{"id":369,"date":"2015-04-27T11:00:58","date_gmt":"2015-04-27T09:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=369"},"modified":"2015-05-04T11:29:54","modified_gmt":"2015-05-04T09:29:54","slug":"mein-wochenrueckblick-17-woche-2015-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=369","title":{"rendered":"Mein Wochenr\u00fcckblick &#8211; 17. Woche 2015"},"content":{"rendered":"<h1>Der Machtkampf der GDL<\/h1>\n<p>Die Gewerkschaft der Lokf\u00fchrer hat unter der Leitung von Claus Weselsky in dieser Woche bereits zum 7. Mal gestreikt. Man kann die Frage stellen, ist dieser Streik noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig?<\/p>\n<p>Aber warum streiken die Lokf\u00fchrer zum wiederholten Mal? Herr Weselsky m\u00f6chte gerne zus\u00e4tzliche Mitarbeiter mit tarifieren, die als Zugbegleitpersonal ihre Arbeit verrichten. Nun, das muss sich lohnen, denn es sind immerhin 35000 Kolleginnen und Kollegen. Au\u00dferdem geht es noch um eine Tariferh\u00f6hung von 5% und die Verk\u00fcrzung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde.<\/p>\n<p>Die Behauptung von Herrn Weselsky, dass es kein Protokollpapier \u00fcber die tarifierten Rangierlokf\u00fchrer und das Bahnbegleitpersonal bei der letzten Verhandlungsrunde gegeben hat ist schlichtweg falsch. Deswegen hat der Chef der GDL jedoch die Verhandlungen als gescheitert gezeichnet. Dieses hat er in einer neuen Aussage zugegeben und dies nicht als Vertragswerk bezeichnet. Um was geht es diesem Mann \u00fcberhaupt? Geht es nur um Macht und Einfluss?<\/p>\n<p>Wie soll sich die Deutsche Bahn als Verhandlungspartner verhalten, um eine Tarifeinheit zu bewahren? Die GDL verlangt eigene Tarife f\u00fcr das Zugbegleitpersonal, welches vorher gar nicht zur GDL geh\u00f6rte. Es kann doch nicht sein, dass es zwei Tarifvertr\u00e4ge f\u00fcr dieselben Berufsgruppen gibt und zwar einen von der GDL sowie einen von der gr\u00f6\u00dferen Gewerkschaft EVG. Sicherlich Herrn Weselsky geht es um mehr Mitglieder als zahlende Bahnangestellte, damit sich ein gr\u00f6\u00dferer Spielraum f\u00fcr gewerkschaftliche T\u00e4tigkeiten der GDL ergibt. Jedoch wie Herr Weselsky sich das vorstellt kann es nicht funktionieren. Denn die einzige M\u00f6glichkeit der geschlossenen Tarifeinheit f\u00fchrt nur \u00fcber Verhandlungen der beiden Gewerkschaften GDL und EVG, die dann mit ihren gemeinsam beschlossenen Forderungen an die Bahn herantreten.<\/p>\n<p>Vielleicht verz\u00f6gert die GDL die Verhandlungen ja auch nur, um gegen das vom Deutschen Bundestag verabschiedete Gesetz zur Tarifeinheit klagen zu k\u00f6nnen. Die klare Vorgabe zur Tarifeinheit hatte das Bundesarbeitsgericht 2010 gekippt und\u00a0f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4rt. Danach konnten verschiedene Gewerkschaften im selben Betrieb f\u00fcr die gleichen Berufsgruppen unterschiedliche Tarifvertr\u00e4ge aushandeln. Diese aufgezwungene Praxis sorgt im selben Betrieb f\u00fcr Unfrieden und kann sich f\u00fcr eine Firma nicht unbedingt f\u00f6rderlich bei der Loyalit\u00e4t ihrer Mitarbeiter auswirken. Kann das der Wille vom Bundesarbeitsgericht sein? Es gibt sowieso immer weniger Sicherheit f\u00fcr Mitarbeiter in einem Betrieb durch bestehende Zeitvertr\u00e4ge, Werkvertr\u00e4ge und auch noch Zeitarbeit. Aber so hat das Bundesarbeitsgericht durch den Beschluss zus\u00e4tzlich f\u00fcr Wirbel gesorgt und die Gepflogenheiten der kleinen Gewerkschaften zum Streik der Schl\u00fcsselberufe wie Piloten oder Lokf\u00fchrer animiert.<\/p>\n<p>Der Unmut ist ansteigend und die Anerkennung zur Notwendigkeit dieses Streikverhaltens f\u00e4llt bedrohlich ab. Die Mitglieder der GDL m\u00fcssen sich fragen lassen, ob sie sich f\u00fcr Machtk\u00e4mpfe missbrauchen lassen. Die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit ist au\u00dferdem sehr fraglich, weil die finanziellen Sch\u00e4den durch den Streik in die Millionen gehen und auch die Existenz von Firmen infrage stellt, die von der Bahn mit Material versorgt werden. Machtk\u00e4mpfe auf dem R\u00fccken anderer auszurichten ist mehr als fraglich, es ist fast schon N\u00f6tigung.<\/p>\n<p>Die Notwendigkeit zu Streiks ist grunds\u00e4tzlich nicht infrage gestellt, nur die Art und Weise wie es bei der GDL passiert ist sicher nicht \u201edas Gelbe vom Ei\u201c. \u00dcber Dinge zu sprechen ist sicherlich auch bei Gewerkschaften nicht so verkehrt und kann nur Probleme kl\u00e4ren oder bereinigen. Auch sollten Verhandlungen nicht willk\u00fcrlich blockiert werden, nur weil man es so gerne tut. Der Wille zur M\u00e4\u00dfigung und die Einsicht zu Gespr\u00e4chen sollte auch Vorsitzenden von Gewerkschaften nicht fremd sein. Macht zu genie\u00dfen mag ein Mittel sein, dass eigene Ego auszuleben, aber kein Mittel um Mitglieder von Gewerkschaften zu vertreten. Es geht halt nicht mit zwei Kutschern auf einem Bock, wo der Eine \u201eh\u00fch\u201c sagt und der Andere \u201ehott\u201c, dann wissen die Pferde n\u00e4mlich nicht, was sie machen sollen. Deswegen ist das verabschiedete Gesetz zur Tarifeinheit gar nicht so schlecht, denn es bringt Verhandlungsf\u00fchrer wieder an den Verhandlungstisch. Der sogenannte Betriebsfrieden ist in einer Firma ein wichtiger Punkt, um einen reibungslosen Ablauf der Gesch\u00e4fte garantieren zu k\u00f6nnen. Und das d\u00fcrfte auch letztendlich dem Bundesarbeitsgericht nicht egal sein. Ein Gericht k\u00f6nnte auch dem Streik schnell ein Ende machen, wenn die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit dieser Ma\u00dfnahme nicht mehr stimmt. Und das kann schnell geschehen!<\/p>\n<p>27.04.2015 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Machtkampf der GDL Die Gewerkschaft der Lokf\u00fchrer hat unter der Leitung von Claus Weselsky in dieser Woche bereits zum 7. Mal gestreikt. Man kann die Frage stellen, ist dieser Streik noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig? 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