{"id":187,"date":"2013-05-23T17:40:32","date_gmt":"2013-05-23T15:40:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=187"},"modified":"2013-05-24T08:47:43","modified_gmt":"2013-05-24T06:47:43","slug":"gigantomanie-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kaleidoskop-aha.de\/?p=187","title":{"rendered":"Gigantomanie in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Monstr\u00f6s, bombastisch und beeindruckend, so m\u00fcssen Dinge sein, mit denen sich Menschen r\u00fchmen oder schm\u00fccken wollen, ihr Ego befriedigen oder eine Gewinnmaximierung m\u00f6glich ist. Auf viele Menschen wirkt diese praktizierte Gigantomanie verschwenderisch und vor allen Dingen ziemlich protzig. Diejenigen, die das alles so beeinflussen oder nutzen, sagen nat\u00fcrlich sofort, das k\u00f6nnen wir uns leisten und bezahlen es doch auch. Ja das ist sicher richtig, aber diese Frage stellt sich eigentlich garnicht, was vielleicht nicht verstanden werden will. Mit diesem Gr\u00f6\u00dfenwahn ist eine gewaltige Verschwendung verbunden. Eine Verschwendung von Ressourcen, Geldern und menschlicher Energie. Das passiert alles in unserer Welt und auf unserer Erde,\u00a0welche als Mikrokosmos existiert. Jedoch von diesem Gr\u00f6\u00dfenwahn ist Deutschland nicht ausgeschlossen. Denn es ist eine Demonstration von Macht.<\/p>\n<p>Schon Hitler praktizierte dies mit seinen gigantischen Bauten. So sei zu erw\u00e4hnen, dass die gewaltige, nie fertig gestellte Ferienanlage auf der Insel R\u00fcgen\u00a0in einer L\u00e4nge von 4,5 km, mit einer seiner Wahnideen \u201eKraft durch Freude\u201c, eine Verschwendung war. Dieser Herr hat, auf eine weitere uns bekannte schlimmere Art, seinen Gr\u00f6\u00dfenwahn ausgelebt. Nie geschah dies zum Wohle der Menschen.<\/p>\n<p>So ist das Bauwerk Stuttgart 21 eines dieser herausragenden Monsterbauwerke, die am Menschen vorbei geplant wurden. Nicht einmal der sinnvolle Nutzen ist in einer Studie \u00fcber die Kosten-Nutzen Rechnung \u00fcberhaupt klar festgestellt worden. Bei diesem geologischen Wagnis eines Bahnhofs liegt die Brisanz tats\u00e4chlich im Untergrund. Der Baugrund wurde vom bisherigen Projektleiter der Deutschen Bahn AG, Hany Azer, zusammenfassend als \u201eschwierig\u201c gekennzeichnet. In vielen Planfeststellungen gibt es etliche Ausnahmen. Die Deutsche Bahn sagt, es sei durch Gutachten die Wirtschaftlichkeit belegt worden. Die Sicherheitstudie f\u00fcr den unterirdischen Bahnhof wirbelt das ganze Projekt sicherlich noch einmal kostenm\u00e4\u00dfig durcheinander. Viele B\u00fcrger fragen sich muss es so ein monstr\u00f6ses Bauwerk \u00fcberhaupt sein, was Stuttgart und die Umgebung v\u00f6llig umkrempelt. Die Kosten klettern st\u00e4ndig nach oben und werden nach Sch\u00e4tzungen einiger Sachkundiger wahrscheinlich 10 Mrd. \u20ac \u00fcbersteigen, wenn nichts unvorhergesehenes (siehe Elbphilharmonie) passiert. In der Medizin ist es so, dass die Leistung eines Arztes sich auf das medizinisch sinnvolle und notwendige bei einer Erkrankung eines Menschen beschr\u00e4nken soll. Aber bei Protzbauwerken ist das wahrscheinlich egal, wie viel Geld dort verheizt wird. Der Staat und der Steuerzahler wird\u2019s schon richten.<\/p>\n<p>Aber diese Gigantomanie bezieht sich mittlerweile auf viele Dinge, mit denen wir es zu tun haben. Der Gr\u00f6\u00dfenwahn pur ist erkennbar bei etlichen Objekten oder Erscheinungen, die da sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Elbphilharmonie<\/li>\n<li>Dem neuen Flughafen von Berlin<\/li>\n<li>Flugh\u00e4fen in Bundesl\u00e4ndern, f\u00fcr die niemand Verwendung hat<\/li>\n<li>Gigantische Kreuzfahrtschiffe, mit mehr als 4000 Passagieren<\/li>\n<li>Riesengro\u00dfe Containerschiffen, mit einer Gesamtl\u00e4nge von 400 m und demn\u00e4chst noch l\u00e4nger<\/li>\n<li>Es entstehen riesige Autoh\u00e4user<\/li>\n<li>F\u00fcr Veranstaltungen kennt man fast nur noch Arenen f\u00fcr tausende Menschen<\/li>\n<li>In einigen Bundesl\u00e4ndern gibt es den Gro\u00dfversuch mit einem Riesen-LKW, so genannte Gigaliner<\/li>\n<li>Extrem kostenintensive Olympia Veranstaltungen<\/li>\n<li>Gewaltige Filme in 3D mit