{"id":297,"date":"2014-12-22T18:08:10","date_gmt":"2014-12-22T17:08:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=297"},"modified":"2014-12-28T17:18:50","modified_gmt":"2014-12-28T16:18:50","slug":"mein-wochenrueckblick-51-woche-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=297","title":{"rendered":"Mein Wochenr\u00fcckblick &#8211; 51. Woche 2014"},"content":{"rendered":"<h1>Eine Art zu demonstrieren \u2013 PEGIDA oder was?<\/h1>\n<p>Nun versuche ich im Moment konkret zu erfassen, welches Gefahrenpotential die Menschen dazu veranlasst, in mehreren St\u00e4dten in Deutschland zu demonstrieren. Diesen Demonstrationen haben die Organisatoren Namen gegeben, wie PEGIDA, was hei\u00dfen soll \u201ePatriotische Europ\u00e4er gegen die Islamisierung des Abendlandes\u201c. Es wirkt erst einmal auf mich wie ein Protest gegen irgendetwas, und konkrete Gr\u00fcnde sind auch nicht erkennbar. Was treibt die Menschen also auf die Stra\u00dfe?<\/p>\n<p>Also ganz objektiv und klar betrachtet gibt es <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> die Gefahr der Islamisierung des Abendlandes, so wie es auf den Bannern steht, die diese Menschen vor sich her tragen. Versteckt sich hinter den Gesichtern der \u201ePatrioten\u201c nur Fremdenhass? Wenn diese Menschen mit anderen Sorgen auf die Stra\u00dfe gehen wollen und Unzufriedenheit \u00e4u\u00dfern m\u00f6chten, ist das ihr gutes Recht, jedoch sollten sie sich auch vorher anschauen, welchen Fahnen und Bannern sie hinterher laufen. Einfach nur mal mitlaufen und denken, ja dann protestieren wir mal, ist bestimmt\u00a0der falsche Weg sich dem Staat gegen\u00fcber mit manchen Entscheidungen und Zust\u00e4nden unzufrieden zu zeigen.<\/p>\n<p>In der vollen \u00dcberzeugung sind sicher viele Menschen auf die populistischen Macher hereingefallen, die puren Hass gegen alles und jedes \u00e4u\u00dfern und im Besonderen den Schwerpunkt im Islam zeigen. Viele Demonstranten blocken alle Kontaktversuche f\u00fcr Gespr\u00e4che ab, wettern gegen das Fernsehen und die Presse. Sind es also Menschen, die grunds\u00e4tzlich zu allem das Vertrauen verloren haben? F\u00fchlen sich diese Menschen missverstanden? Aber wenn definitiv doch kein wirklicher Grund besteht, wof\u00fcr protestieren diese Menschen \u00fcberhaupt? Und warum benennen sie nicht ihr Anliegen, weil sie es vielleicht nicht wirklich wissen? Gespr\u00e4che k\u00f6nnen nur entstehen, wenn eine Grundbasis des Vertrauens besteht, aber selbst das scheint nicht zu bestehen.<\/p>\n<p>Wie soll man nun verstehen, was diese Menschen wirklich auf die Stra\u00dfe treibt, wenn sie nicht dar\u00fcber reden wollen? Sich selbst auf Demonstrationen zu zeigen und so den Mut aufzubringen sich f\u00fcr oder gegen etwas durch eine stillen Protest in einer Menschengruppe mit seiner Meinung zu \u00e4u\u00dfern ist anerkennenswert, jedoch muss man auch so fair gegen\u00fcber denen sein an die dieser Protest gerichtet ist, indem man \u00fcber seine Gr\u00fcnde spricht. Sich nur einfach grummelnd auf der Stra\u00dfe zu bewegen, ist keine wirklich effektive M\u00f6glichkeit, um in einer Demokratie von seinem Demonstrationsrecht nach dem Deutschen Grundgesetz Gebrauch zu machen. Nat\u00fcrlich braucht Deutschland kritische B\u00fcrger, die den Politikern auf \u201edie Finger schauen\u201c und nicht alles unbedingt gut hei\u00dfen, was nicht gut ist. W\u00fcnschen w\u00fcrde ich mir, dass die Protestler genau hinschauen, welchem Protestmarsch sie sich anschlie\u00dfen und auch, dass sie \u00fcber die konkreten Punkte ihrer Unzufriedenheit sprechen wollen.