{"id":361,"date":"2015-04-13T18:11:51","date_gmt":"2015-04-13T16:11:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=361"},"modified":"2015-04-13T18:12:37","modified_gmt":"2015-04-13T16:12:37","slug":"mein-wochenrueckblick-15-woche-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=361","title":{"rendered":"Mein Wochenr\u00fcckblick &#8211; 15. Woche 2015"},"content":{"rendered":"<h1>Reaktionen auf die Geld- und Zinspolitik der EZB<\/h1>\n<p>Zur Verhinderung einer Deflation im europ\u00e4ischen Raum hat die EZB unter der Leitung von Mario Draghi beschlossen, ab M\u00e4rz 2015 Anleihen im gro\u00dfen Stil von Staaten und Banken zu kaufen. Dabei will die EZB mit dem Ankauf in jedem Monat 60 Milliarden Euro verwenden, um den Geldmarkt zu fluten. Die Niedrigzinspolitik wirkt ja schon etwas l\u00e4nger.<\/p>\n<p>So soll das Kreditgesch\u00e4ft forciert werden und die notwendige Inflation im sinnvollen Rahmen steigen. Dabei kommt in erster Linie diese Ma\u00dfnahme den s\u00fcdl\u00e4ndischen Staaten von Europa zugute, die auch so eine Verzinsung ihrer Staatsschulden minimiert. Aber kommt die Ma\u00dfnahme der EZB \u00fcberhaupt in Europa zur Geltung?<\/p>\n<p>Allein die Normalsparer haben durch die Niedrigzinsen hochgerechnet bis 2018 bis zu 150 Milliarden Euro Verlust bei ihren Einlagen. Die Ma\u00dfnahme von Herrn Draghi ist auch eine Geldverbrennungsmaschine. Bei den Aktienm\u00e4rkten wird seitdem jeden Tag viel Sekt getrunken, so muss es die B\u00f6rsianer freuen. Der Aktienmarkt brummt und das kann schnell durch diese Sch\u00fcbe zur \u00dcberhitzung kommen und zu Preisblasen an den Verm\u00f6gensm\u00e4rkten f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Investoren halten entgegen den Annahmen die Anleihen zur\u00fcck und es bilden sich Puffer, die diese Ma\u00dfnahme der Geldflutung bedeutend einschr\u00e4nken kann und so die EZB blockiert. F\u00fcr die Geldgeber ist die Verzinsung einfach im Moment zu gering. Das EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschl\u00e4ger hat bemerkt, dass die langfristigen Renditen schon vor Beginn der Anleihenk\u00e4ufe auf einem sehr niedrigen Niveau gewesen seien. Die Erfahrungen der USA zeigen aber, dass K\u00e4ufe von Staatsanleihen umso st\u00e4rker wirken, je h\u00f6her die betreffenden Renditen sind. Ist also die Geldflutung ein Schuss in den Ofen?<\/p>\n<p>Nun kommt das Gesch\u00e4ftsmodell der seri\u00f6sen Banken, wie von den Sparkassen und Volksbanken praktiziert, durch diese Niedrigzinspolitik der EZB ins wanken. Die Kreditvergaben d\u00fcmpeln so vor sich hin und die Sparer \u00fcberlegen, ob ihr Geld noch bei einem Zinssatz im Promillebereich als verzinslich angesehen werden kann. Das seri\u00f6se Gesch\u00e4ft steht vor dem Platzen.<\/p>\n<p>Die Geldflutung soll die Kreditvergabe der Banken anheizen, jedoch muss die Industrie das auch wollen. Denn ein Konjunkturschub kann nur von den Firmen ausgehen. Wenn das nicht so abl\u00e4uft, dann funktioniert die Ma\u00dfnahme der EZB \u00fcberhaupt nicht oder nur m\u00e4\u00dfig. Der Effekt verpufft und dann?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch noch weitere Nachteile, speziell f\u00fcr die Banken. Frau Lautenschl\u00e4ger, ein Direktoriumsmitglied der EZB, \u00a0erw\u00e4hnt die Risiken im Besonderen. \u201eDie niedrigen Zinsen in Kombination mit dem hohen Konkurrenzdruck zwischen den Gesch\u00e4ftsbanken in Deutschland sind f\u00fcr Lautenschl\u00e4ger zudem eine Gefahr f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsmodell einiger Institute. Daher m\u00fcsse verhindert werden, dass Banken allein mit riskanteren Gesch\u00e4ften oder Einsparungen wie etwa mit Stellenabbau im Risikomanagement auf die niedrigen Zinsen reagierten. Die Bankenaufsicht reagiere auf ein erh\u00f6htes Risiko in der Bilanz von Kreditinstituten mit der Forderung nach zus\u00e4tzlichen Wertberichtigungen oder mehr Eigenkapital sowie verbesserten internen Kontrollen.\u201c<\/p>\n<p>Es gab vor dieser Ma\u00dfnahme der EZB auch schon warnende Stimmen und gar Gegner dieser Aktion. Die kalkulierten Reaktionen k\u00f6nnten nicht funktionieren oder auch falsch sein, so manche Fachleute. Mit dieser Aktion der Geldpolitik hat Herr Draghi nat\u00fcrlich auch die Ultima Ratio ausgel\u00f6st, was den Euro betrifft. Noch mehr neue Ma\u00dfnahmen zur Stabilisierung gibt es nicht.<\/p>\n<p>Sicherlich hat der immens gefallene Euro gegen\u00fcber dem Dollar den Vorteil f\u00fcr Deutschland, dass dies den Export unterst\u00fctzt, denn die deutschen Waren werden im Ausland billiger. Jedoch der schwache Euro sorgt auch in einem erheblichen Ma\u00dfe f\u00fcr verteuerte Importe, die Deutschland ja nun mal braucht. Die Leidenden sind auch wieder die Verbraucher, die sich mit den dadurch erh\u00f6hten Preisen herumschlagen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Man muss sich dar\u00fcber im Klaren sein, dass diese Ma\u00dfnahme der EZB mit zu den gr\u00f6\u00dften Umverteilungsaktionen in Europa z\u00e4hlt. Was bei den einen Seite herein kommt, flie\u00dft auf der anderen Seite wieder ab. Die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit der Folgen k\u00f6nnte auch ins wanken geraten, wenn mehr Geld \u201everbrannt\u201c wird als n\u00fctzlich auf dem europ\u00e4ischen Markt zum Einsatz kommt. Die EZB als Geldvernichtungsmaschine, wer h\u00e4tte das je gedacht!<\/p>\n<p>Nun gehen die Banken in D\u00e4nemark bei der Vergabe von Krediten einen umgekehrten Weg. Es gibt keine Kreditgeb\u00fchren und der Schuldner bekommt sogar noch von der Bank Zinsen ausgezahlt! Damit wird auch der Weg zur privaten Verschuldung erleichtert und somit sind die Folgen auch nicht klar absehbar. Man fragt sich nat\u00fcrlich, ob das noch seri\u00f6se Bankgesch\u00e4fte sind?<\/p>\n<p>13.04.2015 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reaktionen auf die Geld- und Zinspolitik der EZB Zur Verhinderung einer Deflation im europ\u00e4ischen Raum hat die EZB unter der Leitung von Mario Draghi beschlossen, ab M\u00e4rz 2015 Anleihen im gro\u00dfen Stil von Staaten und Banken zu kaufen. 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