich landet Glyphosat auf unseren Tellern. Es ist nicht nur durch den jahrelangen und bedenkenlosen Einsatz des Spritzmittels eine Gefahr f\u00fcr die Umwelt, die Tiere und den Menschen entstanden, sondern hat sich so zu einer tickenden Zeitbombe auch f\u00fcr die Umwelt entwickelt. Der Mensch ist nat\u00fcrlich mit den Produkten der Agrarwirtschaft unl\u00f6sbar verbunden und deswegen als Endverbraucher betroffen. So bestehen 78% der Futtermittel in der Europ\u00e4ischen Union aus genmanipuliertem Soja.\u00a0Eine Brisanz ergibt sich durch die Tatsache, dass\u00a0dieses Futtermittel\u00a0mit dem Schadstoff Glyphosat\u00a0belastet ist.<\/p>\n<p>Die Umweltverb\u00e4nde kritisieren alle Regelmechanismen der Zulassung durch die Beh\u00f6rden der EU, aber auch der Beh\u00f6rden, insbesondere BfR (Bundesamt f\u00fcr Risikobewertung), in Deutschland. So schildern diese Naturschutz- und Umweltverb\u00e4nde, dass die Beh\u00f6rden gro\u00dfz\u00fcgig ihnen angebotene Gutachten von Agrarverb\u00e4nden verwendet h\u00e4tten, was diese nat\u00fcrlich bestreiten. So wurden Gutachten, die den Einsatz des Glyphosat als gesundheitlich risikoreich und bedenklich eingestuft hatten von vorne herein aussortiert, um nur ja keine negativen Einfl\u00fcsse zur Zulassung \u00fcberhaupt einflie\u00dfen zu lassen. Die Gefahrenanalyse lief somit positiv aus oder wurde als nicht bemerkenswert Risiko abgewertet. F\u00fcr uns Au\u00dfenstehende sieht es so aus, als h\u00e4tte eine nicht objektive Bewertung im Sinne der Lobbyisten stattgefunden. Die erteilte Zulassung hatte eine Laufdauer von 10 Jahren und ging bis zur Mitte des letzten Jahres. Mit einer Sondergenehmigung verl\u00e4ngerte man den Zulassungszeitraum um ein halbes Jahr, um f\u00fcr 2016 eine erneute grundlegende Pr\u00fcfung unter Zugrundelegung von zeitnahen und aktuellen Erkenntnissen f\u00fcr eine neue Bewertung durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Am Beginn des Einsatzes von Glyphosat im Jahr 1974 war noch Friede, Freude und Eierkuchen, was sich durch alarmierenden Meldungen \u00fcber die Anreicherung der B\u00f6den, des Grundwassers, der Nahrung, der Gef\u00e4hrdung von Mensch und Tier mit diesem Herbizid schon fr\u00fcher ohne Beachtung zeigte. Die neusten Untersuchungen auch durch die WHO stufen diesen Stoff als krebserregend, krankheitsausl\u00f6send und gef\u00e4hrlich f\u00fcr unsere Nahrungskette ein. Nun hat der Konzern Monsanto bisher alle Kritiker durch Verfahren mundtot gemacht, aber bei der WHO nutzt dies ziemlich wenig. Die \u00f6ffentliche Kritik b\u00e4umt sich auf und sorgt zumindest vor einer erneuten Zulassung f\u00fcr immensen Diskussionsstoff. F\u00fcr eine Zustimmung sind die Beh\u00f6rden in Deutschland zust\u00e4ndig und abschlie\u00dfend der Deutsche Bundestag in einer parlamentarischen Abstimmung.<\/p>\n<p>Aber mit der Verharmlosung der Gefahren die mit dem Einsatz von Glyphosat verbunden sind ist erst einmal Schluss. Viel zu lange wurde Fakten mit Gutachten \u00fcber Gutachten beiseite gewischt und letztlich der Verbraucher get\u00e4uscht, denn dieser steht am Ende einer Anreicherung der Umwelt und Lebensmittel mit dem Herbizid. So ist auch nicht zu verkennen, dass etliche Landwirte pers\u00f6nlich schon Schaden genommen haben durch eine H\u00f6chstanreicherung in ihrem Blut bzw. K\u00f6rper mit diesem Stoff Glyphosat.