<\/p>\n<p>Demonstrieren zu k\u00f6nnen ist ein hohes Gut in einer Demokratie, jedoch sollte dieses Mittel der Meinungs\u00e4u\u00dferung nicht missbraucht werden. Die Demokratie braucht B\u00fcrger mit einer eigenen Meinung. Sie braucht aber auch Menschen, die ihre Meinung oder Ansicht kundtun. Ein Dialog ist der erste Schritt zur Findung einer L\u00f6sung zu einem Problem. Ohne den sprachlichen Gedankenaustausch ist ein Problem nicht erkennbar und somit auch als Reaktion darauf keine L\u00f6sung m\u00f6glich. Somit sind die Gedanken nat\u00fcrlich auch bei einer Demonstration frei, jedoch sollte man dann auch bereit sein, bei einer Befragung dem Fragenden \u00fcber die Gr\u00fcnde des Protestes Auskunft zu geben. Die Politik muss f\u00fcr die Demonstranten die M\u00f6glichkeit bieten ihre Sorgen und N\u00f6te ihren Volksvertretern mitzuteilen, um ein differenziertes Bild ihres Verhaltens bei den als kritisch eingestuften Aufm\u00e4rschen zu erhalten. Man kann sich nur w\u00fcnschen, dass die Politiker mit den Unzufriedenen sprechen k\u00f6nnen und umgekehrt, diese B\u00fcrger auch das dazu erforderliche Vertrauen aufbringen k\u00f6nnen, um die wirklichen Gr\u00fcnde erfahren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Putins Mauer in Europa<\/h1>\n<p>Nun hat es Pr\u00e4sident Putin in seiner Fernsehansprache der ganzen Welt klar gemacht, dass die sich abzeichnende wirtschaftliche Misere in Russland nur andere verschuldet haben. Jedoch richtig glaubhaft war es f\u00fcr viele Menschen nicht, au\u00dfer f\u00fcr seine Anh\u00e4nger, die mit einem Anteil von 85% hinter Putins Nationalismus und Machtspielen stehen. Aber objektiv betrachtet sind alle Probleme, die Russland im Moment hat, eine Mischung aus \u00fcberwiegend hausgemachten Ursachen, verbunden mit dem gefallenden \u00d6lpreis und den Sanktionen der EU. Putin und seine Regierungsmannschaft haben viele Jahre der Regierungszeit nicht genutzt, um Russland wirtschaftlich mit dem Aufbau einer unabh\u00e4ngigen Industrie zu stabilisieren und eben nur auf die Rohstoffvorkommen Gas und \u00d6l gesetzt.<\/p>\n<p>Fatal, weil geringste Schwankungen dieser russischen Stabilit\u00e4tsfaktoren f\u00fcr das Land das Wachstum der Wirtschaft ins Minus dr\u00fccken. Es ist Putins Politik, die dem Land geschadet hat, auch durch seine milit\u00e4rischen Aktionen in verschiedenen L\u00e4ndern und zuletzt kam noch die Ukraine hinzu. Sein nationalistischer Regierungskurs verbunden mit seinem Kalk\u00fcl der Macht hat Russland zu einer unberechenbaren Nation gemacht. Wohl kaum wollen ausl\u00e4ndische M\u00e4chte eine Mauer um Russland errichten oder diese Nation bestrafen und isolieren. Die r\u00fcckw\u00e4rts gewandte Politik a\u00b4la UdSSR ist nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df, denn die Welt hat sich nach Glasnost und Perestroika gewandelt. Warum muss Russland wieder stark werden und darf sich nicht das gefallen lassen was zurzeit mit diesem Staat passiert, k\u00f6nnte man den russischen Pr\u00e4sidenten Putin fragen? Dann muss man ganz klar feststellen, dass\u00a0Russland immer schon ein starkes Land war und sich auch nie hat etwas gefallen lassen! Nein, Putin hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt, um sein Land Russland auf diese globalisierte Welt einzustellen.