{"id":432,"date":"2015-09-07T11:08:35","date_gmt":"2015-09-07T09:08:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=432"},"modified":"2015-09-07T11:08:35","modified_gmt":"2015-09-07T09:08:35","slug":"die-eu-ohne-konzept-zur-solidaritaet-beim-fluechtlingsproblem-mk-36-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=432","title":{"rendered":"Die EU ohne Konzept zur Solidarit\u00e4t beim Fl\u00fcchtlingsproblem &#8211; MK 36-15"},"content":{"rendered":"<p>Es dr\u00e4ngen weiterhin Tausende Fl\u00fcchtlinge aus unterschiedlichen L\u00e4ndern nach Europa. Sie sind durch Kriegsereignisse traumatisiert, ver\u00e4ngstigt und gleichzeitig euphorisch, weil sie nicht mehr um ihr Leben f\u00fcrchten m\u00fcssen und sich ihr Traumziel in fast greifbarer N\u00e4he befindet. Was sie in den fremden L\u00e4ndern erwartet k\u00f6nnen sie sich wohl kaum vorstellen, jedoch meinen die Fl\u00fcchtlinge, dass es nicht schlimmer als der Krieg in ihrer verlassenen Heimat sein kann.<\/p>\n<p>Die meisten sind in Griechenland oder Italien angekommen, werden normalerweise\u00a0registriert und verstehen nicht, dass sie eigentlich dort bleiben sollen. Der Staat Griechenland wurde f\u00f6rmlich \u00fcberrollt und hat dann in h\u00f6chster Bedr\u00e4ngnis die Fl\u00fcchtlinge einfach weiter ziehen lassen, weiter durch den Balkan. Die Nicht-EU-L\u00e4nder Serbien und Montenegro kapitulierten recht schnell und wurden schlie\u00dflich nur ebenfalls \u00fcberrollt von Abertausenden Fl\u00fcchtlingen, die ihr Ziel stets im Auge hatten. Sie wollen nach Norden und ihr Wunschziel ist Deutschland und darauf konzentrieren sie sich.<\/p>\n<p>Der 175 km lange Zaun an der ungarischen Grenze soll die Fl\u00fcchtlinge davon abhalten in das Land Ungarn vorzusto\u00dfen. K\u00f6nnen solche Z\u00e4une Fl\u00fcchtlinge aufhalten? Nein, der Zaun wird auch \u00fcberwunden. Nun l\u00e4uft im Land Ungarn etwas unkontrolliert, jedoch mit System, wie ein passives Abwehrverhalten ab, welches vom Land Ungarn unmenschlich und schon fast menschenverachtend ist. Die Fl\u00fcchtlinge werden hingehalten, ignoriert, vertr\u00f6stet, get\u00e4uscht und schlie\u00dflich in Aufnahmelager gebracht, damit sie registriert werden konnten. Jedoch haben sich die Menschen nicht einsperren lassen und mit einem unb\u00e4ndigen Freiheitswillen die Z\u00e4une \u00fcberwunden. Zu Fu\u00df machten sie sich auf den Weg nach \u00d6sterreich, weil ihr Lager 50 km von der Grenze entfernt war. Schlie\u00dflich kapitulierte die Regierung Ungarns und lie\u00df die Fl\u00fcchtlinge mit Bussen zur Grenze nach \u00d6sterreich bringen. Schlie\u00dflich wollten sie mit der Bahn nach Deutschland und besa\u00dfen auch Fahrkarten f\u00fcr diese Fahrt.<\/p>\n<p>Nun hat Herr Orban, der ungarische Ministerpr\u00e4sident, noch eine \u201eTrumpfkarte\u201c im \u00c4rmel. Ab dem 15. September, so hat es das Parlament in Ungarn beschlossen, sind alle Fl\u00fcchtlinge illegal und Kriminellen gleichgesetzt. So kann man diese festnehmen und ihnen drohen f\u00fcnf Jahre Haft. Herr Orban m\u00f6chte keine Muslime im eigenen Land haben, das w\u00e4re nicht gut f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. Nicht nur eine verachtende Politik wird praktiziert, auch das Land will sich vor Fremden abschotten. Nein, man m\u00f6chte keine Fl\u00fcchtlinge, so \u00e4u\u00dferten sich auch Vertreter von Tschechien, Slowakei und Polen.<\/p>\n<p>Unter Missachtung der Realit\u00e4ten hat sich die EU seit einiger Zeit den Tatsachen gegen\u00fcber verschlossen. Man erlebte die Fl\u00fcchtlingsflut und war regungslos, anscheinend unf\u00e4hig zu handeln. Die EU-Kommission konnte keine Ma\u00dfnahmen in die Wege leiten, weil sich die Mitgliedsl\u00e4nder immer noch uneinig dar\u00fcber waren und sind, wie die Fl\u00fcchtlinge verteilt werden sollen oder besser k\u00f6nnen. Das Dublin-Abkommen war vielfach au\u00dfer Kraft gesetzt. Und noch schlimmer f\u00fcr die L\u00e4nder, dass sich die Fl\u00fcchtlinge nicht an die gesetzten Regeln halten wollten, n\u00e4mlich in dem Land zu bleiben, wo sie registriert wurden. Oder sie wollten sich gar nicht erst registrieren lassen. Das hat wesentlich zum Chaos beigetragen.