<\/p>\n<p>Bei Rindern hat es immer schon seit 200 Jahren eine Krankheit mit Namen Bolulismus gegeben, die durch ein im Futtermittel enthaltenes Neurotoxin (Nervengift) ausgel\u00f6st wurde, was ein von dem Bakterium \u201eClostridium botulinum\u201c als erzeugter Giftstoff BoNT bekannt ist. Mit der Aufnahme von Futtermitteln f\u00fcr Rinder und Milchk\u00fche t\u00f6tet dieses Glyphosat im Magen und Darm die gesundheitsf\u00f6rdernden Bakterien, die einen Ausgleich schaffen konnten. So leiden die Tiere unter einer st\u00e4ndigen Vergiftung, was zu einem auff\u00e4lliger Leistungsabfall, hochgezogener Bauch, Auszehrung, Torkeln und Entenlauf, eingeschr\u00e4nkte Reflexe, gest\u00f6rtes Trinkverhalten, andauernder Speichelfluss, Pansenl\u00e4hmungen, Labmagenverlagerungen und nicht heilende Hautwunden f\u00fchrt. Die Tiere haben kein nat\u00fcrliches Abwehrverhalten mehr, was durch die chronische Glyphosat-Vergiftung entsteht.<\/p>\n<p>So wird die Natur nachhaltig gesch\u00e4digt, die B\u00f6den vergiftet, das Grundwasser verseucht, den Menschen gesundheitlichen Schaden zugef\u00fcgt, die Nahrung f\u00fcr die Menschen mit dem Schadstoff belastet, ohne zus\u00e4tzlich die bei den Menschen und Tieren ausgel\u00f6sten Krankheiten zu ber\u00fccksichtigen, die vielf\u00e4ltig sind. Es bestehen genug Fakten und seri\u00f6se Gutachten von unabh\u00e4ngigen Fachleuten, die Glyphosat als Herbizid \u00e4u\u00dferst bedenklich f\u00fcr den Einsatz auf Agrarb\u00f6den halten und noch schlimmer in dem belasteten Futtermittel Soja bewerten, was letztlich auch den Verbraucher im Gesamten trifft.<\/p>\n<p>Die Neubewertung einer Zulassung muss mit einer Gesamtbeurteilung aller Fakten zum Einsatz des Herbizids Glyphosat erfolgen und zumindest mit gezielten Einschr\u00e4nkungen verbunden sein. Bedenkenloser Einsatz von Herbiziden in unserer Natur kann nicht Ziel unseres bewussten Naturschutzes in Deutschland sein und muss auch die Landwirte, Agrarexperten, die deutschen Beh\u00f6rden und den Deutschen Bundestag von der Notwendigkeit eines Verbotes \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>In den USA haben die Landwirte schon nach drei Jahren auf den Fl\u00e4chen mit angebautem Gen-Soja festgestellt, dass sich immer mehr resistente Wildkr\u00e4uter bilden konnten, die allen Mittel bei der Bek\u00e4mpfung widerstehen. Die Landwirte bekommen ihre \u00c4cker nicht mehr unter Kontrolle und geben ihre H\u00f6fe auf. Will die deutsche Landwirtschaft amerikanische Zust\u00e4nde erreichen?<\/p>\n<p>Die aufgestellte Behauptung von der Firma Monsanto, dass durch ihr Herbizid Roundup weniger Spritzmittel zur Unkrautbek\u00e4mpfung eingesetzt werden muss hat sich als paradox herausgestellt, denn das Gegenteil ist der Fall. Auch die propagierte problemlose Anwendung von Glyphosat in der Agrarwirtschaft hat sich bis heute als falsch herausgestellt. Denn Glyphosat ist sch\u00e4dlich f\u00fcr den Menschen und die Umwelt, so beurteilt die Fachwelt und die WHO heute die Anwendung von diesem Herbizid Glyphosat. Die Europ\u00e4ische Kommission muss handeln und das in bestem Sinne f\u00fcr die B\u00fcrger der Europ\u00e4ischen Union. Dennoch k\u00f6nnte Deutschland einen eigenen Weg gehen, falls sich wider Erwarten eine Neuzulassung f\u00fcr Glyphosat\u00a0in der\u00a0EU ergeben sollte, n\u00e4mlich dann, wenn die Beh\u00f6rden und das Deutsche Parlament die Anwendung dieses Herbizids anders beurteilen.<\/p>\n<p>29.02.2016 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Breitband-Herbizid Glyphosat ist eine Entwicklung der amerikanischen Firma Monsanto, welche im Jahr 1971 dieses Produkt unter Patentschutz stellte. 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