durchg\u00e4ngig Voll-Action entstehen<\/li>\n<li>Die gewaltigen sozialen Netzwerke mit vielen Gef\u00e4llt-mir-Klick-Aktionen<\/li>\n<li>Es gibt riesige Einkaufzentren, die andere Gesch\u00e4fte in den St\u00e4dten ausblutet<\/li>\n<li>Gewaltige Geh\u00e4lter f\u00fcr Fu\u00dfballspieler in astronomischen H\u00f6hen<\/li>\n<li>Zus\u00e4tzliche Boni f\u00fcr Banker, weil sie kurzfristig hohe Gewinne eingefahren haben<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch der private Bereich des B\u00fcrgers ist davon nicht ausgeschlossen. Die stark auf Leistung und Raumvolumen ausgerichtete PKWs tummeln sich auf unseren Stra\u00dfen wie die SUVs zum Beispiel. Es reicht nicht aus zu sagen, das k\u00f6nnen wir uns selbstverst\u00e4ndlich leisten. Die Frage ist, k\u00f6nnen wir uns auf der Erde das \u00fcberhaupt leisten. Nein, mit Neid hat dies \u00fcberhaupt nichts zu tun. M\u00fcssen wir mit unseren Ressourcen und unserer Umwelt so rabiat umgehen?<\/p>\n<p>Bei allen Dingen muss man sich doch die Frage stellen, welchen Nutzen haben die Menschen davon \u00fcberhaupt, wenn es um Riesenprojekte in St\u00e4dten geht. In vielen F\u00e4llen ist es nicht sinnvoll und dient ausschlie\u00dflich dem Imponiergehabe und nicht zu vergessen, dem Gesch\u00e4ft.\u00a0Denn nicht alles, was machbar ist, ist auch sinnvoll. Die Menschen kommen in vielen Belangen in unserer Gesellschaft einfach zu kurz. Eine kapitalistisch gepr\u00e4gte Ellenbogen- und Imponiergesellschaft wie in Deutschland hat offensichtlich keinen Gedanken an den Menschen selber mehr, es z\u00e4hlt nur, ich will das und dieses sofort, alles andere w\u00e4re Zeitverschwendung.<\/p>\n<p>Viele Dinge k\u00f6nnte man mit den verschwendeten Geldern f\u00fcr die Menschen tun, vor allem sinnvolle Dinge. Ma\u00dfvolles Planen und umsetzen von Projekten schont den Geldbeutel einer Privatperson, aber auch des Staates und spart Ausgaben, die der einzelne B\u00fcrger und eben auch der Steuerzahler letztlich aufbringen muss. Jedoch alles, was gemacht wird, sollte als Maxime dem Menschen nutzen und Schaden von ihm abwenden. Das sollte der Staat so praktizieren, aber auch der Privatmann. Wichtige Dinge zu tun ohne dar\u00fcber nachzudenken, was daraus entstehen kann, sollte es nicht geben. Projekte sollten sich nicht an der Machbarkeit, sondern an dem Nutzen f\u00fcr die Menschen in dem Land orientieren. Die Menschen sollten mit ihrer Umwelt r\u00fccksichtsvoll und schonend umgehen. Der Mensch sollte bei allem Tun und Handeln immer im Vordergrund stehen. Niemand sollte Dinge tun, die jemand anderen in seiner Freiheit einschr\u00e4nkt, der Pers\u00f6nlichkeit Schaden zuf\u00fcgt und den zwischenmenschlichen Beziehungen schadet. -Nur schade, dass es soviel \u201esollte\u201c gibt und nicht stattdessen \u201eist schon\u201c.<\/p>\n<p>Unsere solidarische Gesellschaft braucht den inneren Zusammenhalt, die Menschen mit ihrer Ego-Manier empfindlich st\u00f6ren. Der Zusammenhalt einer Gesellschaft ist das h\u00f6chste Gut in einer Demokratie. F\u00fcr die Gesellschaft ist es nicht wichtig, was man sich leisten kann, sondern, was man f\u00fcr die Gesellschaft tut. Sinnvolle Dinge zu tun, ist der erste Schritt des Einzelnen, etwas f\u00fcr den Staat, f\u00fcr die Gesellschaft und f\u00fcr die anderen Menschen zu tun. Dabei ist die Gigantomanie zu besiegen, also den Gr\u00f6\u00dfenwahn nicht zuzulassen in unserer Gesellschaft und unserem demokratischen, freiheitlichen Deutschland. Falsch verstandene Demokratie und Freiheit darf es nicht geben. Die Gesellschaft muss dieses \u00e4chten und darf es nicht dulden. Es ist schlimm, wenn Menschen alles nur f\u00fcr sich ausnutzen. K\u00f6nnen sich die Menschen noch besinnen?<\/p>\n<p>23.05.2013 &#8211; WM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monstr\u00f6s, bombastisch und beeindruckend, so m\u00fcssen Dinge sein, mit denen sich Menschen r\u00fchmen oder schm\u00fccken wollen, ihr Ego befriedigen oder eine Gewinnmaximierung m\u00f6glich ist. Auf viele Menschen wirkt diese praktizierte Gigantomanie verschwenderisch und vor allen Dingen ziemlich protzig. 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