{"id":452,"date":"2015-10-05T17:45:58","date_gmt":"2015-10-05T15:45:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=452"},"modified":"2015-10-05T17:45:58","modified_gmt":"2015-10-05T15:45:58","slug":"25-jahre-deutsche-einheit-mk-40-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=452","title":{"rendered":"25 Jahre Deutsche Einheit &#8211; MK 40-15"},"content":{"rendered":"<p>Die deutsche Wiedervereinigung war ein politischer Gl\u00fccksfall, der nur so und zu diesem Zeitpunkt m\u00f6glich war. Mit dem Einverst\u00e4ndnis der Siegerm\u00e4chte des Zweiten Weltkrieges, dem \u00d6ffnen der Sowjetunion zu Glasnost und Perestroika sowie dem wirtschaftlichen Zusammenbruch der DDR wurde die Einigung erst m\u00f6glich gemacht. Es h\u00e4tte kein anderer Zeitpunkt sein k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich haben die Menschen in Ostdeutschland mit ihrem friedlichen Protest gegen das Regime\u00a0des Unrechtsstaates DDR in nicht unerheblichen Ma\u00dfe dazu beigetragen, dass ein Zusammenschluss wahr wurde.<\/p>\n<p>Es fing mit dem \u00d6ffnen der Grenzen an, als G\u00fcnter Schabowski vom Politb\u00fcro der DDR die Reisefreiheit zwar z\u00f6gerlich, aber dennoch im Fernsehen verk\u00fcndete. Was danach als euphorischer Freiheitssturm geschah konnte fast niemand so recht glauben, denn die Menschen str\u00f6mten mit einem unb\u00e4ndigen Freiheitswillen \u00fcber die Grenze, nur um sich selbst zu zeigen, ich kann beliebig reisen. Kaum einer blieb im westlichen Teil, kehrte danach zur\u00fcck, und das geschah am 9. November 1989. So fiel praktisch die gehasste Mauer der innerdeutschen Grenze, weil es das Volk so wollte. Das absolut Wichtigste dabei zeigte sich auch Gott sei Dank wie erhofft, n\u00e4mlich das alles friedlich geschah.<\/p>\n<p>Schon im M\u00e4rz 1990 fanden erstmals freie Wahlen in der DDR statt und die Menschen dort haben es in sich aufgesaugt. Zum ersten Mal keine 99,8% Zustimmung f\u00fcr die SED, das war schon was. Im Laufe des Jahres konnten dann durch Abstimmungen und entsprechende Vertr\u00e4ge zwischen der BRD und der DDR die Grundlagen f\u00fcr die Wiedervereinigung geschaffen werden, die auch von Moskau so gewollt war. Mit dem ersten und zweiten Staatsvertrag zwischen den beiden deutschen Staaten war es dann klar, es gibt wieder ein vereintes Deutschland. Es geschah so, was viele erhofft hatten, jedoch niemals f\u00fcr m\u00f6glich hielten. Mit dem 31. August 1990 wurde in Ost-Berlin der deutsche Einigungsvertrag unterschrieben und von beiden Parlamenten mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit am 20. September best\u00e4tigt. Eine abschlie\u00dfende vertragliche Fixierung geschah am 12. September, indem die UdSSR, die USA, Frankreich und Gro\u00dfbritannien den \u201eVertrag \u00fcber die abschlie\u00dfende Regelung in Bezug auf Deutschland\u201c unterzeichneten. Mit diesem Tag erhielt Deutschland seine volle Souver\u00e4nit\u00e4t. Am 3. Oktober 1990 wurde um Mitternacht die deutsche Flagge auf dem Reichstagsgeb\u00e4ude in Berlin gehisst. Hunderttausende feierten dieses Ereignis, den Tag der Deutschen Einheit.