<\/p>\n<p>Auch die deutsche Kanzlerin missachtete quasi das Dublin-Abkommen und signalisierte den Fl\u00fcchtlingen, dass sie nach Deutschland kommen k\u00f6nnten. Aber wie soll es nach dem Akt der christlichen Menschenliebe f\u00fcr die Menschen weiter gehen? Nichts ist eigentlich geregelt und so sprangen viele Menschen in die Bresche, die sich ehrenamtlich bei der Aufnahme der Fl\u00fcchtlinge einsetzten. Allerdings hat die Kanzlerin\u00a0ihre Entscheidung nicht mit den L\u00e4ndern abgestimmt. Diese\u00a0Entscheidung\u00a0f\u00fcr eine\u00a0bedingungslose Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen hat f\u00fcr\u00a0politische Turbolenzen\u00a0gesorgt. Der \u00c4rger ist somit vorprogrammiert.<\/p>\n<p>Nun streiten sich die EU-L\u00e4nder dar\u00fcber, wie eine m\u00f6gliche Verteilung der Fl\u00fcchtlinge aussehen k\u00f6nnte. Es ist eine kritische Uneinigkeit bei diesem Punkt, denn der Zusammenschluss von 28 Mitgliedsl\u00e4ndern verlangt grunds\u00e4tzlich Solidarit\u00e4t. Die ist jetzt gefordert zur Bew\u00e4ltigung der Aufgaben, die bei der Aufnahme von Menschen bew\u00e4ltigt werden m\u00fcssen, die aus ihrer Heimat geflohen sind. Denn den Menschen muss Hilfe in der Not zuteil werden.<\/p>\n<p>Andere L\u00e4nder haben schon viele Fl\u00fcchtlinge aufgenommen. Es\u00a0sind die L\u00e4nder\u00a0T\u00fcrkei, Pakistan, Libanon und der Iran. Jedoch haben die arabischen Br\u00fcder aus Katar, den Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Oman und Bahrein noch keinen Fl\u00fcchtling aufgenommen. Nein, auch diese Staaten k\u00f6nnen nicht so tun, als w\u00e4ren es ausschlie\u00dflich die Probleme Anderer.<\/p>\n<p>In Gro\u00dfbritannien haben die eigenen Landsleute Herrn Cameron daf\u00fcr verurteilt, dass dieser die Landesgrenzen dicht machen wollte. Als Resultat dieses Protestes erkl\u00e4rt sich nun die Bereitschaft der Aufnahme f\u00fcr 15000 Syrer, die wohl auf die Insel kommen sollen. In der Gemeinschaft der Europ\u00e4ischen Union ist es zwingend notwendig, die vertragliche festgelegte Solidarit\u00e4t auch zu praktizieren und das in allen Belangen, die diese Gemeinschaft betreffen. Es kann nicht sein, dass einige L\u00e4nder meinen, die Rosinen sind ausschlie\u00dflich f\u00fcr sie bestimmt und sie k\u00f6nnten Probleme einfach in andere L\u00e4nder verschieben. Wenn allerdings ohne eine Einigung bei dem Fl\u00fcchtlingsproblem in irgendeiner Form eine Art Bestrafung f\u00fcr L\u00e4ndern daraus resultieren sollte die keine Fl\u00fcchtlinge aufnehmen wollen, dann d\u00fcrfte ein nicht unerhebliches Problem f\u00fcr den losen Staatenbund der EU entstehen.<\/p>\n<p>Allerdings ist eines auch ganz klar, dass in jedem Fall den Fl\u00fcchtlingen menschliche Hilfe anzubieten ist und das mit allen Konsequenzen. Die Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft auch bei einer neu festgelegten Asylpolitik in Europa muss immer im Vordergrund stehen. Nat\u00fcrlich ist es genau so wichtig, dass die Wirtschaftsfl\u00fcchtlinge aus den Staaten des Balkans so schnell wie m\u00f6glich in ihre Heimatl\u00e4nder zur\u00fcckkehren. Eine Hilfe zur Selbsthilfe in den Heimatl\u00e4ndern w\u00e4re in Betracht zu ziehen, um menschliche H\u00e4rten zu mildern. Zur Aufrechterhaltung der Abwicklung von regul\u00e4ren Asylverfahren ist es zwingend notwendig, eine Trennung der Verfahren zu erreichen und dazu muss die EU die Liste der sicheren Herkunftsl\u00e4nder neu definieren. Andernfalls ist es auf Dauer nicht m\u00f6glich, den massiven Fl\u00fcchtlingsstrom zu bew\u00e4ltigen. Europa w\u00e4re \u00fcberfordert.<\/p>\n<p>07.09.2015 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es dr\u00e4ngen weiterhin Tausende Fl\u00fcchtlinge aus unterschiedlichen L\u00e4ndern nach Europa. Sie sind durch Kriegsereignisse traumatisiert, ver\u00e4ngstigt und gleichzeitig euphorisch, weil sie nicht mehr um ihr Leben f\u00fcrchten m\u00fcssen und sich ihr Traumziel in fast greifbarer N\u00e4he befindet. 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