{"id":401,"date":"2015-06-22T10:21:09","date_gmt":"2015-06-22T08:21:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=401"},"modified":"2015-06-24T14:44:46","modified_gmt":"2015-06-24T12:44:46","slug":"griechenland-rien-ne-va-plus-nichts-geht-mehr-mk-25-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=401","title":{"rendered":"Griechenland \u2013 rien ne va plus (nichts geht mehr)? &#8211; MK 25-15"},"content":{"rendered":"<p>Um in der Sprache der Spielbank zu bleiben k\u00f6nnte man sagen, den Griechen gehen die Jetons aus, um weiter am Spiel teilnehmen zu k\u00f6nnen. Die Zeit des Handelns l\u00e4uft nun Ende des Monats Juni aus, weil f\u00fcnf Monate ohne wesentliche Aktivit\u00e4ten der griechischen Regierung von Ministerpr\u00e4sident Tsipras Griechenland verlaufen sind. Offensichtlich sind die Versprechungen an die W\u00e4hler vor der Wahl f\u00fcr die Regierung etwas Unumst\u00f6\u00dfliches, was es nicht anzutasten gilt. Sicher, ihren W\u00e4hlern gegen\u00fcber ist Syriza linientreu geblieben und das wohl auch kompromisslos. Bis jetzt sieht es jedoch nicht so aus, als w\u00e4re es die L\u00f6sung aller Probleme, den Sparpl\u00e4nen den Kampf anzusagen.<\/p>\n<p>Es ist eine Folge dieser z\u00f6gerlichen Politik, die nur von anderen erwartet, dass sie sich bewegen sollen. So werden vermutlich bis zum Monatsende 2-3,6 Milliarden Euro in Griechenlands Kassen fehlen, weil die Steuereinnahmen drastisch weggebrochen sind. Die direkt Leidtragenden sind die Rentner und die Staatsbediensteten, die wohl eine K\u00fcrzung ihrer Bez\u00fcge erfahren m\u00fcssen oder es gar keine Auszahlung der Gelder gibt. Hinzu kommt noch die f\u00e4llige Gesamtrate von 1,6 Milliarden f\u00fcr die Kredite am Ende des Monats Juni. Viele Griechen eilen derweil zur Bank und heben ihre Gelder von den Konten ab, aber nur die Normalb\u00fcrger, weil die Reichen ja ihr Geld schon im Ausland haben. Die EZB hat schon zum Ausgleich Notkredite an die griechische Zentralbank ausgezahlt, um diese zu st\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die Regierung in Griechenland lamentiert, dass es nichts Schlimmeres als die diktierte Sparpolitik der Geldgeber geben kann, was dem Land schadet. Doch, es sind noch viel gravierendere Einschnitte f\u00fcr Griechenland m\u00f6glich! Wenn das Land aus dem Euro ausscheidet, dann wird es f\u00fcr die Griechen katastrophal sein. Das Land blutet weiter aus und ist auf weitere Hilfen angewiesen. Will Herr Tsipras und Herr Vaorufakis das so haben?<\/p>\n<p>Nein, niemand m\u00f6chte es, dass Griechenland aus dem Euroraum aussteigt. Nein, niemand m\u00f6chte es, dass es den Griechen noch schlechter geht. Nein, auch die meisten Griechen wollen nicht aus dem Euroraum ausscheiden. Mit den vereinbarten Maastrichter Vertr\u00e4gen ist keine Mitgliedschaft von Staaten\u00a0in der EU auf Zeit vorgesehen, sondern damit ausschlie\u00dflich ein dauerhafter Verbleib verbunden. Nur Griechenland selber entscheidet dar\u00fcber, ob es bleibt oder gehen will. Jeder wirkliche Europ\u00e4er w\u00fcnscht sich ein Verbleib Griechenlands in der EU, weil es sonst bei einem Austritt den Euroraum auf Dauer schw\u00e4chen k\u00f6nnte. Die EU kann weiterhin nur im Gesamten stark sein und ihre politischen und wirtschaftlichen Ziele verfolgen und auch erreichen.<\/p>\n<p>Die Auszahlung von 7,2 Milliarden Euro steht im Raum, aber wohin mit dem Geld? Welche Erwartungen kann ein griechischer Ministerpr\u00e4sident haben, wenn er zu keinerlei Reformen in seinem Land bereit ist, die zweifelsohne eine Grundlage zur Verbesserung der eigenen Finanzlage sind. Will man die Lage nicht erkennen oder ist die griechische Regierung nur starrk\u00f6pfig, weil sie es den W\u00e4hlern so versprochen hat?<\/p>\n<p>Falls wider Erwarten es doch noch eine Einigung geben sollte, muss man seitens der Geldgeber sicherstellen, dass die Gelder wirklich in der Bev\u00f6lkerung ankommen und die Probleme der ausgebremsten Wirtschaft bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Auch w\u00e4re es f\u00fcr Griechenland wichtig, dass Herr Tsipras seine komplett versprochenen Ziele auch umsetzt, was bis jetzt beileibe nicht passiert ist. Die Reichen sind immer noch unbehelligt, die Konten von Schwarzgeld in der Schweiz gibt es immer noch und auch die versprochenen Strukturreformen im Land gibt es noch nicht ansatzweise. So hat die griechische Regierung f\u00fcnf Monate verstreichen lassen, um nur zu rebellieren. Wann befindet sich die Regierung endlich wieder auf den Boden der Tatsachen. Denn die Geldgeber haben Griechenland gegen\u00fcber schon viel Geduld aufgebracht und auch ein nicht unerhebliches Entgegenkommen gezeigt.<\/p>\n<p>Herr Vaorufakis hat den Ball der Aktivit\u00e4ten nun der deutschen Kanzlerin zugespielt und sie aufgefordert, doch einen ehrenhaften Abschluss anzustreben und so zu gl\u00e4nzen. So verspielt Herr Vaorufakis seinen letzten \u201eJeton\u201c und schiebt sich selbst ins Abseits bei den kommenden Gespr\u00e4chen am Montag. Dieses wahrscheinlich letzte Zusammenkommen wird\u00a0wohl kl\u00e4ren, ob es einen GREXIT gibt oder nicht. Einen Dauertropf wird und kann es nicht ohne gegenseitige Leistungen geben. Wenn die griechische Regierung versagt, ist sie auch sicherlich danach nicht mehr im Amt, aber Griechenland aus dem Euro raus. Vielleicht reicht es Herrn Tsipras ja aus, als die unnachgiebigste Regierung Griechenlands in die Geschichte einzugehen? Nur f\u00fcr das Land h\u00e4tte er dann nicht wirklich verantwortungsbewusst etwas getan. Nur Rebell zu sein, reicht eben nicht aus. Und die Schulden bleiben.<\/p>\n<p>21.06.2015 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um in der Sprache der Spielbank zu bleiben k\u00f6nnte man sagen, den Griechen gehen die Jetons aus, um weiter am Spiel teilnehmen zu k\u00f6nnen. 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