<\/p>\n<p>F\u00fcr die meisten Menschen im Osten war dieser Zeitpunkt der Deutschen Wiedervereinigung sch\u00f6n und gleichzeitig sicherlich auch be\u00e4ngstigend. Die staatlichen Strukturen der DDR existierten nicht mehr und das sorgte sicherlich bei vielen Menschen f\u00fcr eine gro\u00dfe Unsicherheit. Eine funktionierenden Wirtschaft gab es nicht mehr, also auch unsichere Arbeitspl\u00e4tze oder es drohte die Arbeitslosigkeit. Die bestehenden Betriebe im Osten waren marode und nicht in der Lage Produkte kosteng\u00fcnstig herzustellen. Die Menschen sp\u00fcrten am eigenen Leib, wie die freie Marktwirtschaft funktionierte. So wich die Euphorie \u00fcber die Wiedervereinigung schnell und es begannen Existenz\u00e4ngste auf die Menschen einzuwirken. Die vom damaligen Bundeskanzler Kohl versprochenen bl\u00fchenden Landschaften gab es nicht so schnell, sondern eher eine be\u00e4ngstigende Entwicklung im Land. Mit der Treuhand verschwanden schnell Betriebe, die nicht in der Lage waren, \u00fcberhaupt markttaugliche und konkurrenzf\u00e4hige Produkte herstellen zu k\u00f6nnen. Wie man so sagt, es wurde vieles einfach platt gemacht. Jedoch die Menschen mussten ja von irgendetwas leben und das war zu diesem Zeitpunkt nicht so einfach.<\/p>\n<p>Nun hat sich die Wirtschaft im Osten in den 25 Jahren wieder entwickelt, konnte aber bis jetzt noch nicht zum westdeutschen Standard aufschlie\u00dfen. Den Menschen im Osten geht es insgesamt wieder besser, weil die wirtschaftliche Entwicklung sich \u00fcberwiegend positiv gezeigt hat. So bl\u00fcht jetzt wirklich einiges in den ostdeutschen L\u00e4ndern, aber auch etliches noch nicht. Die kleinteilige Entwicklung der ostdeutschen Wirtschaft h\u00e4ngt auch viel mit der Privatisierungspolitik zusammen. Jedoch haben sich auch viele Firmen neu im Osten angesiedelt, die ebenfalls schon im Westen vertreten sind. Es sind Firmen der Autobauer, der Mikroelektronik und dem Maschinenbau, die sich in einigen St\u00e4dten ansiedelten. Erfreulicherweise konnten ehemalige industrielle Kerne im Osten, wie die optische und elektronische Industrie in Jena wieder marktwirtschaftlich Fu\u00df fassen, es war eine Wiederbelebung. Jedoch kamen auch andere Firmen aus anderen Branchen, die dann Subventionen daf\u00fcr kassierten. Etliche Firmen haben Ostdeutschland auch schon wieder den R\u00fccken zugedreht und ihre Firmensitze verlassen.<\/p>\n<p>Insgesamt geht es den Menschen auch deswegen\u00a0besser, weil die Arbeitslosigkeit, die in den Jahren 1990 bis 2005 bis zu 20% betrug, sich nach 2005 mit einem Konjunkturschub auf 9% verringerte, was im Moment immer noch 3% h\u00f6her ist als im Westen. Es waren somit wieder mehr Menschen im Arbeitsprozess und hatten ihr geregeltes Einkommen. In den Einkommen hat der Osten wirklich aufgeholt und liegt zurzeit bei 86%\u00a0des gesamtdeutschen Einkommens und lag im Jahr 1991 nur bei 58%. Mit einem niedrigeren Preisniveau im Osten ist der Abstand der eigentlichen Kaufkraft geringer.<\/p>\n<p>Die ostdeutschen L\u00e4nder sind wieder attraktiver geworden, weil die St\u00e4dte wieder schicker sind und sich der geplante Umweltschutz positiv auswirkt. Jedoch sind von den ehemals 14,5 Millionen Einwohnern der fr\u00fcheren DDR mehr als 2 Millionen in den Westen abgewandert und das waren \u00fcberwiegend j\u00fcngere Menschen. Auch wohnen die Menschen lieber in der Stadt als auf dem Land, weil sich f\u00fcr den Erwerb dort bessere M\u00f6glichkeiten ergeben.<\/p>\n<p>Nach dem Zusammenbruch der ostdeutschen Wirtschaft der DDR hat sich wirtschaftlich eine steigende Entwicklung von 60% in den Jahren 1991 bis 1997 abgezeichnet, die sich danach deutlich verlangsamte und jetzt noch bei ca. 1,2% Zuwachs pro Jahr betr\u00e4gt. Die Menschen haben sich sicherlich mit vielen Dingen der Ver\u00e4nderung arrangiert oder abgefunden. So haben sich sicher etliche Menschen\u00a0einiges anders vorgestellt, als dann die Wiedervereinigung &#8222;auf sie zukam&#8220;.