<\/p>\n<p>Wie lange kann Putin seinen Landsleuten in Russland noch Sand in die Augen streuen und die M\u00e4nner der Wirtschaft im Hintergrund ruhig halten. Die russische Wirtschaft ist auf rasanter Talfahrt, obwohl Putin in der Rede beschwichtigend nur auf eine Zeit von zwei Jahren verwiesen hat, in der die Probleme bestehen sollen. Ganz klar muss man auch sagen, dass niemand auf der Welt den Staat Russland ruinieren will, einfach deswegen, weil ein bankrotter Staat niemandem nutzt und als Handelspartner ausfallen w\u00fcrde. Nur viele Gelder werden aus Russland abgezogen, weil das Vertrauen zur russischen Wirtschaft nicht mehr besteht.<\/p>\n<p>Der von Putin neu gepr\u00e4gte Nationalismus macht nicht satt, schafft Konflikte und treibt Russland in eine defensive Situation verbunden mit einer Isolation gegen\u00fcber vielen Staaten. Pr\u00e4sident Putin war selbst noch vor kurzer Zeit ein aufgeschlossener EU-Sympathisant, nun will er pl\u00f6tzlich nichts mehr davon wissen.<\/p>\n<p>Putin beklagt im Namen seiner Nation, dass die Staaten der Natomitglieder bedrohlich nah an Russland herangekommen sind. Wenn er schon eine r\u00fcckw\u00e4rts gewandte Politik betreibt und die ehemalige UdSSR am liebsten wieder erstehen lassen m\u00f6chte, sollte er auch bedenken, dass zu Zeiten der Sowjetunion viele Staaten auf der Welt vor dieser Weltmacht gezittert haben, insbesondere die umliegenden Staaten, die nicht dazu geh\u00f6rten. Mit dem Zerfall der Sowjetunion hat sich der Machteinfluss bedeutsam ge\u00e4ndert, besonders zu den Ehemaligen, die seitdem souver\u00e4ne Staaten sind. Jedoch hat sich die Bedeutsamkeit von Russland nicht gewandelt, sondern dazu gef\u00fchrt, dass dieser Staat f\u00fcr die EU zu einem stabilen kooperativen Partner wurde. Vielleicht sollte Russland wieder zu eigenem Selbstbewusstsein finden und sich seiner eigenen Bedeutung bewusst werden. Jedes Land hat Menschen, die auf ihre Nation stolz sind, so auch in Russland. Niemand auf der Welt kann Russland oder will Russland Vorschriften machen, keiner will Mauern um Russland errichten und auch keinen Umsturz erreichen. Nur mit Putins Politik kann sich Glasnost und Perestroika nicht, wie fr\u00fcher unter Gorbatschow in der Sowjetunion, entwickeln, weil dieser Machtapparat nicht in der Lage ist kooperativ an den Ver\u00e4nderungen, die sich nun mal in der Geschichte immer schon vollzogen haben, zu beteiligen. Der pure Neonationalismus wie er von Putin betrieben wird, ist als Aush\u00e4ngeschild Russlands wenig geeignet. Eine offene, kooperative und der Zeit angepasste Politik hilft dem Land Russland sich zu \u00f6ffnen und vielen Handelspartner zu signalisieren, wir in Russland sind f\u00fcr eine moderne Gesellschaft, in der die Menschen das Wichtigste sind. Vielleicht dann auch wieder mit Glasnost und Perestroika.<\/p>\n<p>22.12.2014 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Art zu demonstrieren \u2013 PEGIDA oder was? Nun versuche ich im Moment konkret zu erfassen, welches Gefahrenpotential die Menschen dazu veranlasst, in mehreren St\u00e4dten in Deutschland zu demonstrieren. 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