\u00a0Die Freiheit ist nat\u00fcrlich nicht kostenlos und jeder muss das Seine dazu leisten. Es wird auch Menschen im Osten geben, die sich nach ihrer DDR zur\u00fcck gesehnt haben oder auch noch sehnen und sie mit der Demokratie in der Bundesrepublik nicht viel anfangen konnten, aber sicherlich genie\u00dft es die Mehrheit in einem freiheitlichen und demokratischen Staat leben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>So musste jeder B\u00fcrger im Osten nach der Wiedervereinigung seinen Weg finden. Die Menschen konnten sich ohne politische Einflussnahme frei entwickeln. Doch mit der Freiheit muss man auch recht sorgsam umgehen und sie pflegen, damit kein Missbrauch geschehen kann. Manche Menschen verstehen unter Freiheit nicht das, was gemeint ist und verlieren den Respekt vor anders Denkenden oder anders Gl\u00e4ubigen. Nat\u00fcrlich muss man die Freiheit dann auch letztendlich vor diesen Menschen sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Dennoch sollten wir froh gestimmt sein und die 25-j\u00e4hrige Einheit Deutschlands feiern. Wir Menschen in Ost und West m\u00fcssen froh sein, dass es diese Chance gegeben hat wieder ein geeintes Deutschland zu werden. Es gibt viele sch\u00f6ne Landschaften im \u00f6stlichen Deutschland. Viele marode St\u00e4dte im Osten Deutschlands sind wieder sch\u00f6n anzusehen. Viele Menschen sind als Sieger aus der Wiedervereinigung hervor gegangen und manche als Verlierer. Viele Menschen w\u00fcnschen sich eine forcierte Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit. Viele Menschen sagen, gut das es so gekommen ist.<\/p>\n<p>Die Wiedervereinigung hat nach 25 Jahren die Menschen geeint, jedoch gibt auch noch immer\u00a0viele Dinge, die zu verbessern sind. Aber es sind ja auch erst 25 Jahre nach der Wiedervereinigung vergangen und es braucht noch weitere Jahre des Ausbaus, sowie der Festigung der Verbundenheit von Ost und West. Die Menschen sind es, die aufeinander zugehen m\u00fcssen. Dann klappt es auch mit der Einheit bei den Menschen aus dem Osten und dem Westen. Deutschland muss f\u00fcr die Wiedervereinigung dankbar sein.<\/p>\n<p>05.10.2015 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Wiedervereinigung war ein politischer Gl\u00fccksfall, der nur so und zu diesem Zeitpunkt m\u00f6glich war. Mit dem Einverst\u00e4ndnis der Siegerm\u00e4chte des Zweiten Weltkrieges, dem \u00d6ffnen der Sowjetunion zu Glasnost und Perestroika sowie dem wirtschaftlichen Zusammenbruch der DDR wurde die &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=452\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,8],"tags":[],"class_list":["post-452","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mein-kommentar","category-menschen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/452","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=452"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/452\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":453,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/452\/revisions\/453"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=452"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=452"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=452"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}